Ismaik-Anwalt legt nach

"... dann wird es wohl keine 1860-Lizenz geben"

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Ismaik-Anwalt Michael Scheele

München - Ismaik-Anwalt Michael Scheele hat sich gegenüber der tz zu der Kündigung des Investors geäußert. Der Verein wird das von ihm gesetzte Ultimatum wohl verstreichen lassen.

"Schwerwiegende Konsequenzen“ hatte Hasan Ismaik vor einer Woche angekündigt, nachdem der TSV 1860 ohne Rückfrage beim Investor die Verträge mit Sportchef Florian Hinterberger und Trainer Alexander Schmidt verlängert hatte. Dienstag Vormittag kam dann die sogenannte Bombe – per Brief an 1860-Geschäftsführer Robert Schäfer.

Ismaiks Anwalt Dr. Michael Scheele teilte darin mit: „Hiermit kündigen wir die folgenden Darlehensverträge gemäß §490 Abs. 1 BGB außerordentlich und mit folgender Wirkung: Darlehnsvertrag vom 11. Januar 2012 – € 1,35 Millionen, Darlehnsvertrag vom 16. Mai 2012 – € 4,51 Millionen, Darlehnsvertrag vom 24. Oktober 2012 – € 3,50 Millionen.“

Macht zusammen 9,36 Millionen Euro, die bis zum 25. Mai an Ismaik zurückgezahlt werden sollen. Falls nicht, so schreibt Scheele, „haben wir den Auftrag, die Forderung titulieren zu lassen“. Sprich: eine Klage anzustregen. Auf Nachfrage meinte Scheele: „Wenn diese Summe eingefordert wird, dann wird es wohl keine Lizenz für den TSV 1860 geben.“

Klingt dramatisch. Nach tz-Informationen beinhalten die Darlehensverträge allerdings kein Sonderkündigungsrecht. Was Ismaik freilich ebensowenig von seiner Totalforderung abhält wie die Tatsache, dass es sich bei den 9,36 Millionen um nachrangige Darlehen handelt, deren Rückzahlung nur aus Gewinnen der 1860 KGaA erfolgt. Scheele verweist erneut aufs Bürgerliche Gesetzbuch, das in § 490 folgende Begründungen akzeptieren würde: „Es besteht angesichts des unprofessionellen Verhaltens der Vereinsführung keine Hoffnung mehr, dass sich der Verein erholt und dass es aufwärts geht.“ Zudem sei er, Ismaik, nicht ausreichend über die wirtschaftlichen Entwicklungen informiert worden.

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Damit wäre man beim Geschäftsführer, den Ismaik für die angeblich stockende Konsolidierung bei 1860 verantwortlich macht. Ismaik fordert die Absetzung des KGaA-Chefs, empfiehlt via Scheele „eine unabhängige Personalagentur mit der Suche nach einem geeigneten Geschäftsführer zu beauftragen“. Der Verein habe „nicht die Zeit zu warten, bis Herr Schäfer geschult ist“. Ob 1860 diese und weitere Forderungen als „Chance nutzen“ möchte, dazu habe man bis Mittwoch Mitternacht Zeit. Ein Ultimatum, das 1860 verstreichen lassen wird.

Ein Zugeständnis hätte wohl auch bedeutet, dass Trainer Schmidt und Sportdirektor Hinterberger hätten gehen müssen. Ismaik habe das dritte Darlehen über 3,50 Millionen Euro laut Scheele ohnehin nur unter der Bedingung gewährt, dass mit einem Teil der Summe auch ein neuer Sportdirektor finanziert werden soll. „Aber stattdessen wird monatlich eine Million Euro verbrannt.“

Kommt’s also tatsächlich zur Klage? Will sich Ismaik im Erfolgsfall selbst den Kuckuck auf die Stirn kleben? Eine absurde Vorstellung. Was die These nährt, dass es sich bei Scheeles Schreiben lediglich um eine Drohgebärde handelt, mit der vor allem die Delegierten eingeschüchtert werden sollen.

tz

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