Löwen-Legende im Interview

Hofmann über 1860: "Der Verein braucht Ruhe"

+
Will mit dem Kirchheimer SC wieder die Favoriten ärgern: Michael Hofmann

München - Mit dem Kirchheimer SC wurde Michi Hofmann zum "Relegations-Meister". Im Interview mit Fussball Vorort spricht der Ex-Löwe über seine Ziele und den TSV 1860.

In der neuen Saison will Trainer Michael Hofmann mit dem KSC erneut die Klasse halten. Der ehemalige Profi spricht außerdem über weitere Ziele mit dem KSC und die Situation beim TSV 1860 München.

Der Kirchheimer SC hat sich zuletzt zweimal erst in der Abstiegsrelegation gerettet. Wie zuversichtlich sind Sie, dass der Klassenerhalt nächstes Jahr souveräner gelingt?

Michael Hofmann:  Nachdem uns einige wichtige Spieler, wie zum Beispiel unser Kapitän Sebastian Müller, Sebastian Schimmschal und Sebastian Hammler, im Sommer verlassen haben, heißt das Ziel auch in der Saison 2015/16 ganz eindeutig Klassenerhalt. Mein Wunsch wäre, dass wir die Klasse diesmal direkt halten können, aber wenn der Klassenerhalt erst nach 36 oder 38 Spielen feststehen sollte, unterschreiben wir das auch.

Wie ist die Sommervorbereitung bisher gelaufen?

Nachdem wir bis zum 7. Juni Relegationsspiele bestreiten mussten, befinden wir uns erst seit dem 22. Juni wieder im Training. Aufgrund der großen Belastung durch die lange Saison haben meine Jungs diese Pause dringend benötigt. Große Erkenntnisse gab es bisher noch nicht, aber man sieht der Mannschaft deutlich an, dass sie wieder heiß auf Fußball ist; kurze Pause hin oder her!

Sie erwähnten bereits, dass einige Stützen der vergangenen Jahre den Verein verlassen haben. Hat sich denn auf der Zugangsseite auch schon etwas getan?

Der Aderlass, den wir auch schon vor der letzten Saison zu verkraften hatten, hat sich in diesem Sommer leider fortgesetzt. Durch die lange Ungewissheit, in welcher Liga der KSC in der Saison 2015/16 spielt, haben uns leider einige Spieler abgesagt. Mit Eugen Martin vom TSV 1860 Rosenheim kommt aber ein Spieler zu uns, der bereits in der Regionalliga gespielt hat. Außerdem konnten wir mit Almir Hasanovic und Yasin Demirci zwei talentierte, junge Spieler zu uns holen. Abdelaziz Abdane und Florian Rädler aus unserer eigenen Jugend haben wir ja schon seit der letzten Saison bzw. seit dem Winter in unserer Mannschaft. Sie und weitere junge Spieler sollen in der kommenden Saison den nächsten Schritt machen.

Sie kommen aus dem Profibereich. Was sind mittelfristig ihre persönlichen Ziele und was glauben Sie, ist mit dem KSC in den kommenden Jahren möglich?

Sie spielen darauf an, dass ich mal gesagt habe, dass ich mir irgendwann vorstellen könnte auch im Profibereich als Trainer zu arbeiten. Mit derartigen Überlegungen befasse ich mich aktuell nicht, da mein ganzer Fokus und meine volle Konzentration dem Kirchheimer SC gelten!

Mit Kevin Staudigl, der leider noch länger wegen einer Kreuzbandverletzung ausfallen wird, habe ich auch in der neuen Saison einen tollen Co-Trainer an meiner Seite, der mich unterstützen wird.Mittelfristig wollen wir den KSC in der Landesliga etablieren. Dabei soll mutiger Fußball gespielt werden. Die Leute sollen sehen, dass man in Kirchheim mit großem Kampfgeist und einer frischen Spielweise erfolgreich Fußball spielen kann! Dabei werde ich als ehemaliger Torwart natürlich auch darauf achten, dass wir dabei nicht zur Schießbude mutieren (lacht). Ein mögliches Ziel wäre es mal unter den ersten Zehn abzuschließen, um sich für die Qualifikationsrunde zum Toto-Pokal zu qualifizieren. Solche zusätzlichen Spiele unter Wettkampfbedingungen tun jeder Mannschaft gut.

Wir haben aber auch noch andere, platzierungsunabhängige Ziele. Wir werden in der anstehenden Saison ein junge, hungrige KSC-Mannschaft auf dem Platz sehen, die sehr viel Potenzial mitbringt. Diese Mannschaft soll sich weiterentwickeln und versuchen, sich mit dem KSC in der Landesliga zu etablieren. Dabei wird es sicherlich auch mal Rückschläge geben, die wir nach Möglichkeit gering halten wollen.

Welche Mannschaften schätzen Sie in der kommenden Landesliga-Saison als besonders stark ein?

Die ersten fünf, sechs Plätze sind aus meiner Sicht bereits relativ fix vergeben. Die „Spiele“ wird versuchen den direkten Wiederaufstieg zu schaffen und wird sich dabei vor allem mit dem FC Ismaning, dem FC Töging, dem VfB Hallbergmoos-Goldach und dem FC Deisenhofen um die ersten Plätze duellieren. Auch der SC Eintracht Freising wird oben ein Wörtchen mitreden wollen, hat aber mit Benjamin Held seinen Toptorjäger und mit Manuel Haupt seinen Kapitän verloren. Ich denke, dass es sich im Wesentlichen auf diese Mannschaften reduzieren wird.

Der TSV 1860 München hat eine turbulente Saison hinter sich. In der Sommerpause blieb die Situation in Giesing ebenfalls unübersichtlich. Die „Löwen“ peilen für die kommende Saison einen Platz im gesicherten Mittelfeld an. Ist das ihrer Meinung nach realistisch?

Zur aktuellen Situation möchte ich gar nicht viel sagen, ich bin einfach froh, dass Sechzig den Klassenerhalt gepackt hat. Der Verein braucht Ruhe, wenn er endlich den erhofften Schritt vorwärts machen möchte; alle im Verein müssen an einem Strang ziehen.

Zum Saisonziel kann ich nur sagen, dass die zweite Liga auch in der neuen Saison extrem ausgeglichen sein wird. Da kann der Tabellen-18. jederzeit den Ersten schlagen! Ich persönlich wünsche mir eine ruhigere und sportlich erfolgreichere Saison als es die letzte war. Damit wäre auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung getan!

Stefan Huber

Auch interessant

Meistgelesen

Aigner: „Zwei Bonusspiele, um die Saison zu retten“
Aigner: „Zwei Bonusspiele, um die Saison zu retten“
1860 in der Relegation gegen Regensburg: Wo gibt‘s noch Tickets?
1860 in der Relegation gegen Regensburg: Wo gibt‘s noch Tickets?
Diese Fragen müssen die Löwen vor der Relegation noch klären
Diese Fragen müssen die Löwen vor der Relegation noch klären
Trainerdiskussion bei den Löwen: Jetzt spricht Cassalette
Trainerdiskussion bei den Löwen: Jetzt spricht Cassalette

Kommentare