Kabarettist über 1860 und den Club

Ringlstetter: "Ist man Fan, sollte man unterstützen!"

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Kabarettist Hannes Ringlstetter.

München - Club-Anhänger, Löwen-Sympathisant – als Erfolgsfan kann man Hannes Ringlstetter (44) wirklich nicht bezeichnen. Vor dem brisanten Derby der akut abstiegsgefährdeten Löwen gegen den 1. FC Nürnberg unterhielt sich die tz mit dem Kabarettisten, Musiker und Moderator (Vereinsheim Schwabing).

Herr Ringlstetter, wo werden Sie das Endspiel der Löwen gegen den Club verfolgen?

Hannes Ringlstetter: Da ich auf Tournee mit der Band bin, ziemlich wahrscheinlich am Fernseher im Tourbus.

Wem drücken Sie die Daumen?

Hannes Ringlstetter: Schon dem Club, wobei natürlich die Sechziger die Punkte dringender brauchen. In erster Linie würde ich gerne mal von ausgerechnet diesen beiden Mannschaften ein schönes Fußballspiel sehen.

Es werden rund 60.000 Zuschauer in der Arena erwartet – inwiefern haben die Katas­trophen-Löwen dieser Saison die Unterstützung überhaupt verdient?

Hannes Ringlstetter: Das kann und will ich nicht beurteilen… Wenn man Fan ist, sollte man unterstützen, Punkt. Auch wenn’s beim Club oft schon nicht einfach ist und bei Sechzig die letzten Jahre zugegebenermaßen echt schwierig.

Wie erklären Sie sich den Absturz der Löwen? Wer trägt die Hauptschuld?

Hannes Ringlstetter: Das ist wie so oft, wenn was den Bach runtergeht, eine längere Entwicklung. Ich denke, bei Sechzig ist schon lange das Problem, dass Anspruch und Wirklichkeit nicht viel miteinander zu tun haben – eigentlich auf allen Ebenen.

Es gibt nicht wenige Löwenfans, die einen möglichen Abstieg als Chance für einen Neuanfang im Grünwalder Stadion begreifen. Andere befürchten das endgültige Aus im Profifußball – wie sehen Sie’s?

Hannes Ringlstetter: Naja, das kann man so und so sehen. Fakt ist jedenfalls, dass es in der Dritten Liga sehr schwer wird, finanziell noch ansatzweise anzudocken. Auf der anderen Seite: Wenn man sieht, wie es bei den Derbys der zweiten Mannschaften von Bayern und Sechzig abgeht, was dort für eine Stimmung herrscht, da kann man schon auch den Standpunkt vertreten: runter, zurück nach Giesing, den Kult wieder leben und dann weiterschauen.

Von Hasan Ismaik, dem Investor aus Abu Dhabi, hört und sieht man seit Monaten nichts mehr – wie würden Sie sich an seiner Stelle verhalten?

Hannes Ringlstetter:  Ich kann mich in Scheichs leider nicht hineindenken…

Können Sie sich vorstellen, dass der Club den Löwen am Sonntag hilft, um eventuell den innerfränkischen Rivalen aus Fürth leiden zu lassen?

Hannes Ringlstetter (lächelt) Hmmm, jaa… Das ist eine Möglichkeit…

Und wo sehen Sie den Club und die Löwen in zwei, fünf und zehn Jahren?

Hannes Ringlstetter: In zwei Jahren sehe ich beide in der Zweiten Liga, in fünf den Club in der Ersten, Sechzig weiter in der Zweiten und in zehn Jahren… da werden beide Vereine aufpassen müssen, dass sie überhaupt noch eine Rolle spielen. Im großen Geldgeschäft sind sie ja nicht dabei.

Interview: lk

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