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Ismaik poltert gegen 1860-Vertreter - und stimmte gegen eigenen Kandidaten

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Von: Florian weiß

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Hasan Ismaik stimmte überraschend nicht für den von ihm favorisierten Franz Gerber. Stattdessen hätte er Markus Fauser vorerst halten wollen.
Hasan Ismaik stimmte überraschend nicht für den von ihm favorisierten Franz Gerber. Stattdessen hätte er Markus Fauser vorerst halten wollen. © Christina Pahnke / sampics

Franz Gerber wird nicht Geschäftsführer des TSV 1860. Nicht nur wegen des Votums des Vereins, auch Hasan Ismaik stimmte überraschend gegen seinen Favoriten.

Am Mittwoch wird Michael Scharold, der neue Geschäftsführer des TSV 1860, in einer Gesprächsrunde mit Medienvertretern vorgestellt. Die Entscheidung, dass er der neue starke Mann und damit Nachfolger von Markus Fauser wird, teilten die Löwen in der Nacht zu Dienstag um 0.33 Uhr via Pressemitteilung mit. Der von der Investorenseite präferierte Franz Gerber wurde nicht berufen, denn, wie Hasan Ismaik unserer Onlineredaktion bestätigte, zog der e.V. die 50+1-Regel zur Installation von Scharold.

Soweit, so klar, doch diese Meldung sorgt nun für Verwunderung: Gerber hatte laut Informationen der Süddeutschen Zeitung in der Sitzung des vierköpfigen Geschäftsführungsbeirates gar keine Stimme erhalten. Auch nicht die von Hasan Ismaik und seinem Bruder Yahya. Diese wollten nun statt Gerber eine Fortsetzung des Engagements von Markus Fauser, den die Investorenseite im Sommer eigentlich gar nicht holen wollte. Das Ziel: Zeit gewinnen, um mit den e.V.-Vertretern eine gemeinsame Lösung zu finden. Doch eine Abstimmung darüber kam erst gar nicht zustande. Damit präzisiert sich auch Ismaiks Facebook-Post, in dem er erklärte, er hätte sich „auch durchaus damit anfreunden können, über eine gemeinsame Kompromisslösung zum Wohle des TSV 1860 nachzudenken“, dass dies aber von Verein „offenbar nicht gewünscht“ wurde.

Ismaik: Fauser hat „Sechs-Punkte-Wunschliste“ noch nicht umgesetzt

„Fauser hat viel Geld bekommen und hat noch nichts getan“, soll Ismaik dem Blatt telefonisch mitgeteilt haben. Die Rede ist von der noch nicht erfolgten Umsetzung der „Sechs-Punkte-Wunschliste“ des Investors, die ihm mehr Macht verleihen sollte. Die Kernforderungen waren im Sanierungsbeschluss vom Sommer 2017 enthalten.

Markus Fauser leitete die geschäftlichen Belange und die Sanierung des TSV 1860 von Juni bis Dezember 2017.
Markus Fauser leitete die geschäftlichen Belange und die Sanierung des TSV 1860 von Juni bis Dezember 2017. © MIS

Ismaik sagte über die e.V.-Vertreter, sie täten, was sie wollen, obwohl er mit ihnen kooperieren wolle. „Sie respektieren ihren Partner nicht, sie nutzen 50+1, das ist eine Schande für den deutschen Fußball und für ganz Deutschland“, polterte der Hauptgesellschafter. Er fürchte die Zerstörung der Firma, des Klubs. „Fußball ist Geld“, so Ismaik. „Ich will starke Spieler und gute Leute holen.“ Der TSV 1860 will die Sanierung aber ohne weitere Gelder des Jordaniers vorantreiben.

Ismaik kündigt Vorstellung zweier bekannter Persönlichkeiten an

Via Facebook hatte Ismaik angekündigt, seine „neue Vertrauensperson in München“ werde dazu demnächst Stellung beziehen, warum Ismaik Scharold, der demnächst noch einen sportlichen Leiter an der Grünwalder Straße installieren möchte und der laut Daniel Bierofka Ex-1860-Co-Trainer Günther Gorenzel-Simonitsch sein wird, ablehnt. Der neue Geschäftsführer, den Ismaik im April 2017 selbst zu 1860 brachte und respektiere, sei „kein Anführer, er ist schwach“.

Den Neuanfang will der Jordanier nicht nur mit einem, sondern sogar mit „zwei bekannte Persönlichkeiten“ vorantreiben, die die Sitze der Ismaik-Seite im Aufsichtsrat besetzen sollen. Diese sollen „in der nächsten oder übernächsten Woche“ präsentierte werden.

fw

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