Vize Helfer ist entrüstet

Jetzt wird sogar der Papst Thema im 1860-Rechtsstreit

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1860-Vize Peter Helfer (Mitte) mit seinem Kollegen Heinz Schmidt beim Papst.

München - Kehrt den bei den Löwen niemals Ruhe ein? Jetzt wird sogar die Ehrenmitgliedschaft von Papst Franziskus Gegenstand einer Schlammschlacht. Hier lesen Sie die irre Geschichte:

Die Frage sei erlaubt: Warum hat man die ganze Angelegenheit vor einem Jahr nicht im Keim erstickt, Neuwahlen angesetzt und es somit nicht zu diesem Krampf kommen lassen, den der Gerichtsstreit um die Rechtmäßigkeit des 1860-Präsidiums Mayrhofer mittlerweile auslöst? Jetzt ist nämlich auch der Papstbesuch der beiden Vizepräsidenten Peter Helfer und Heinz Schmid in Rom zum Gegenstand der Klage geraten. Genauer gesagt, deren Verleihung der Ehrenmitgliedschaft beim TSV 1860 an Papst Franziskus. Rechtsanwalt Heinz Veauthier, der das Mitglied Helmut Kirmaier in seiner Klage gegen das Präsidium vertritt, hat jetzt die Staatsanwaltschaft, so berichtete die SZ, über die Mitgliedsurkunde unterrichtet, die nach seiner Ansicht eine „Totalfälschung“ sei.

Weil nämlich das Präsidium die Urkunde gar nicht hätte unterzeichnen dürfen, da es den Verein nicht repräsentiert. Und außerdem wäre der Beschluss einer Delegiertenversammlung notwendig gewesen, damit der Papst Ehrenmitglied werden darf.

Peter Helfer.

Vizepräsident Peter Helfer reagierte entsetzt auf die neueste Entwicklung im Rechtsstreit. „Dass dieser Mensch jetzt auch noch den Papst durch den Dreck zieht und ihn lächerlich macht, ist eine bodenlose Frechheit“, sagte er in Richtung Veauthier und fügte hinzu: „Das Ganze ist nicht mehr lustig, und wir werden uns das auch nicht gefallen lassen.“

Und Sympathien habe sich der Kirmaier-Anwalt, so Helfer weiter, „im überwiegend katholischen Bayern damit schon gar nicht eingehandelt“. Und für einen Streit vor Gericht eigne sich Franziskus schon gleich gar nicht. Helfer: „Schließlich ist der Papst eine Gestalt und keine Person.“

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Veauthier hat – wenig überraschend – über den Besuch der 1860-Abordnung in Rom ohnehin seine eigene Interpretation: „Mit Rücksicht auf das hohe Amt ist die von den Tätern primär eigensüchtig provozierte Ehrerbietung jedoch höchst unangemessen, ehrenrührig und strafrechtlich nicht irrelevant.“ Was für ein Satz! Vor allem die Bezeichnung „Täter“…

Helfer wehrt sich entschieden dagegen, „dass wir uns beim Papst aufgeschmatzt haben“ und erklärte: „Wir sind schriftlich zu der Audienz eingeladen worden.“ Übrigens nachdem sich, so hieß es in einer Presseerklärung, „der Vatikan ausgiebig über den TSV 1860 erkundigt habe. Papst Franziskus hat sich bewusst für die Ehrenmitgliedschaft des TSV 1860 München entschieden.“

Nachdem sowohl Kirmaier als auch der TSV 1860 nach dem letzten Urteil in die Berufung gegangen sind, weil keiner in allen Punkten Recht bekommen hat, und diese Verhandlung erst 2015 vor dem Oberlandesgericht stattfinden kann, hält Helfer die Verleihung der Ehrenmitgliedschaft an den Papst für rechtens. „Wir sind nach wie vor ein gewähltes Präsidium“, sagte er. Fortsetzung folgt…

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tz

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