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Ismaik giftet: Fauser hat nichts getan, Power hat 1860 den Weg gezeigt

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Von: Florian weiß

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Hasan Ismaik ist der Meinung, Markus Fauser habe bei 1860 gar nichts geleistet, dafür aber zu viel Geld kassiert.
Hasan Ismaik ist der Meinung, Markus Fauser habe bei 1860 gar nichts geleistet, dafür aber möglicherweise zu viel Geld kassiert. © dpa

Hasan Ismaik giftet gegen den ausgeschiedenen Markus Fauser, den er zunächst gar nicht beim TSV 1860 haben, dann aber vorübergehend behalten wollte. Parallel lobt er Anthony Power.

Dass Michael Scharold der neue Geschäftsführer des TSV 1860 werden würde, war absehbar. Jetzt ist der 37-Jährige im Amt und will den Sanierungsprozess, den sein Vorgänger Markus Fauser auf den Weg gebracht hat, fortführen. Scharold wurde im April 2017 zu den Löwen geholt - von Investor Hasan Ismaik. Doch der wollte Scharold nicht in dieser wichtigen Position sehen, denn er sei „kein Anführer, er ist schwach“.

Gegenüber der Süddeutschen Zeitung aber giftet Ismaik gegen den ausgeschiedenen Markus Fauser, den er im Sommer ebenfalls nicht bei 1860 sehen, nun aber vorübergehend weiter als Geschäftsführer behalten wollte. „Er hat nichts getan“, sagte Ismaik über die Arbeit Fausers. „Die KGaA ist eine kleine Firma, viele Verträge waren durch den Abstieg nichtig geworden. Und Fauser wusste oft nicht, wie es weitergeht.“ Stattdessen habe Anthony Power die Richtung vorgegeben, er habe den Vereinsvertretern „den Weg gezeigt.“ Doch Ismaik geht sogar noch weiter. Weil er gehört habe, dass Markus Fausers Gehalt für Löwen-Verhältnisse sehr hoch gewesen sei, wolle er dieses nachträglich „in der nächsten Sitzung prüfen“.

„Vereinsvertreter wollten kein Bewerbungsgespräch mit Gerber führen“

Zur Erinnerung: Anthony Power kam als Übergangs-Geschäftsführer nach der Entlassung von Thomas Eichin auf Ismaiks Geheiß im November 2016 an die Grünwalder Straße. Er sollte die Geschicke leiten, bis Ian Ayre Anfang April das Ruder übernahm. Power ist derzeit Co-Geschäftsführer von „Merchandising 1860“, der Fanartikel-Firma der Löwen, die Investor Ismaik gehört. Power hatte im November verkündet, er habe „keine Ambitionen auf den Geschäftsführer-Posten bei 1860 München“.

1860-Geschäftsführer Michael Scharold (l.) mit seinem Vorgänger Markus Fauser.
1860-Geschäftsführer Michael Scharold (l.) mit seinem Vorgänger Markus Fauser. © sampics / Stefan Matzke

Ismaiks Favorit als Fauser-Nachfolger war Franz Gerber, wie er der SZ bestätigte. „Er war unser Kandidat. Aber die Vereinsvertreter wollten nicht einmal ein Bewerbungsgespräch mit ihm führen“, wirft er Robert von Bennigsen und Robert Reisinger vor. Der Jordanier stimmte aber zusammen mit seinem Bruder Yahya gegen Scharold UND Gerber, denn Fauser sollte Ismaiks „Sechs-Punkte-Wunschliste“ noch umsetzen, bevor dann Gerber übernehmen sollte.

„Jeder Verein braucht Geld - siehe Barcelona oder PSG“

Im Fünfjahresplan von Scharold, der den Hauptgesellschafter mit seiner Arbeit von sich überzeugen will, wird komplett auf neue Darlehen von Seiten Ismaiks verzichtet. Den Jordanier freut es sogar, „dass 1860 sich finanziell selbständig absichert. Ich bin stolz darauf, denn ich habe es gerettet.“ Dennoch betont er: „Jeder Verein braucht Geld, um konkurrenzfähig zu sein: siehe Barcelona oder Paris Saint-Germain.“

Einen Vergleich mit Barcelona brachte Ismaik bereits bei seinem Einstieg 2011. Seine Vision damals: Bundesliga-Aufstieg bis 2014, zehn Jahre später auf Augenhöne mit Barca und dem FC Bayern. Die Realität allerdings heißt Regionalliga 2018.

fw

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