Sitzung im Bezirksausschuss

Grünwalder Stadion: Endgültige Überforderung der Anwohner?

+
Flutlichtspiel am Dienstagabend - hier zwischen dem TSV 1860 und dem TSV Buchbach im Jahr 2018. Eine Belastung für Giesings Anwohner.

Das Grünwalder Stadion ist weiterhin im Fokus. Nun wurde im Bezirksausschuss über das weitere Vorgehen diskutiert - Chef Baumgärtner hat Zweifel.

München - Nach dem Spiel ist vor dem Spiel: Das Grünwalder Stadion bleibt auch nach Abschluss der Saison Thema im Viertel. Das wurde in der jüngsten Sitzung des Bezirksausschusses Untergiesing-Harlaching deutlich. Ein Treffen mit Vertretern der Vereine, der Stadt und der Anwohner hatte zuletzt keine greifbaren Ergebnisse gebracht. Die fordern die Bürger allerdings weiterhin mit Verve ein.

Denn die Probleme mit Lärm, Verkehr, Wildbieslern und vielem mehr an Spieltagen seien allesamt nicht gelöst, beklagen Menschen rund ums Stadion. Sie forderten jetzt im Stadtteilgremium, vor Entscheidungen zum Stadionausbau müssten „die Bürger mit ins Boot geholt“ werden. Der BA, so forderte ein Anwohner, solle „nicht erst die derzeit laufende Machbarkeitsstudie abwarten und dann die Bürger vor vollendete Tatsachen stellen“. Es könne doch nicht sein, „dass hier ein Büro aus dem fernen Frankfurt eine Expertise zusammenzimmert, und die Menschen aus dem direkten Stadionumfeld werden gar nicht gehört“.

Grünwalder Stadion: Bezirksausschuss diskutiert

Ein Steilpass, den der BA gerne aufnahm. Der Bezirksausschuss forderte mit einem Antrag einstimmig, dass das Gremium und die Bürger in die Entscheidungsfindung einzubeziehen seien. Eine weitere Forderung der Lokalpolitiker: Möglichst bald solle dafür gesorgt werden, dass auch für Rollstuhlfahrer und andere Fans mit Handicaps im Grünwalder barrierefreie Zuschauerplätze in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen.

Der BA verlieh seiner Forderung Nachdruck, weil Stadtschulrätin Beatrix Zurek als Hausherrin nach Rücksprache mit dem TSV 1860 und dem FC Bayern München kurzfristigen Umbauten eine Absage erteilt hatte. Auch sehe nach Einschätzung des Schul- und Sportreferates der TSV 1860 aus „vertragsgebundenen Aufstellverpflichtungen keine Möglichkeit“, bestehende Werbebanden zu entfernen, „um die Sicht zu verbessern“.

CSU-Politiker Baumgärtner: Überforderung durch zusätzliche Spiele des SV Türkgücü-Ataspor

Erst „im Rahmen der laufenden Machbarkeitsstudie zum Stadion“ solle dieses Thema mit einbezogen werden, so Zurek. BA-Chef Clemens Baumgärtner (CSU) befürchtet unterdessen mit der kommenden Saison „endgültig eine Überforderung der Anwohner“. Denn der Regionalliga-Bayern-Aufsteiger und potenzielle Zuschauermagnet SV Türkgücü-Ataspor will seine Heimspiele künftig ebenfalls auf Giesings Höhen austragen.

„Noch mehr Spiele – mein Gefühl ist, man überfordert die Leute rund ums Stadion“, betont Baumgärtner. Die Viertelpolitiker fordern darum, der türkische Club solle mit seinem Nutzungskonzept baldmöglich im BA vorstellig werden. Ein wichtiger Löwen-Funktionär wurde einst auch bei Vitor Pereira vorstellig. Jetzt ist er nicht mehr wegzudenken.

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Nach Gebhart-Rückkehr: So könnte die neue 1860-Elf aussehen
Nach Gebhart-Rückkehr: So könnte die neue 1860-Elf aussehen
Zurück von der Tribüne - Berzels Warten wird belohnt
Zurück von der Tribüne - Berzels Warten wird belohnt
Neuzugang für den TSV 1860: Er war schon beim Mannschaftsfoto dabei
Neuzugang für den TSV 1860: Er war schon beim Mannschaftsfoto dabei
Klarheit in der Kapitänsfrage: Weber bleibt Löwen-Chef, Mölders rückt auf
Klarheit in der Kapitänsfrage: Weber bleibt Löwen-Chef, Mölders rückt auf

Kommentare