Die drei neuen Löwen-Spanier im tz-Interview

"Man merkt, dass 1860 ein großer Klub ist!"

Auf mehr Löwensiege! Sánchez, Bedia und Rodri in der Bräurosl.

München - Oans, zwoa, gwunna! Nach dem ersten Löwen-Dreier in St. Pauli gab’s für Ilie Sánchez, Edu Bedia und Rodri gleich eine Belohnung: einen Wiesn-Rundgang kurz vor der Eröffnung. Zwischen Fünfer-looping und Bräurosl nahm sich das Spanier-Trio auch noch Zeit für die tz.

Compañeros, wie ist der erste Wiesn-Eindruck – Kulturschock?

Bedia: Nein, gar nicht. Ich dachte nur nicht, dass es so groß ist. Unglaublich, was ihr hier jedes Jahr auf die Beine stellt.

Sánchez: Ich freue mich schon riesig darauf, das Ganze mal live und beleuchtet zu sehen.

Rodri: Aber schön Apfelsaft trinken, Ilie – oberste Priorität haben unsere Ziele mit 1860.

Sehr anständig. Wann drehen Sie denn mit Sechzig am großen Rad?

Sánchez: Der Sieg gegen St. Pauli gibt uns eine Menge Selbstbewusstsein. Wir haben es gemeinsam geschafft, nach dem schwierigen Start nochmal von null zu beginnen. Und jetzt hoffen wir, dass die Ergebnisse so bleiben und wir unseren Stil weiter durchziehen können.

Bedia: Ich kann mich Ilie nur anschließen. Die Ergebnisse waren am Anfang nicht gut, mit dem Sieg gegen St. Pauli geht’s jetzt bergauf.

Rodri: Ab jetzt gibt’s mehr Siege!

Also sind Sie bislang zufrieden mit der Entscheidung, nach München gekommen zu sein?

Sánchez: Auf jeden Fall! Was die Anpassung angeht, hatte ich auch einfachere Angebote auf dem Tisch. Aber ich habe mich bewusst für die Löwen entschieden und bereue das kein bisschen. Der Münchner Lebensstil ist einmalig.

Rodri: Hier und da müssen wir uns noch eingewöhnen. Ich denke da ans Essen oder die Sitten, aber das ist ja normal, wenn man in ein neues Land kommt.

Ilie Sanchez vor der Bavaria.

Sánchez: Sportlich musste ich mich auch anpassen. Die Liga ist sehr hart, und es wird ein komplett anderer Fußball gespielt als in Spanien. Aber ich gehe aus jedem Spiel raus und denke mir: Wieder etwas gelernt! Ich glaube, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe.

Bedia: Auf jeden Fall. Am Anfang braucht es immer ein wenig, sich anzupassen. Aber die Deutschen an sich machen es einem auch sehr leicht.

Und was sagen Sie zum Klub an sich?

Bedia: Obwohl wir Zweite Liga spielen, merkt man sofort, dass das ein großer Klub ist. Ich denke da nur an die Fans…

Rodri: Die Fans sind echt der Wahnsinn!

Bedia: In Spanien wäre es undenkbar, dass ein Verein aus der Zweiten Liga solche Fans hätte. Daran merkt man, dass das eigentlich ein Erstliga-Klub ist.

Rodri: Jetzt fehlt nur noch, dass wir Spieler den Klub auch wieder dorthin befördern.

Der Löwen-Charme hat also Eindruck hinterlassen…

Sánchez: Das eine oder andere ist natürlich neu. Es gibt Dinge, die wir so von Barcelona nicht kannten. Zum Beispiel Fanklub-Besuche. Natürlich wollen wir auch unsere eigenen Ideen mit einbringen.

Da trifft es sich ja ganz gut, dass Sie mit Gui Vallori, Edu Bedia und Rodri insgesamt vier Spanier in der Mannschaft sind.

Sánchez: Es macht vieles leichter, das stimmt. Zumal ich Edu und Rodri ja schon aus Barcelona kannte, bei Gui trifft es sich gut, dass er schon eine Weile hier ist und er uns das ein oder andere erklären kann. Aber wir haben generell eine tolle Gruppe, ich verstehe mich auch mit allen anderen Spielern super. Vor allem privat tut es aber einfach gut, bekannte Gesichter um sich zu haben, die auch dieselbe Sprache sprechen.

Abgesehen von den roten Nachbarn finden sich momentan ohnehin sehr viele Spanier in der Stadt…

Bedia: Also auf der Straße hab’ ich schon viele gesehen. Es ist doch normal, in Spanien laufen die Dinge im Moment nicht so gut…

Sánchez: …und München ist die Hauptstadt Europas. Die Stadt und auch das gesamte Land funktionieren in Perfektion, daher ist es auch kein Wunder, dass Menschen von überall herkommen.

Fußballerisch aber auch.

Rodri: Sie sind immerhin Weltmeister geworden. Das macht Deutschland natürlich auch für Fußballer noch attraktiver, als es ohnehin schon ist.

Interview: José Carlos Menzel Lopez

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