tz-Kolumne

Heinrich heute: Was bedeutet eigentlich Relegation?

München - tz-Kolumnist Jörg Heinrich betrachtet in der Rubrik "Heinrich heute" die Sportwelt. Diesmal schreibt er über die anstehende Relegation für 1860 und deren historische Bedeutung.

Viele Menschen fragen uns: Was ist­ eigentlich eine Relegation? Nun, wir­ Lateiner wissen: Die Relegation war im alten Rom die mildeste Form der ­Verbannung. Der Bestrafte verlor zwar seine Heimat (vgl. 2. Liga, Grünwalder Stadion), behielt aber seine ­Bürgerrechte. Zudem war die ­Relegation oft befristet (ein oder mehrere Jahre). Weiterer Vorteil: Der Verbannte durfte sich selbst an den Ort ­seines Exils begeben und wurde nicht dorthin ­eskortiert (vgl. Uli Hoeneß, Blaskapelle). Es hätte für 60 ­also schlimmer kommen können. ­Deutlich härter als die Relegation wäre die Aquae et ignis ­interdictio, denn hier wird der Betroffene meist für vogelfrei erklärt. Wobei: Das kann Poschner durchaus noch passieren. Trotzdem ­verschafft das gute alte Latein Trost: Man steigt in Wahrheit gar nicht ab, man wird relegiert. Das klingt gleich viel eleganter.

Jörg Heinrich

Rubriklistenbild: © MIS

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