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Hopfner: "1860 hat die Schulden verringert"

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Robert Schäfer (l.) und Dieter Schneider waren zuletzt an der Säbener Straße zu Gast - mit Geldkoffer?
Robert Schäfer (l.) und Dieter Schneider waren zuletzt an der Säbener Straße zu Gast - mit Geldkoffer? © sampics

München - Die Fans des FC Bayern sind kategorisch gegen Finanzspritzen für den TSV 1860 und protestieren, doch die Löwen haben ihre Schulden sogar verringert. Bloß: Woher kommt das Geld?

Es dauerte 30 Minuten bis zum ersten echten Aufreger. Auf dem Platz tat sich beim Heimspiel der Bayern gegen Kaiserslautern nicht viel, die roten Teufel stellten die Räume clever zu, nach vorne ging beim Rekordmeister nicht viel. Da entrollten die eingefleischten Fans auf der Südtribüne das erste Spruchband – und erinnerten Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge an seine Worte auf der Jahreshauptversammlung: „JHV 30.11.10 – KHR: Eine weitere finanzielle Hilfe ist ausgeschlossen.“ Klar: Es geht um den TSV 1860. Bei der Mitgliederversammlung betonten Rummenigge wie Hoeneß unisono: Kein weiterer Mieterlass, keine weiteren Hilfen.

Das Sparbuch des TSV 1860

Dass die Löwen bei der Liquiditätsprüfung der DFL am 13. Januar – an diesem Termin mussten 5,3 Millionen Euro nachgewiesen werden – grünes Licht bekamen, erzürnt die Hardcore-Anhänger. Sie glauben, dass daran die milde Politik der eigenen Vereinsführung mit dem Lokalrivalen „schuld“ sei. Das machten die Fans mit dem Plakat, das kurz darauf folgte, klar: „Heute: Retter – Das ist doch populistische Scheiße.“

Die Haltung vieler Anhänger: Der Patient 1860 darf nicht durch Mieterlasse oder Stundungen am Leben erhalten werden. „Kein Cent den Blauen“, lautete die Botschaft auf einem weiteren Spruchband zu Beginn der zweiten Halbzeit. „Gebt unser Geld nicht blauäugig aus“, hieß es weiter bei der großen Protestaktion.

Aber sind die Roten wirklich der Retter der Blauen? „Die Fans wissen im Detail nicht, was wir getan haben“, beschwichtigte Rummenigge nach dem Spiel. Bei „passender Gelegenheit“ wolle man dem Anhang die Hintergründe erklären, „dann werden sie die Dinge in einem anderen Licht sehen“, verspricht der Vorstandsvorsitzende. Rummenigge versichert: „Wir haben die Stundung der Schulden, die 1860 bei uns hat, akzeptiert. Nicht mehr und nicht weniger.“

Konkreter konnte Rummenigge nicht werden, auch wenn er die Fans gerne noch weiter beruhigt hätte. „Wir haben das auch nicht ganz selbstlos getan, wir sind ja trotzdem Kaufleute“, so der Vorstand gelassen. „Der Benefit liegt im Mietvertrag und in anderen Dingen, über die man nicht so sprechen kann. Man kann das jetzt nicht so aus der Hüfte schießen.“ Nur eines verriet Rummenigge noch: „Die Schulden wurden verringert.“

Schäfer & Schneider: Löwen-Besuch beim FCB

Nach dieser Aussage herrscht erst einmal Rätselraten: 1860? Schulden verringert? Passt irgendwie nicht zusammen… Stimmt aber. Das erläuterte Karl Hopfner der tz. „Ja, 1860 hat die Schulden verringert“, bestätigt der Finanzboss am Samstagabend: „Sie haben eine Teilzahlung an die Allianz Arena GmbH geleistet. Die Schulden des TSV 1860 sind geringer, als sie noch im November waren.“ Woher kommt das Geld? Die Verantwortlichen der Löwen wollten sich auf tz-Nachfrage dazu am Sonntag nicht äußern.

ta

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