Spanier spricht Klartext

Sanchez: "Das nervt, das frustriert mich"

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Frustriert: Ilie Sanchez (l.).

München - In einem großen Interview hat 1860-Profi Ilie Sanchez über die Situation der Löwen und seine eigene gesprochen.

Noch befinden sich die Löwen im Urlaub. Nächsten Mittwoch beginnt die Vorbereitung auf die Mission Klassenerhalt, noch aber können die Profis ihre freien Tage genießen. Die verbringt Mittelfeldmann Ilie Sanchez (24) in seiner Heimat Barcelona. Zwischendurch gab er der Zeitung Vavel ein großes Interview.

Der Spanier zeigt sich mit seinem ersten halben Jahr in München eher halbzufrieden. "Bei 1860 gibt es bisher zwei Seiten, die sportliche und die abseits des Platzes", so Sanchez. "Die gute ist die außerhalb des Sports. Ich bin in München sehr glücklich, das ist ein idealer Platz, fantastisch für meine Familie und mich. Die weniger gute Seite ist die sportliche. Das Team hatte große Ziele, die Spieler, das Umfeld, die Medien. Jetzt an Weihnachten müssen wir unsere Erwartungen grundlegend überdenken und neue Ziele setzen, um die Saison so gut es eben geht zu beenden."

Abstiegskampf ist angesagt bei den Löwen! Dabei müssen nun alle an einem Strang ziehen. Dabei ist es auch kein Problem für Sport-Geschäftsführer Gerhard Poschner, einen Spieler nach seiner Meinung zu fragen. Sanchez: "Ich rede viel mit Poschner, weil er Spanisch kann. Je mehr ich ihm sage, was ich denke, desto mehr fragt er mich nach meiner Meinung. Er vertraut mir." Die Gespräche mit Poschner hatten laut Sanchez auch den Ausschlag gegeben, warum er vom glamourösen FC Barcelona, wo er in der zweiten Mannschaft kickte, ins für ihn völlig neue Abenteuer 1860 startete. "Das hat mir die Garanatie gegeben - nicht dass ich spiele -, aber dass ich als Spieler so wahrgenommen werde, wie ich bin. Außerdem wollte ich nicht den ganzen Sommer über auf ein Angebot warten, wenn klar war, dass mich 1860 will."

Dass er mit seinem neuen Arbeitgeber im Tabellenkeller herumdümpelt, macht an der Grünwalder Straße niemanden glücklich, auch Sanchez nicht. Er fordert eine Neuaufstellung. "Wir müssen viele Dinge verändern oder von anderen übernehmen, seien es Trainingspläne, die Ernährung, das Konzentrationsniveau. Nicht die Taktik, aber das Niveau der Ideen, damit der Trainer dazu in der Lage ist, uns einen klaren Plan zu geben, damit wir alle in die gleiche Richtung gehen und bestmöglich trainieren."

Auf die Frage, ob es Frust bei ihm gibt, sagt Sanchez offen und ehrlich: "Ja, weil es nervt, dass wir das Potenzial der Mannschaft, des Umfelds, der Stadt nicht abrufen. Wir haben einen Traditionsklub, ein unglaubliches Fan-Potenzial, ein Champions-League-Stadion, einen jordanischen Investor. All das nicht auszunutzen, frustriert mich. Wir brauchen mehr Übereinstimmung im Verein. Jeder muss sich auf seine Aufgabe konzentrieren. Zwischen den Möglichkeiten, und dem, was wir daraus machen, liegen Welten."

lin

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