Ignjovski schon im Winter weg?

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Aleksandar Ignjovski - hier gegen Adrian Ramos - brachte manchen Berliner zur Verzweiflung

München - Aleksandar Ignjovski (19) hat sich für seine Leistung beim 1860-Sieg über Hertha ein Sonderlob abgeholt. Doch es ist gut möglich, dass der Serbe nur noch zweimal im Löwen-Jersey aufläuft.

Wie der Kicker berichtet, stehen die Löwen in intensiven Verhandlungen mit einem Bundesligisten über einen Winterabgang von Aleksandar Ignjovski. Die tz hakte bei Miki Stevic nach. Der Löwen-Sportdirektor: "Ich will das nicht dementieren, aber auch nicht weiter kommentieren."

Um welchen Verein es sich handelt, ist noch unklar. Kandidaten könnten Werder Bremen und 1899 Hoffenheim sein. Dass der klamme FC Schalke 04, dessen Coach Felix Magath als Ignjovski-Fan gilt, im Winter die Geldbörse weit genug aufmachen kann, ist eher unwahrscheinlich.

1860-Winterverkäufe: Die Kandidaten

Mögliche Verkäufe: Welche Spieler könnten das 1860-Finanzloch stopfen?

Klar war schon länger, dass die Löwen finanziell schwer angeschlagen sind. Doch seit dem Punktabzug der DFL ist auch dem Letzten klar: Im Winter müssen die Löwen auch durch Spielerabgänge Geld machen - mal wieder. Entweder sollen Ablösen das Finanzloch stopfen - und/oder aber Gehaltseinsparungen. Diese Spieler könnten die Misere eindämmen.
Mathieu Béda: Der Franzose wurde zur U 23 strafversetzt, nachdem ein Wechsel im Sommer gescheitert war. Unter Coach Reiner Maurer wird er kein Profi-Spiel mehr machen. Und: Er soll zu den Großverdienern zählen. Die Löwen würden ihn nur zu gerne von der Gehaltsliste bekommen, müssen jedoch befürchten, dass er seinen Vertrag aussitzt. Dennoch: Ewald Lienen will den Franzosen nach Bielefeld lotsen. © sampics
Antonio Rukavina
Antonio Rukavina (26): Bereits im Sommer stand der Serbe zum Verkauf. Ein Wechsel (angeblich nach Holland) scheiterte am letzten Tag. Eigentlich brauchen die Löwen den Rechtsverteidiger - aber wenn das Angebot stimmt ... © dpa
Alexander Ludwig: Der Standard-Spezialist bekommt von Coach Reiner Maurer viel Lob, aber wenig Einsatzzeiten. Einen hohen Preis auf dem Markt würde er wohl derzeit nicht erzielen - aber wie bei vielen anderen gilt: Vielleicht hilft sein eingespartes Gehalt. © sampics
Alex Ignjovski
Aleksandar Ignjovski (19): Der kleine Serbe ist bei den Löwen Dreh- und Angelpunkt im defensiven Mittelfeld. Er hat bereits einen Vorvertrag beim AC Florenz - doch wenn jemand mehr bietet, wäre dieser nichtig. © dpa
Djordje Rakic
Djordje Rakic (24): Der Serbe ist erst seit dieser Saison fest angestellt bei den Löwen. Sorgte zu Beginn der Saison für Aufsehen, als er in den ersten vier Spielen vier Mal traf. Inzwischen ist er im Formtief. Dennoch wäre er wohl noch einer der Spieler, die am meisten Ablöse einbringen könnten. © Sampics
Florin Lovin (28): Noch vor einem Jahr galt Lovin als der Charakterspieler bei den Löwen. Unter Ewald Lienen im defensiven Mittelfeld gesetzt, warf ihn einen schwere Verletzung weit zurück. Bei Trainer Reiner Maurer hat Lovin einen schweren Stand. Bereits im Sommer gab es Anfragen für den Rumänen. Richtig viel würde er aber nicht erlösen. © Getty
Stefan Aigner (23): Der Publikumsliebling hätte bereits im Sommer nach Stuttgart gehen sollen. Er ist einer der Spieler, für den die Löwen wohl am meisten Ablöse aufrufen könnten. © sampics
Mate Ghvinianidze (23): Unter Trainer Reiner Maurer ging die Formkurve des Georgiers zuletzt wieder nach oben. Im Sommer läuft sein Vertrag aus. Deswegen würde ein Verkauf wohl nur wenig Geld einbringen. © sampics
Philipp Tschauner: Sein Vertrag läuft am Saisonende aus, ein Wechsel im Sommer nach England scheiterte. Bei einem entsprechenden Angebot im Winter würden ihm die Löwen sicherlich keine Steine in den Weg legen und Vitus Eicher oder Björn Bussmann zum Reservekeeper befördern. © Getty
Benny Lauth (29): Der Vertrag des Publikumslieblings läuft im Sommer aus. Zudem wird er im Sturm gebraucht. Es ist also nicht zu erwarten, dass er die Lösung der finanziellen Probleme ist. © dpa
Kevin Volland: Der 18-Jährige ist aktueller Stürmer Nummer 3 bei den Löwen - und hochtalentiert. Das ist auch anderen Vereinen nicht verborgen geblieben. Eventuell macht ja einer seinen Geldbeutel weit genug auf, sodass die Löwen schwach werden. © Getty
Man könnte noch weitere aufzählen, etwa Dominik Stahl. Der Beinahe-Verkauf von Stefan Aigner im Sommer hat gezeigt, dass die Löwen auch nicht davor zurückschrecken würden, absolute Leistungsträger zu verkaufen. Nicht weil sie es wollen, sondern weil sie es müssen. Am Ende ist bei einem finanziell angeschlagenen Verein ein Verkauf wohl immer eine Frage des Preises. Vertrauen wir Stevic, Niemann & Co., dass sie das Loch stopfen, ohne dass es allzuviel spielerische Substanz kostet. © Getty
Tarik Camdal: Für den Mittelfeldmann gibt es laut Miki Stevic Anfrage aus der Türkei und aus der Schweiz © sampics

Ignjovski hat bereits einen Vorvertrag beim AC Florenz unterschrieben, der allerdings nichtig wird, sofern ein anderer Verein mehr bietet. Die Löwen sind wohl auf Einnahmen durch Winterabgänge angewiesen, um das latente Loch in der Kasse zu stopfen.

Beim 1:0 der Löwen über Hertha BSC zählte der 19-jJrige als alleiniger "Sechser" zu den herausragenden Akteuren. Coach Reiner Maurer spendierte dem Mittelfeldmotor ein Sonderlob (siehe Video unten): "Er war defensiv spitze. Er war allein auf der Sechs und hat sich gegen eine starke Offensivmannschaft unheimlich abgekämpft. Er hat viel weggeräumt, was letztendlich auch entscheidend dafür war, dass wir kein Gegentor gekriegt haben."

al/lk

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