Vor dem 1860-Hit gegen Ingolstadt

FCI-Coach Oral: Dennis Dressel? „Interessanter Spieler...“

Tomas Oral vom FC Ingolstadt zeigt streckt energisch den Finger aus.
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Trickreicher Trainer und Motivationskünstler: Tomas Oral vom FC Ingolstadt.

Der Last-Second-K.o. in der Relegation war ein Schock für den FC Ingolstadt. Bemerkenswert, dass die Schanzer trotzdem schon wieder einen Aufstiegsplatz belegen. Theoretisch winkt dem 1860-Gegner an diesem Montag sogar Platz eins.

Erst um die Mittagszeit wird sich entscheiden, ob der Wintereinbruch eine Austragung des 1860-Heimspiels gegen den FC Ingolstadt zulässt. Keinem der beiden Teams käme eine Absage gelegen. Die Löwen sind heiß auf das Spiel, weil sie mit Derby-Rückenwind ins neue Jahr gestartet sind. Und der FC Ingolstadt, weil er wie die Gastgeber drei der letzten vier Partien gewonnen hat und auf Tabellenplatz eins springen könnte. Unser Interview mit Tomas Oral, dem Trainer des Vorjahresvierten.

Herr Oral, wie ist die Stimmung beim FCI nach zwei Siegen im neuen Jahr?

Oral: Sehr gut, danke. In die erste Partie mussten wir uns reinbeißen, weil wir schon nach vier Minuten 0:1 hinten lagen (und Duisburg danach noch 2:1 besiegten/Red.). Mittwoch dann in Zwickau: klirrende Kälte, Rotation. Es kam gleich knüppeldick im neuen Jahr. Umso besser, dass wir auch das Nachholspiel erfolgreich gemeistert haben (2:0).

Haben Sie in Zwickau schon mit Blick auf das Topspiel bei 1860 rotiert?

Oral: Um Gottes willen! So was gibt’s bei uns nicht, das wäre ja fatal. In dieser Liga musst du jedes Spiel ernst nehmen, so eng wie es zugeht.

1860 und der FCI sind sich in der 3. Liga zweimal begegnet – jeweils mit dem besseren Ende für Ingolstadt. 2:0 hieß es beim Saisonfinale, 2:2 trotz Ingolstädter Unterzahl im Dezember. Wie sehen Sie die Löwen inzwischen?

Oral: Ein Blick auf die Tabelle reicht, um zu sehen, dass sie aufgeholt haben. Für mich sind sie wie wir ein Titelaspirant, wobei auch noch zehn andere Vereine dieses Ziel haben. 1860 hat sich stabilisiert, junge Talente integriert. Wie wir haben sie einen guten Kader und einen guten Trainer (lacht) – das wird auf jeden Fall eine interessante Partie.

Bemerkenswert ist auch die mentale Stärke Ihres Teams. Wie haben Sie es geschafft, die Mannschaft nach dem Last-Second-K.o. in der Relegation gegen Nürnberg so schnell wieder aufzurichten?

Auch der FCI hat ihn im Blick: 1860-Juwel Dennis Dressel.

Oral: Das war in der Tat keine Selbstverständlichkeit – weil die ganzen Umstände außergewöhnlich waren. Die 2. Liga ist uns zweimal sauknapp entrissen worden, eine richtige Vorbereitung gab’s auch nicht wegen Corona. Mit Stefan Kutschke und Eckert Ayensa waren dann auch noch wichtige Spieler verletzt. Ein Riesenkompliment, wie sie das alles weggesteckt haben.

Haben Sie wieder einen Ihrer berühmten Psychotricks angewendet?

Oral: Sie spielen auf die Nummer mit der Autowaschanlage an. Damals in Frankfurt war das die richtige Maßnahme – die auch den gewünschten Erfolg gebracht hat. Das Ganze ist ja nur durch Zufall an die Presse gelangt. Und genauso wie damals behalten wir auch diesmal die Dinge im Kämmerchen, die wir anwenden.

Weil die Waschanlagen-Nummer damals ins Lächerliche gezogen wurde?

Oral: Lächerlich sind solche Dinge nur, wenn sie nicht greifen und du dich zum Kasper der Nation machst (lächelt).

Ist Rückkehrer Caiuby ein Thema für Montag?

Oral: Ja, er wird auf jeden Fall im Kader stehen. Toll, dass wir ihn in der Hinterhand haben. Noch vor Wochen hätte ich nicht geglaubt, dass so ein Transfer möglich ist.

Gibt es einen Spieler bei 1860, den Sie gerne in Ihrer Mannschaft hätten?

Oral: Im Moment bin ich absolut zufrieden mit der Truppe, die wir haben. Es ist aber kein Geheimnis, dass wir uns vor der Saison mit dem einen oder anderen Spieler von Sechzig beschäftigt haben.

Mölders oder Dressel?

Oral: Vorne sind wir sehr gut aufgestellt – viele Köche verderben den Brei. Und Dressel hat meines Wissens einen längerfristigen Vertrag (schmunzelt). Aber ich gebe Ihnen recht: Er ist natürlich ein sehr interessanter Spieler.

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