"Überdenken Sie, was Sie den Menschen antun"

Ismaik-Offensive im Netz: Fan-Reaktionen gemischt

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Hasan Ismaik will den Fans die Hand reichen.

München - 1860-Investor Hasan Ismaik sucht den direkten Kontakt zu den Anhängern im Internet. Die Reaktionen der Anhänger fallen gemischt aus.

Die Geste drückt massive Zuversicht aus. Mit erhobenem Daumen und verschmitztem Grinsen präsentiert sich Hasan Ismaik auf jenem Foto, das seine aktuelle Medien-Offensive ziert. Der Gesellschafter des TSV 1860, der der Münchner Vereinsführung derzeit nur mit stark verminderter Kommunikationsbereitschaft begegnet, wendet sich nun der blauen Basis zu. Und zwar mittels eigener Accounts (Ismaik1860) bei den sozialen Netzwerken Facebook und Twitter.

750 000 Euro Strafe nun fällig

„Wir glauben an die Wichtigkeit der Präsenz in diesen medialen Plattformen, die einen weiten und offenen Horizont bieten. Sie sind ein Teil unserer ständigen Bemühungen, die direkten Kommunikationskanäle zu unseren Fans und Followern weltweit zu fördern“, wurde Ismaik von der 1860-Presseabteilung zitiert. Zudem versicherte er: „Erwartet von mir auch eine Nachricht zur detaillierten Klärung der aktuellen Situation, in der sich unser traditionsreicher Verein befindet.“

Der Jordanier sucht also den direkten Draht zu den Fans. Allzu euphorisch dürfte den 39-Jährigen das bisherige Meinungsbild jedoch nicht gestimmt haben. Die Skala der ersten Fan-Reaktionen reichte von Beschimpfungen bis zu Belobigungen. Wobei die Stimmen der Kritiker und Unzufriedenen leicht überwogen. Im gestrigen Ranking der relevantesten Beiträge landete u. a. folgende moderat formulierte Zuschrift auf den vorderen Rängen: „Sehr geehrter Herr Ismaik, ich denke 1860 ist kein Spielzeug, das man mal rausholt oder wegstellt nach Lust und Laune. Im November 50 Millionen für ein neues Stadion in Aussicht zu stellen und jetzt keine 3,5 Millionen umzeichnen, das passt nicht zusammen. Ich denke auch, dass erwachsene Personen keine erzieherischen Maßnahmen benötigen und die wahren Löwen-Fans auch nicht. Überdenken Sie mal, was Sie damit Menschen antun, die ein Herz für den Verein haben.“

Unterdessen hat Ismaik die von ihm angekündigte „erzieherische Maßnahme“ wahrgemacht: Er weigerte sich, für 3,5 Millionen Darlehen in Genussscheine umzuwandeln. Somit müssen die Löwen satte 750 000 Euro Strafe an die Deutsche Fußball-Liga (DFL) zahlen. Geld, das Sportchef Oliver Kreuzer für die dringend benötigten Wintertransfers bestens hätte brauchen können. Gut möglich, dass das entsprechende Echo im Internet nicht nach Ismaiks Geschmack sein wird.

Armin Gibis

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