Rolle rückwärts bei den Löwen

Bierofka wird doch Pereira-Assistent - so soll es funktionieren

München - Das kommt überraschend. Daniel Bierofka wird jetzt doch Assistent von Vitor Pereira bei den Löwen-Profis.

Paukenschlag an der Grünwalder Straße: Daniel Bierofka wird jetzt doch Co-Trainer bei den Profis des TSV 1860. Das teilte der Verein am Freitag mit. Demnach soll der 38-Jährige trotzdem weiterhin bei der Reserve die Fäden ziehen und den Job bei der ersten Mannschaft in Doppelfunktion ausüben. 

Auf Nachfrage der tz erklärte Bierofka: "Ich bin dabei, bin aber kein Co-Trainer. Wir versuchen die U21 mit den Profis zu vernetzen." Heißt: Bierofka wird in erster Linie als Beobachter und Schnittstelle agieren. "Ich versuche das so umzusetzen, dass wir die Prinzipien und Schwerpunkte der Profis auch bei der U21 einsetzen. Wenn ein Spieler hochkommt, soll er sich möglichst schnell akklimatisieren kann und nicht lange Zeit braucht, um da reinzukommen." Und genau das soll geschehen, wie Pereira sagte. Er halte es für wichtig, dass junge Spieler eingebaut werden. Soweit es geht, will Bierofka an den Trainingseinheiten der Profis teilnehmen.

„Ich freue mich, dass Daniel Teil unseres Trainerteams wird", so Cheftrainer Vitor Pereira. "Wir können alle voneinander lernen. Keiner kennt den Klub besser als Biero. Zudem wollen wir den Nachwuchsbereich und die Profis noch besser vernetzen. Unser Ziel ist es, die Junglöwen bereits frühzeitig an unsere Spielidee heranzuführen, um sie möglichst gut auf den Profi-Bereich vorzubereiten und dann auch einzubauen.“

Auch Daniel Bierofka selbst freut sich auf die intensivierte Zusammenarbeit. „Es ist super für mich, einem solch erfahrenen Coach über die Schulter schauen zu dürfen. So rücken die beiden Bereiche – Nachwuchs und Profis – noch näher zusammen“, sagte er.

Bierofka lehnte Co-Trainer-Job im Dezember ab

Die Entscheidung der Löwen kommt einigermaßen überraschend. Investor Hasan Ismaik hatte im vergangenen Jahr nach der Entlassung Runjaics bereits angekündigt, den damaligen Interimscoach Bierofka nach Ablauf der 15-Tage-Frist weiterhin an den Trainerstab der Profis binden zu wollen: "Beim neuen Coach wird Bierofka Co-Trainer bleiben", sagte der Jordanier damals. 

Der ehemalige Mittelfeldspieler hielt sich zunächst bedeckt und reagierte auf den Wunsch distanziert: ""Dass Ismaik Wünsche äußert, ist in Ordnung. Aber solange kein Vertrag unterschrieben ist, ist für mich alles in der Schwebe", sagte Biero noch im Dezember. "Fakt ist. Ich haben einen Vertrag als U21-Trainer." Dann hieß es noch vor wenigen Wochen, er habe "in einem langen Gespräch mit Herrn Ismaik" davon überzeugen können, dass eine Rückkehr zu den kleinen Löwen "für den Verein am sinnvollsten ist". 

Jetzt hat bei den Verantwortlichen offenbar ein Umdenken stattgefunden - und eine für beide Seiten passende Lösung gefunden. Bereits am Freitagmorgen stand er bei der Trainingseinheit der Profis auf dem Platz. Auf Bierofka kommen anstrengende Wochen und Monate zu. Es ist schwer vorstellbar, dass er bei all diesen Aufgaben im Sommer auch noch die Fußballlehrer-Lizenz in Angriff nimmt. Bisher hat er "nur" die A-Lizenz. 

Jörg Bullinger/Florian Fussek

Quelle: fussball-vorort.de

Rubriklistenbild: © Florian Fussek

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