1860 am Tiefpunkt

Großes Löwen-Kino nur in der Sky-Doku

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Frust pur: Die Löwen nach der Schlappe in Aue.

Aue - Die Krise bei 1860 München spitzt sich weiter zu. Das peinliche 1:4 bei Erzgebirge Aue war der Tiefpunkt. Der Trainerwechsel blieb bislang wirkungslos.

Nach dem Schock über den Absturz auf einen Abstiegsplatz suchen einige Münchner Löwen-Fans Ablenkung vor dem Fernseher. Über ihren geliebten TSV 1860 zeigt TV-Sender Sky am Montagabend den ersten Teil der Dokumentation „57, 58, 59, Sechzig“. Dem Fan wird ein seltener Einblick hinter die Kulissen des Zweitligisten gewährt, großes Kino auf dem Rasen gab es dagegen schon lange nicht mehr.

Statt wie erhofft um die Aufstiegsplätze mitzuspielen, steckt der Traditionsklub mitten im Abstiegskampf. Die peinliche 1:4 (0:3)-Niederlage am Sonntag bei Erzgebirge Aue war der vorläufige Tiefpunkt einer bislang katastrophalen Saison.

In der Anfangsviertelstunde wurden die konfusen Löwen von keineswegs überragenden Gastgebern regelrecht vorgeführt und fast schon der Lächerlichkeit preisgegeben. Nach dem dritten Gegentreffer in der 15. Minute war das Spiel bereits gelaufen. Der „Lohn“ für die indiskutable Leistung war Tabellenplatz 17.

Sportchef Gerhard Poschner empfing die Spieler nach der Rückkehr aus Aue zu einem Krisengespräch in der Kabine. Details darüber wollte der ehemalige Bundesligaprofi nicht verraten, sein Fazit vom völlig verkorksten Ausflug ins Erzgebirge ließ aber keine Fragen offen: „Wir können Spiele verlieren - aber nicht so.“

Trainer Markus von Ahlen ging die zweite Niederlage im dritten Spiel unter seiner Regie ebenfalls mächtig an die Nieren: „Das darf uns so nicht passieren. Wir müssen von der ersten Sekunde an präsenter und wacher sein.“

Eigentlich sollte es unter dem 43-Jährigen, der vom Interims- zum Chefcoach befördert wurde, spielerisch und tabellarisch aufwärts gehen. Doch der Nachfolger des beurlaubten Ricardo Moniz hat die Trendwende noch nicht einleiten können. Die 4-3-3-Taktik ging in Aue völlig nach hinten los, das System scheint für den Abstiegskampf ungeeignet. Von Ahlen denkt bereits über einen Systemwechsel nach: „Manchmal muss man einen Schritt zurückgehen, um zwei nach vorne zu machen.“

Das alleine aber wird nicht reichen. Vor allem an der Einstellung der Spieler muss sich etwas ändern. „Das war nix. Aue hat uns vorgemacht, wie man spielen muss, wenn man hinten drin steht“, sagte Offensivspieler Daniel Adlung. Torjäger Rubin Okotie bat die trotz Bahnchaos angereisten Anhänger um Verzeihung: „Das war enttäuschend, wir können uns bei den Fans nur entschuldigen.“

Gegen 1860 sprechen auch die kommenden Gegner: In der Liga wartet am Sonntag Absteiger Eintracht Braunschweig, am Mittwoch darauf empfängt München im DFB-Pokal den Bundesligisten SC Freiburg. „Wir müssen jetzt den Blick nach vorne richten“, sagte von Ahlen. Auch das klingt eher nach Durchhalteparole als nach großem Kino.

sid

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