Noten für Tor und Abwehr

1860-Abschluss-Zeugnis: So schneiden Schindler und Co. ab

+
Der Löwen-Retter und sein Kapitän: Nachdem der Albtraum 3. Liga für 1860 abgewendet ist, schauen sich Kai Bülow (l.) und Christopher Schindler ganz tief in die Augen.

München – Mit Ach und Krach verhinderten die Löwen den GAU. Erst über die Relegation ergatterten die Sechzger das Ticket für die 2. Liga. Das große Abschlusszeugnis für die 1860-Profis. Heute: Torhüter und Abwehr.

Sechzig bleibt in der 2. Liga. Was bei den Fans im vergangenen Sommer allenfalls für ein Schulterzucken gesorgt hätte, mutet nach den Leistungen der Löwen fast schon wie ein kleines Wunder an. Diese Saison wird so schnell niemand vergessen, der zu den Giesingern hält. Doch welche Spieler haben ihre Tauglichkeit für den Profi-Fußball überhaupt unter Beweis gestellt? Wir checken und benoten die Kicker – zunächst Torhüter und Abwehrspieler. Im zweiten Teil II folgen die Mittelfeldspieler und Angreifer.

Stefan Ortega: Der temperamentvolle Deutsch-Spanier kam aus Bielefeld, um Gabor Kiraly Dampf zu machen. Den Ungarn verdrängte er zwar schon nach zwei Ligaspielen aus dem Tor, doch Sicherheit strahlte auch Ortega nicht aus. Als Torsten Fröhling seine Rettungsmission startete, kehrte der 22-Jährige auf die Bank zurück. Dort fiel er nur noch als zweimaliger Gelbsünder auf. Note: 3-

Vitus Eicher: Das Eigengewächs zählt zu den großen Gewinnern unter Torsten Fröhling. Seit der Trainer das Ruder im Februar übernahm, verpasste Eicher nur noch 45 Minuten – wegen Verletzung. Trotz seiner Erdinger Wurzeln agiert der 24-Jährige auf dem Platz ähnlich emotional wie Stefan Ortega. Rettete die Löwen im Relegations-Rückspiel gegen Kiel mit einem Super-Reflex. Note: 2-

Gabor Kiraly: Der 39-Jährige ging als Klub-Legende in die Saison und landete schon nach zwei Ligaspielen unsanft auf dem Boden der Realität. Weil er gegen Gary Kagelmacher handgreiflich wurde, flog Kiraly aus dem Kader – und flüchtete zum FC Fulham. Keine Bewertung

Löwen auf der Jagd: Kommt Stürmer Frahn aus Leipzig?

Christopher Schindler: Der 25-Jährige war die ärmste Sau bei den Löwen. Als Kapitän musste er voran gehen und das zeitweise zerstritten wirkende Ensemble auf Kurs bringen. Auch wenn seine persönliche Saison bei weitem nicht fehlerfrei verlief, erfüllte Schindler die Rolle mit Bravour. Bestes Beispiel: Als der Abstieg gegen Kiel besiegelt schien, ging der gebürtige Münchner in den „Infight“ mit Schiri Kircher, setzte so ein Zeichen und riss seine verunsicherten Teamkollegen mit. Wie ein echter Anführer! Note: 3+

Gary Kagelmacher: Die erste Station in Deutschland verlief bislang nicht unbedingt nach dem Geschmack des gebürtigen Uruguayers. In der Innenverteidigung war Kagelmacher teilweise deutlich überfordert. Die zweite Saisonhälfte verlebte er rechts hinten und erspielte sich dort mit soliden Leistungen den zuvor verlorenen Stammplatz zurück. Note: 3-

Kai Bülow: Der Relegations-Held! Dass ausgerechnet der Ex-Rostocker die Löwen vor der 3. Liga bewahrte, ist eigentlich eine Geschichte, wie sie nur der Fußball schreiben kann. Denn die Saison des 29-Jährigen war nicht gerade arm an Patzern und verloren gegangenen Zweikämpfen mit schlimmen Folgen. Der „Bülow-Tag“ wurde zum geflügelten Wort für Partien mit spielentscheidenden Fehlern Bülows. Dann kam die 91. Minute im Rückspiel gegen Kiel. Und schwupps – alles ist (fast) vergessen! Note: 4

Guillermo Vallori: Spanische Spieler haben in dieser Saison nicht unbedingt die Herzen der Sechzig-Fans erwärmt. Mit einer Ausnahme: Vallori. Der eigentlich schon ausgemusterte Ex-Kapitän erkämpfte sich - eben wie ein richtiger Löwe - seinen Stammplatz in der Innenverteidigung zurück. Seine - pardon - bärenstarke Leistung beim überlebenswichtigen 2:1 gegen Nürnberg bezahlte der 32-Jährige mit einem gerissenen Kreuzband im rechten Knie. Doch keine Zweifel: Der Mallorquiner ist noch lange nicht satt. Note: 3+

Sebastian Hertner: Der Leistungsnachweis des 24-Jährigen ist übersichtlich: 90 Minuten beim 1:2 gegen Braunschweig durfte Hertner ran. Es war sein letzter Einsatz für Sechzig, denn trotz Abstieg folgt der zuletzt ins Erzgebirge ausgeliehene Hertner Aue in die 3. Liga. Keine Bewertung

Maximilian Wittek: Wenn ein Löwe positiv auf die Saison zurückblicken kann, dann der 19-Jährige. Wer hätte schon gedacht, dass das Eigengewächs aus Eching 22 Mal in der 2. Liga beziehungsweise der Relegation auflaufen würde. Zur Belohnung folgt für Wittek die Saisonverlängerung nach der Saisonverlängerung: Gemeinsam mit Julian Weigl kämpft der Linksfuß in Neuseeland mit der deutschen U20 um den WM-Titel. Note: 2

Jannik Bandowski: Der 21-Jährige kam im Winter leihweise für anderthalb Jahre aus Dortmunds Drittliga-Team, um die linke Seite zu beleben. Das gelang Bandowski rasch, seit dem 21. Spieltag war er aus der Startformation nicht mehr wegzudenken. Note: 3-

Martin Angha: "Der soll in der Jugend des FC Arsenal ausgebildet worden sein?", dürfte das Gros der Sechzig-Fans an der Vita des Schweizers mit kongolesischen Wurzeln zweifeln. Zu keinem Zeitpunkt konnte Angha andeuten, warum er in einem der größten Vereine Europas als Hoffnungsträger auf der rechten Außenbahn galt. Defensiv fahrig, offensiv ohne Durchschlagskraft – so präsentierte sich der 21-Jährige bei den Löwen. Unter Torsten Fröhling rotierte er nur noch zwischen Bank und Tribüne. Note: 4-

Grzegorz Wojtkowiak: Nein, der Wojtkowiak der Hinrunde hatte rein gar nichts gemeinsam mit dem Wojtkowiak der Saison 2013/2014. Manchmal hatte es den Anschein, als hätte der 31-Jährige seinen Urlaub eigenhändig verlängert und seinen weit weniger talentierten Doppelgänger nach Giesing entsandt. Der Stammplatz als Linksverteidiger ging denn auch schnell flöten. Im Winter wechselte der Pole in die Heimat nach Danzig. Note: 4-

Moritz Volz: Ob links oder rechts – die defensive Außenbahn sollte eigentlich das Revier des 32-Jährigen mit jahrelanger Premier-League-Erfahrung sein. War es aber nur für 151 Minuten. Volz konnte keinerlei Impulse setzen. Keine Bewertung

Vladimir Kovac: Beim 0:2 in Karlsruhe im letzten regulären Saisonspiel zauberte Torsten Fröhling den Slowaken plötzlich aus dem Hut. Der 24-Jährige ging wie alle Sechzger unter. Keine Bewertung

Auch interessant

Meistgelesen

Zwölf Verträge enden 2018 - welche dieser Spieler bleiben Löwen?
Zwölf Verträge enden 2018 - welche dieser Spieler bleiben Löwen?
Schon jetzt ist klar: Eric Weeger wird am Sonntag Rekord brechen
Schon jetzt ist klar: Eric Weeger wird am Sonntag Rekord brechen
Löwen-Reserve: Nächster Sieg in Traunstein?
Löwen-Reserve: Nächster Sieg in Traunstein?
1860 vor dem Derby in Augsburg: Tabelle gut, Team gut, Stimmung gut
1860 vor dem Derby in Augsburg: Tabelle gut, Team gut, Stimmung gut

Kommentare