Interimspräsident im Interview

Schneider über Poschner: "Reinigende Gewitter können hilfreich sein"

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Samma wieda guad: 1860-Interimspräsident Siegfried Schneider (Mitte) und der von ihm zuletzt massiv kritisierte Gerhard Poschner reichten sich unter der Woche die Hand. Links: Der neue Geschäftsführer Sport, Noor Basha.

München - 1860-Interimspräsident Siegfried Schneider spricht im Merkur-Interview über seinen Handschlag mit Sportchef Gerhard Poschner.

Seit nun knapp vier Wochen widmet sich Siegfried Schneider (59) als Interimspräsident des TSV 1860 der heiklen Aufgabe, die Führungskrise des Vereins in den Griff zu bekommen. Der CSU-Politiker hat dabei bisher eine durchaus überzeugende Figur abgegeben und auch als Leiter der jüngsten Mitgliederversammlung entscheidend dazu beigetragen, dass sich die Gemüter zu beruhigen scheinen. Im Interview mit dem Münchner Merkur sprach Schneider über den neuen Teamgeist beim TSV 1860, sein Verhältnis zu dem von ihm hart kritisierten Sportchef Gerhard Poschner und seine Erwartungen im Hinblick auf die überfälligen Neuverpflichtungen.

Herr Schneider, Sie haben zuletzt die Mannschaft im Trainingslager von Bad Häring besucht. Was waren die nachhaltigsten Eindrücke?

Siegfried Schneider: Hier ist eine richtige Mannschaft entstanden. Trainer Torsten Fröhling hat da die richtige Ansprache gefunden. In den Testspielen zeigte die Mannschaft ein hohes Maß an Laufbereitschaft und Disziplin. Und es war auch der Wille zu sehen, die Fehler der Mitspieler auszubügeln. Man lamentiert nicht, sondern versucht den anderen zu unterstützen.

Ein neuer Teamgeist also?

Schneider: Ja. Es ist klar erkennbar: Die Mannschaft ist zusammengewachsen. Das ist auch an der hervorragenden Atmosphäre zu spüren.

Das Stahlbad der letzten Saison hat der Mannschaft also gut getan?

Schneider:Dieser Ausdruck ist mir ein bisschen zu martialisch. Sagen wir es so: Die Mannschaft ist durch das, was sie in der letzten Saison gemeinsam erlebt hat, gewachsen.

Ein paar Neuzugänge sollten aber noch dazu kommen. Das hat nicht zuletzt der Trainer gefordert. Wie groß ist Ihre Hoffnung, dass es vor dem Saisonstart noch was wird mit Verstärkungen?

Schneider:Ich diskutiere nicht über Hoffnungen. Es ist die Aufgabe des Sportdirektors, die Mannschaft in Absprache mit dem Trainer zu verstärken. Und wir gehen davon aus, dass sich da in den nächsten Tagen noch etwas tut.

Sie sind als Interims-Präsident als harter Kritiker von Sportchef Gerhard Poschner aufgetreten. Im Trainingslager ist es zu einer Annäherung gekommen. Sie haben Poschner die Hand gereicht und sich mit ihm sogar abgeklatscht – eine überraschend freundliche Geste . . .

Schneider:Ich habe Gerhard Poschner beim Spiel gegen Bremen getroffen. Wir haben uns unterhalten und uns in der Tat abgeklatscht. Ich würde aber nicht allzu viel hineininterpretieren.

Wie ist Ihre Interpretation?

Schneider:Reinigende Gewitter können hilfreich sein. Und jetzt gilt es, nach vorne zu schauen.

Auch in der neuformierten Sportlichen Leitung mit den Geschäftsführern Markus Rejek und Noor Basha sowie Sportchef Gerhard Poschner scheint man sich zusammengerauft zu haben . . .

Schneider:Es freut mich, dass die Drei sich in Bad Häring sofort getroffen und ganz offensichtlich den Schulterschluss gesucht haben. Das kann für die Mannschaft und das Umfeld von 1860 nur gut sein.

Schon in einer Woche beginnt das neue Spieljahr mit dem Auswärtsspiel in Heidenheim. Mit welchen Erwartungen sehen Sie dem Saisonstart entgegen?

Schneider:Zunächst einmal finde ich es wichtig, dass wir uns noch einmal ganz herzlich bei unseren Fans für ihre Unterstützung bedanken. Nur mit ihrer Hilfe konnten wir die Klasse halten. Jetzt gilt es, alles dafür zu tun, dass wir nicht wieder in solch eine Situation kommen. Das ist sicher machbar. Ich glaube, dass die Mannschaft stabiler geworden und auf dem richtigen Weg ist.

Das Interview führte Armin Gibis

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