Beim Spiel 1860 gegen St. Pauli musste die Polizei die Angreifer mit massivem Schlagstock-Einsatz trennen

Hooligan-Alarm an der Allianz-Arena

Polizei gegen Hooligans: Hässliche Szenen, wie hier bei einem Drittligaspiel in Jena, gibt es immer öfter auch in München
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Polizei gegen Hooligans: Hässliche Szenen, wie hier bei einem Drittligaspiel in Jena, gibt es immer öfter auch in München

Für die ersten Fans war das Spiel längst vorbei, bevor es überhaupt begonnen hatte.

Massive Ausschreitungen gewalttätiger Fans überschatteten am Sonntag das Fußballspiel 1860 München gegen St. Pauli in der Allianz-Arena.

Video: 1860 gegen St. Pauli - Hooligan-Attacke nach Spiel

Bereits gegen 10.15 Uhr sorgten 23 anreisende Chemnitzer Fans am Münchner Hauptbahnhof für Ärger. Die suchen regelmäßig Streit mit den Hamburger St-Pauli-Fans und reisen ihnen – wie man sieht – extra hinterher. Als direkt nach Ankunft des Zuges auf dem Bahnsteig Kanonenschläge explodierten, riegelte die Bundespolizei für die Durchsuchung den Bahnsteig ab. Ein Hooligan wurde festgenommen. Da überrannten die anderen die Absperrung. Erst ein massives Polizeiaufgebot brachte die Schläger unter Kontrolle. Alle 23 wurden bis Spielende in Gewahrsam genommen. Mittags lotste die Polizei einen Bus mit 53 Hamburger Fans von der Autobahn zur Durchsuchung. Die Ausbeute war schauderhaft: Neben Zahnschutz, Lederhandschuhen, Pfefferspray und Sturmhauben wurden fünf CDs mit brutalsten Fan-Schlägereien gefunden. Zwei Fans wurden wegen Drogenbesitzes festgenommen.

Während des Spiels – unter den 28 000 Zuschauern waren 6500 Gäste und rund 220 echte Hooligans aus beiden Lagern – herrschte nach Einschätzung von Polizeisprecher Peter Reichl „eine äußerst aggressive Stimmung“, die darin gipfelte, dass die St-Pauli-Fans mit hohen Gittern am Verlassen ihres Blocks gehindert werden mussten. Die Ordner kassierten acht Messer.

Auf der Esplanade dann kam es nach dem Spiel zum Showdown. Als starke Polizeikräfte (240 insgesamt) die Hamburger zu ihren Bussen eskortierten, schickten die Löwen-Fans plötzlich ihre Frauen weg und griffen an. Erst acht Polizeipferde und ein massiver Schlagstock-Einsatz konnten die Angreifer zerstreuen Die Münchner Polizei sieht den nächsten Hoch-Risiko-Spielen im März und April sehr kritisch entgegen. Reichl: „Wir würden uns wünschen, dass die Vereine derartig aggressive Fan-Gruppen stärker in die Verantwortung nähmen.“

dop.

Löwen-Jubel pur beim Kantersieg gegen St. Pauli! - Bilder und tz-Einzelkritik

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Quelle: tz

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