Kampfflugzeug bei Madrid abgestürzt

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Horror-Szenario

Kader, Stadion, Lizenz: Das droht 1860 bei Abstieg

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TSV 1860 gegen Unterhaching im Grünwalder Stadion: So wie hier beim Testspiel im Januar 2015 könnte es auch in der kommenden Spielzeit ablaufen - dann aber in der 3. Liga.

München - Was passiert mit dem TSV 1860, sollte der Klassenerhalt in der 2. Liga tatsächlich misslingen? Wir beantworten die wichtigsten Fragen im Falle des Super-GAUs.

Es ist ein Szenario, das sich kein Löwen-Fan und auch der neutrale Münchner Fußball-Interessierte nicht vorstellen möchte. Doch die Gefahr, dass der TSV 1860 nach elf Jahren in der 2. Liga und erstmals seit 1992 in die Drittklassigkeit abstürzen könnte, ist angesichts der aktuellen Tabellensituation immens hoch. Auch wenn es durchaus Aspekte gibt, die Hoffnung auf den Klassenerhalt machen, stellt sich die Frage: Was passiert mit Sechzig im Falles des Super-GAUs? Wir klären die brennendsten Fragen.

Droht 1860 bei einem Abstieg sogar der Lizenzentzug?

Davon ist nicht auszugehen. Denn Löwen-Präsident Gerhard Mayrhofer stellte im Gespräch mit der tz klar: "Hasan Ismaik wird auch im Falle das Abstiegs Gesellschafter bleiben. Sechzig ist nicht tot, wenn es wirklich in die Dritte Liga gehen sollte." Heißt: Der Investor würde den TSV nicht fallen lassen, sondern (wenn nötig) soweit helfen, dass der Spielbetrieb in der 3. Liga aufgenommen werden kann. Ein Horror-Szenario, wie es beispielsweise den SSV Ulm im Jahr 2001 ereilte, als den Spatzen nach dem Abstieg aus der 2. Liga die Lizenz verweigert wurde und diese somit gar in die Viertklassigkeit stürzten, droht also nicht.

Was passiert mit der zweiten 1860-Mannschaft?

Einen herben Rückschlag würde der Abstieg der Profis für die zweite Mannschaft bedeuten, die aktuell in der Regionalliga Bayern (4. Liga) in der Spitzengruppe mitspielt. Diese müsste nach Statuten des Bayerischen Fußball-Verbandes in die fünftklassige Bayernliga zwangsabsteigen. Der Grund hierfür ist folgender Passus: (§2, 2 und 3): "Zweite Mannschaften von Drittligisten (auch wenn sie ein anerkanntes Nachwuchs-Leistungszentrum haben), dritte Mannschaften von Lizenzvereinen sowie zweite Mannschaften von Amateurvereinen sind in der Regionalliga Bayern nicht spielberechtigt. Steigt ein Lizenzverein in die Dritte Liga ab, so wird seine in der Regionalliga spielende zweite Mannschaft nach dem letzten Spieltag an den letzten Platz der Tabelle gesetzt und gilt als erster Absteiger. Die Tabelle ändert sich entsprechend."

Würde der 1860-Kader auseinanderbrechen?

Dem TSV 1860 droht in diesem Falle ein nicht zu vermeidender Radikal-Umbruch. Denn laut Informationen der Bild besitzen nur maximal vier Profis einen Vertrag, der auch in der 3. Liga gültig wäre. Wer das ist, darüber darf spekuliert werden. Da käme ordentlich Arbeit auf Sportchef Gerhard Poschner zu! Spieler mit Amateurverträgen sind hingegen nicht betroffen, deren Arbeitspapiere gelten allesamt auch für die 3. Liga.

Bei Moritz Volz, Guillermo Vallori, Kai Bülow und Fejsal Mulic laufen die Verträge aus - und bis auf Mulic dürften alle wohl den Verein verlassen. Spieler wie Julian Weigl, Daniel Adlung, Rubin Okotie oder Edu Bedia wären wohl nicht zu halten - um nur einige zu nennen. Löwen-Eigengewächse wie Vitus Eicher, Korbinian Vollmann oder Dominik Stahl könnten dagegen beim Wiederaufbau wichtige Stützen sein.

Es wäre aber davon auszugehen, dass neben Neuzugängen auch zahlreiche Akteure von 1860 II und den Nachwuchsteams hochgezogen werden und so eine fast komplett neue erste Mannschaft formen würden. Das wiederum würde die starken Jugendmannschaften schwächen und zudem den Neuanfang von 1860 II in der Bayernliga erschweren.

Immerhin: Das Nachwuchsleistungszentrum würde weiter bestehen. "Wir werden immer alles tun, um die herausragende Arbeit im Nachwuchsbereich sicherzustellen", sagt 1860-Geschäftsführer Markus Rejek vor Kurzem der Bild.

Arena, Grünwalder, Olympia - wo würde 1860 spielen?

Die Allianz Arena würde die Löwen in der Dritten Liga finanziell ruinieren. Man darf davon ausgehen, dass sich 1860 mit dem FC Bayern schnell über einen Auszug einigen könnte. Das Olympiastadion ist aber eine unwahrscheinliche und wohl auch zu große Alternative (69.000 Plätze). Dort müsste erst einmal wieder ein Rasen inklusive Rasenheizung eingebaut werden - und das wäre bis Saisonstart 2015/16 nicht realisierbar. Aktuell ist der Innenbereich asphaltiert.

Die wahrscheinlichste Spielstätte wäre somit das Grünwalder Stadion. Dieses ist für die 3. Liga geeignet und findet auch bei Oberbürgermeister Dieter Reiter Zuspruch - sogar als Zweitliga-Spielort. Die große Frage wäre aber: Wie viele Fans dürften in der Dritten Liga auf Giesings Höhen dabei sein? Aktuell liegt die genehmigte Kapazität bei 12.500, aber die dürfte erhöht werden. In der Zweitliga-Saison 2004/2005 waren 21.272 Fans zugelassen (Zuschauerschnitt in Giesing damals: ca. 18.500). Eine aufgestockte Kapazität in diesem Rahmen erscheint auch jetzt realistisch, sollte die Westkurve saniert und komplett reaktiviert, sowie die Ostkurve zur (funktionierenden) Gästekurve umfunktioniert werden können.

Diese Gegner würden auf die Löwen warten

In der Dritten Liga tummeln sich mittlerweile einige namhafte Vereine, auf die 1860 treffen könnte. Dynamo Dresden, Hansa Rostock, Preußen Münster, Fortuna Köln, Energie Cottbus, MSV Duisburg, SpVgg Unterhaching - all diese Vereine spielen (vorbehaltlich der Entscheidung um Auf- und Abstieg) drittklassig. Das klingt zwar nach attraktiven Duellen, würde aber nichts an der tristen Drittklassigkeit ändern. Und es gibt durchaus negative Beispiele von Traditionsvereinen, die den Abstieg aus der 2. Liga nicht verkraften konnten und teilweise noch weiter abrutschten.

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DFB-Pokal: 1860 droht Qualifikations-Zwang

Für den DFB-Pokal wäre der TSV 1860 2015/2016 übrigens qualifiziert, hätte als Drittligist in der ersten Runde ein garantiertes Heimspiel gegen einen Profi-Verein. Rein theoretisch wäre hier sogar ein Derby gegen die Bayern möglich. Für die nachfolgenden Spielzeiten aber müssten die Löwen entweder Rang eins bis vier in der Dritten Liga belegen oder den Toto-Pokal gewinnen, um am DFB-Pokal teilnehmen zu können. Dort treten insgesamt 64 bayerische Amateurmannschaften in sechs K.O.-Runden an. Die Qualifikation für den DFB-Pokal-Wettbewerb wäre insoweit wichtig, da er als zusätzliche, lukrative Einnahmequelle dienen würde.

fw

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