Im Hammerspiel soll der fünfte Sieg in Serie her

Jetzt jagen die Löwen ihren eigenen Rekord

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Timo Gebhart, der derzeit beste Löwe.

München - Stefan Reuter kann vor lauter Vorfreude den Montag schon kaum erwarten.

„Das wird ein Hammerspiel“, prophezeite der Löwen-Geschäftsführer und meinte damit den Auftritt der blauen Himmelsstürmer am Betzenberg: „Kaiserslauern – das ist so eine richtig schöne Herausforderung.“ Reuter ist wohl auch sehr gespannt, ob die Sechziger die Serie von vier Siegen in Folge im „perfekten Oktober“ (Lauth) gegen den Tabellenführer weiter ausbauen.

1860 ist die Mannschaft der Stunde

Trainer Marco Kurz schwärmt in den höchsten Tönen von Timo Gebhart: Der Mittelfeld-Akteur könne ein Spiel entscheiden, sei unglaublich selbstbewusst. Hier die Worte des Trainers zum Koblenz-Spiel und seinen Spielern.

Fünf Siege am Stück – das gab’s im Profibereich bei den Löwen zuletzt im Frühjahr 2005 unter Trainer Reiner Maurer. Und davor auch nur zweimal. Unter Werner Lorant in der Spielzeit 98/99 und in der Meistersaison 65/66.

Der TSV 1860 jagt seinen eigenen Rekord. Wer hätte das vor zwei, drei Monaten gedacht? Damals, als die Löwen mit drei Niederlagen in die Saison starteten, als Letzter mit null Punkten dastanden. Ist es bei aller Freude aber nicht immer noch ärgerlich, den Saisonbeginn derart vermurkst zu haben? „Sich darüber aufzuregen, bringt jetzt auch nichts mehr“, erwidert Reuter, „aber natürlich hätten wir zum Beispiel in Ahlen nie verlieren dürfen.“

Für Marco Kurz war es dennoch eine Phase, an die er nicht nur mit Grausen zurückdenkt. „Wichtig war, dass die Mannschaft immer funktioniert hat“, sagt er, „auch in den schlechten Zeiten.“ Zum Funktionieren gehörte auch die Fähigkeit, das Fehlen von wichtigen Leuten wie Lars Bender und Bierofka zu verkraften und die unglaubliche Nummer um Berkant Göktan wegzustecken.

Wobei wegstecken der falsche Ausdruck ist. Gegen Koblenz trat die Mannschaft über 90 Minuten mit einer Dominanz auf, die ein höheres Ergebnis als das 1:0 verdient gehabt hätte. So sah’s auch Kurz: „Wichtig war die Art und Weise, wie wir aufgetreten sind. Nämlich ganz souverän.“ „Wir trauen uns jetzt einfach wieder viel mehr“, erklärte Lauth, „das hat viel mit dem Kopf zu tun. Zu Beginn der Saison haben wir vielleicht auch noch zu viel an die schlechte Rückrunde der Spielzeit davor gedacht.“

Aber seit einigen Wochen stehen die Löwen in der Defensive sicher, und das Spiel nach vorn wird – auch das war gegen Koblenz auffällig – von drei Leuten bestimmt. Was Timo Gebhart, Benny Lauth (hatte diesmal Pech im Abschluss) und Sven Bender in Hochgeschwindigkeit in der Offensive abliefern, besitzt in der zweiten Liga Seltenheitswert.

Diese Fähigkeiten sollen jetzt auch die Lauterer zu spüren bekommen. Kurz: „Nach vier Siegen fahren wir mit noch mehr Selbstvertrauen zum Spitzenreiter.“ Und danach soll der Rekord wackeln…

Der Beste muss weiter schweigen

Auch am Tag danach hatte Timo Gebhart Sprechverbot. Mit den Journalisten. „Ich möchte einfach, dass er sich in einer englischen Woche nur auf den Fußball konzentriert“, begründete Marco Kurz diese Maßnahme. So werden wir weiterhin nicht erfahren, welche Gründe der derzeit beste Löwe für seine Leistungsexplosion anführt. „Wir haben da eine große Verantwortung für ihn“, fügte Kurz noch hinzu. Na ja.

Dabei ist Gebhart ein ziemlich lässiger Typ. Am Donnerstag verließ er das Trainingsgelände im Rapper-Outfit, sein Tattoo auf der linken Brust ist den Fans mittlerweile auch bekannt. Das aber ist Kurz egal: „Was Timo für Hosen anhat, oder was er sich auf die Haut schmiedet, ist seine Sache.“

Quelle: tz

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