Nur ein Sieg fehlt zur Rettung

Löwen torlos in Kiel - "Ein gefährliches Ergebnis"

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Nicht Fisch und nicht Fleisch: Das 0:0 bei Kiel kann für die Löwen sehr gefährlich sein.

Kiel - Dank einer kämpferischen Leistung holt sich der TSV 1860 München bei Holstein Kiel ein Unentschieden. Durch das 0:0 haben die Löwen für das Rückspiel noch alle Chancen.

Die Chance lebt noch. Der Verbleib in der Zweiten Liga ist nach dem ersten Relegationsspiel am Freitagabend bei Holstein Kiel für den TSV 1860 nach wie vor gegeben. Ein 0:0 nahmen die Löwen von der Ostsee mit nach München, jetzt reicht ein Sieg mit einem Tor Unterschied am Dienstag in der ­Allianz Arena, um den Super-GAU abzuwenden. Trainer Torsten Fröhling warnte im BR allerdings auch gleich davor, sich zu sicher zu fühlen. „0:0 ist ein gefährliches Ergebnis“, sagte der 48-Jährige, „und beileibe kein Traumergebnis.“

Etwas enttäuscht war Fröhling von der fußballerischen Darbietung seiner Mannschaft, vor allem in der zweiten Halbzeit: „Spielerisch haben wir zu wenig gemacht. Wir haben nicht das gezeigt, was wir können.“ Keine Abstriche allerdings wollte der Trainer machen, was den Einsatz betraf: Kampf und Leidenschaft waren da. Damit war ich zufrieden.“

Den Löwen tat es zunächst spürbar gut, dass sie im Gegensatz zum peinlichen Auftritt beim 0:2 in Karlsruhe wieder auf Gary Kagelmacher und Valdet Rama zurückgreifen konnten. Vor allem Rama sorgte im Angriff für ganz viel Betrieb und hatte in den ersten 45 Minuten großen Anteil daran, dass sich die Darbietung der Löwen durchaus sehen lassen konnte. Auch weil die Abwehr um Christopher Schindler funktionierte und vor allem bei Kopfballduellen meistens die erste Geige spielte. Den Kielern gelang aber ohnehin nicht allzuviel in der ersten halben Stunde, in der die Partie vom TSV 1860 relativ gut kontrolliert wurde.

Die erste Löwen-Torchance allerdings gab’s erst in der 31. Minute. Ein raffiniert angeschnittener Freistoß von Maxi Wittek strich knapp über die Latte. Von da an hieß es Leinen los an der Kieler Förde. Die Löwen drückten, und hätte Schiedsrichter Meyer genauer hingeschaut, hätte er in der 33. Minute durchaus auf Elfmeter für 1860 entscheiden können, nachdem Kai Bülow zu Boden gerissen wurde.

Die Kieler trauten sich allerdings danach auch mehr. Heider vergab eine gute Chance kläglich (34.), und kurz vor der Pause brannte es zweimal so richtig im Strafraum der Blauen. Erst scheiterte Ex-Löwe Manuel Schäffler (44.) am rettenden Schindler, und kurz darauf setzte Kazior einen Kopfball knapp vorbei.

Ob den Löwen die beiden Szenen so viel Angst eingejagt haben, dass sie in der zweiten Halbzeit kaum mehr ein Bein auf die Erde brachten. Da zeigten sie dann wieder, zu welch fußballerischen Grausamkeiten sie in der Lage sind und überließen den Kielern fast die gesamten 45 Minuten lang die Initiative.

Zum Glück hatte der Drittligist aber nicht die spielerischen Mittel, um aus seiner Überlegenheit Kapital zu schlagen. Die Löwen wiederum bolzten die Bälle mal wieder nur planlos in der Gegend rum, Valdet Rama tauchte auf einmal auch völlig ab, und Rubin Okotie wurde nach 55. Minuten ausgewechselt, da er gelb-rot-gefährdet war und zudem kaum was Vernüftiges zustande gebracht hatte.

Das Hinspiel der Löwen in der Relegation im Ticker zum Nachlesen.

 Die einzige Chance für die Löwen in der zweiten Halbzeit: Ein 20-Meter-Schuss von Wittek, der knapp am langen Eck vorbeistrich. Mehr war nicht. „Wir waren nach der Pause einfach zu mutlos“, sagte Christopher Schindler. „Das war zu wenig. Aber trotzdem ist es ein ordentliches Ergebnis, mit dem wir leben können. Wir müssen es jetzt einfach zu Hause richten, da stehen wir in der Pflicht.“ Eine Vorentscheidung habe man in den ersten 45 Minuten versäumt, meinte Schindler.

Im Rückspiel haben die Löwen nun aber noch immer alles in der eigenen Hand. Ein Sieg reicht Sechzig in jedem Fall zum Klassenerhalt. Aber: Den Kielern reicht schon ein Remis mit Toren zum Aufstieg ...

Sechzig mit Remis bei Kiel - Zwei 2er und zwei 5er

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fw/lk/tz

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