Nur acht Wochen im Amt

Ayre: So erklärt er seinen Rücktritt als 1860-Geschäftsführer

Ian Ayre war bei den Löwen nur zwei Monate im Amt.
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Ian Ayre war bei den Löwen nur zwei Monate im Amt.

Ian Ayre verließ den FC Liverpool, um beim TSV 1860 in der 2. Liga anzuheuern. Doch nur acht Wochen nach seinem Amtantritt warf der Engländer hin - und begründet seine Entscheidung mit internen Unstimmigkeiten.

Als es für die Löwen um alles ging, war Ian Ayre schon nicht mehr da. Der Löwen-Geschäftsführer, der Anfang April als Heilsbringer, Visionär und verantwortungsvoller Fußballfachmann sein Amt an der Grünwalder antrat, stellte bereits am Morgen des alles entscheidenden Relegations-Rückspiels gegen Jahn Regensburg seinen Posten zur Verfügung.

Nach nur acht Wochen warf der vom FC Liverpool gekommene Ayre also die Brocken wieder hin - die Meldung wurde von Vereinsseite allerdings noch bis zum späten Dienstagabend zurückgehalten, "um die Mannschaft und das Umfeld vor dem wichtigen Spiel gegen Regensburg nicht zu belasten", so heißt es in der Mitteilung. Am 0:2 der Löwen gegen Regensburg und dem verdienten Abstieg in die Dritte Liga änderte diese Maßnahme freilich nichts.

Der Engländer, im vergangenen Jahr auf der Insel noch zum zum Manager des Jahres gekürt, begründet seine Entscheidung in einem Statement, das auf der Webseite von Liverpool Echo nachzulesen ist.

Ayre nimmt Ismaik in Schutz

“Leider hatte ich während meiner kurzen achtwöchigen Amtszeit eine Organisation vorgefunden, in der die beiden Gesellschafter (KGaA und Verein, Anmerk. d. Red.) weder einheitliche Interessen haben noch eine gemeinsame Vision für die Zukunft des Klubs teilen“, so Ayre: „Daher gab es erhebliche Streitigkeiten zwischen den verschiedenen Gesellschaftern in einer entscheidenden Phase, die es für mich unmöglich machten, mein Amt weiter auszuüben - obwohl das Budget für die nächste Saison bereits autorisiert war.“

Ayre nimmt Investor Hasan Ismaik in seinem Statement ausdrücklich aus: „Ich habe bereits in der Vergangenheit gesagt, dass Hasan Ismaik eine große Leidenschaft für den Klub hegt und in großem Stil investiert hat, um 1860 wieder erfolgreich zu machen. Diese Investitionen werden jedoch so lange keine Früchte tragen, bis alle Gesellschafter sich auf gemeinsame Ziele einigen und respektvoll miteinander umgehen. Derzeit ist dies nicht der Fall. Doch nur so kann die Geschäftsführung einen effektiven und erfolgreichen Klub aufbauen und lenken.“

Pressestimmen zum Löwen-Abstieg: Fan-Schande bei 1860-Abstieg

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Ganz englischer Gentleman findet Ayre aber auch lobende Worte für seinen Acht-Wochen-Arbeitgeber: „Wie ich bereits auf meiner Antrittspressekonferenz betont habe, glaube ich, dass dieser Klub eine einzigartige Geschichte hat. In der kurzen Zeit, in der ich hier tätig war, war das Ausmaß der Unterstützung für 1860 München unglaublich. Die Atmosphäre war bei den Heim- und Auswärtsspielen, bei denen ich dabei war, unvergesslich und ein großes Vermächtnis für die deutsche Bundesliga und ihre Fans.“

Ayre bedauert, dass er den Rücktritt antreten musste und hofft, „dass die Gesellschafter eine Lösung finden, die es den 1860-Anhängern ermöglicht, ihren Klub wieder dort zu sehen, wo er hingehört: an die Spitze des deutschen Fußballs“.

Dass der Weg dorthin ein steiniger und außerordentlich langer sein wird, ist spätestens nach den Vorfällen in der Nordkurve in der Schlussphase des Relegations-Rückspiels gegen Regensburg klar.

Wie geht es beim TSV 1860 nun weiter? In unserem News-Ticker halten wir Sie stets auf dem Laufenden.

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