Halbzeit in der Regionalliga

Die 1860-Hinrundenbilanz: Herbstmeister mit drei Fragezeichen

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Jubel und Freude bei den Löwen: Ein halbes Jahr nach dem Doppelabstieg grüßt 1860 von der Tabellenspitze der Regionalliga Bayern.

Halbzeit für die Löwen in dieser ersten Saison nach dem Super-Gau im Sommer. Sportlich fällt die Bilanz eindeutig aus, aber es gibt auch drei große Fragezeichen vor der Rückrunde des TSV 1860.

Ein 3:0-Sieg gegen die SpVgg Bayreuth, gleichzeitig die Punktverluste der Verfolger aus Ingolstadt und Schweinfurt – es war ein Spieltag nach Maß für den TSV 1860. Nach 18 Runden stehen die Löwen mit fünf Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze der Regionalliga Bayern, dürfen sich Herbstmeister nennen und müssen damit leben, als Topfavorit auf die Meisterschaft bezeichnet zu werden. „Wenn man schaut, was im Sommer los war – unter diesen Rahmenbedingungen können wir sehr zufrieden sein mit den 41 Punkten“, sagt Trainer Daniel Bierofka. „Aber wir sind noch lange nicht da, wo ich die Mannschaft haben will. Beim Positionsspiel gibt es Verbesserungsbedarf, läuferisch sind wir umso besser. Ich hoffe, dass die Fitness ein Aspekt ist, der uns durch die Saison tragen wird.“

Eine Zwischenbilanz mit einem Ausrufe- und drei Fragezeichen.

Sport! Hier lässt sich den Löwen in der Tat wenig vorwerfen. Die um die erfahrene Achse Mauersberger–Gebhart-Mölders konstruierte Mannschaft punktete zuverlässiger als von vielen Skeptikern erwartet. Auch nach Gebharts Ausfall folgte kein Einbruch. In den neun Spielen ohne den Ideengeber holten die Löwen 21 ihrer 41 Punkte. Kraft, Ausdauer und die Gefährlichkeit bei Standards ließen die Mängel im Spielaufbau nicht allzu sehr auf die Ergebnisse durchschlagen. Auch der erst 20-jährige Torwart Marco Hiller mauserte sich schnell zum echten Rückhalt.

Die Löwen-Fans in der Westkurve.

Stadion? Im Spiel gegen Bayreuth machte sich Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter ein Bild von der Lage auf Giesings Höhen. Die in Teilen gesperrte Westkurve fiel auch dem Stadtoberhaupt negativ ins Auge, wie 1860-Präsident Robert Reisinger gegenüber der tz bestätigte: „Herr Reiter wird sich dafür einsetzen, dass zumindest der untere Teil von Block J zeitnah befüllt werden kann, um ein einheitliches Kurvenbild zu bekommen.“ Demnächst soll bei einer städtischen Ortsbegehung ausgelotet werden, wie weit sich die Kapazität von derzeit 12.500 Zuschauern über den Winter erhöhen lässt. Verbale Unterstützung bekommen die Löwen von Dr. Rainer Koch. Der Präsident des BFV schrieb auf seinem Facebook-Kanal: „Ein Ausbau auf 15.000 Zuschauer sollte schnell umsetzbar sein in einer Stadt, wo für viele Hundert Millionen Euro das Gasteig Kulturzentrum renoviert und eine neue Philharmonie (aus Mitteln des Freistaats, nicht der Stadt) gebaut werden kann.“

Geschäftsführer? Ob Markus Fauser sein Engagement fortführen wird, ist weiterhin offen. Dafür ist die Sportdirektoren-Frage fürs Erste beantwortet. Fauser habe ihm mitgeteilt, dass es in der Regionalliga keinen Sportchef geben werde, sagte Bierofka im BR. Allerdings soll schnellstmöglich dafür gesorgt werden, dass Nachwuchszentrums-Vize Jürgen Jung hauptamtlich als KGaA-Chefscout eingesetzt werden kann. Fauser arbeitet am Servicevertrag zwischen e.V. und KGaA und befindet sich nach eigener Aussage im Austausch mit Hasan Ismaiks Beratern.

Hasan Ismaik (r.) hält an seinen Anteilen fest, die Zukunft von 1860-Geschäftsführer Markus Fauser ist offen.

Investor? Dass er seine Anteile nicht verkaufen will, hat Ismaik wiederholt betont. Alle Nachfragen, was er mit 1860 vorhabe, blieben bislang unbeantwortet. Die e.V.-Vertreter halten sich mit Aussagen zurück, Einstiegs-Interessent Gerhard Mey hüllt sich seit Wochen in Schweigen. Fauser’sche Phrasengemälde zieren die blaue Fassade. Dahinter rumort es gewaltig.

Ludwig Krammer

Löwen erkämpfen sich Herbstmeisterschaft: Einer kriegt die Zwei, zwei die Vier

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