Auch TSV 1860-Coach Michael Köllner beeindruckt 

TSV 1860: Johann „Hansi“ Djayo - Junglöwe auf dem Sprung zu den Profis

Der Mann für die Schlussphase: Djayo, aktuell die Nummer 12 bei 1860, ist nur schwer vom Ball zu trennen.
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Der Mann für die Schlussphase: Djayo, aktuell die Nummer 12 bei 1860, ist nur schwer vom Ball zu trennen.

Johann Djayo, mit Spitznamen „Hansi“, beeindruckt den Löwen-Coach Michael Köllner und sammelte bereits Einsatzminuten bei den Profis. Der 19-Jährige Junglöwe braucht Erfahrung und Spielpraxis. 

MünchenDennis Dressel, 22, gilt bei 1860 als Shootingstar mit Potenzial für mehr. AuchFabian Greilinger, 20, ist ein Talent, das regelmäßig seine Einsätze bekommt. Seit dieser Saison gibt es aber auch noch ein anderes Eigengewächs, das ans Profiteam ranschnuppern darf. Auf seinem Trikot steht „Ngounou“. Johann Djayo ist das, was man aufgrund der Reihung hierzulande als Vor- und Nachname bezeichnen würde. Bei den Löwen-Profis hat der junge Kollege mit kamerunischen Wurzeln aber schnell einen Spitznamen weggehabt: Hans. Stefan Lex, der Urbayer und Humorbeauftragte, ruft auch gerne mal: Hansi.

Hansi wie der Welttrainer vom benachbarten Weltverein (für 1860-Hardliner: Flick heißt er). Der Löwen-Hansi indes steht noch ganz am Anfang seiner Karriere. Vorige Saison war Djayo noch für die U 19 der Löwen im Einsatz, aktuell ist er so etwas wie der zwölfte Mann in Michael Köllners Drittligakader. Wenn der Schlusspfiff naht, schlägt die Stunde von Djayo, dem vielseitig einsetzbaren Offensivtalent. Mit dem 1-Minuten-Einstand in Zwickau ging’s los, seitdem stehen für Djayo, 19, fünf Kurzeinsätze zu Buche. Der längste dauerte 16 Minuten (beim 0:2 gegen Duisburg), sein eindrücklichster war beim 6:1 gegen Halle: Assist für Tallig nur zwei Minuten nach seiner Einwechslung. Köllner lobte hernach den Instinkt des Junglöwen, den Diagonalpass von Steinhart mit einem Kontakt weiterzuleiten.

TSV 1860: Johann Djayo - ein Ausnahmekicker

Szenen wie diese sind für einen keine Überraschung. Robert Wendling, 56, kennt Djayo seit der F-Jugend, war damals in Dachau sein erster Trainer und Mentor. Wendling begleitete und formte den kleinen Hansi, bis er ihn acht Jahre später persönlich an die Grünwalder Straße chauffierte, wo sich Djayo im dritten Probetraining für das Löwen-NLZ empfehlen konnte. „Johann bringt viel mit, was ein Offensivspieler im modernen Fußball benötigt“, sagt Wendling: „Man hat früh gemerkt, dass er etwas Besonderes ist, ein Ausnahmekicker. Für ihn gab’s immer nur Fußball, Fußball, Fußball. Wir haben ja mit Dachau oft gegen Bayern und 1860 gespielt, da war er für mich immer der Stärkste, der mit dem größten Talent.“ Einziges Manko: „Er kann auch mal aufbrausend werden. Wenn’s nicht so lief, kam schnell der Gelbe Karton. Weil er einfach sehr extrem ehrgeizig ist.“ Wendling ist froh, dass Djayo jetzt unter der Obhut von Michael Köllner trainiert, den er für einen „sehr, sehr, sehr guten“ Fußballlehrer hält.

Und auch Köllner weiß, was er hat am Stolz des TSV Dachau 1865 hat. „Er ist ein robuster, athletischer Spieler, der auch bei Gegnerdruck am Ball bleiben kann“, so das Urteil des 1860-Trainers: „Er lebt von seiner Individualität, von seinem Körpereinsatz. Eigentlich ist er ein untypischer NLZ-Spieler, eher so ein Typ Straßenkicker. Wir sind sehr froh, dass es uns im Verein gelingt, Jugendspielern ihre Ecken und Kanten zu lassen und sie trotzdem nach oben zu bekommen.“

Hansi Djayo hat bereits Einsatzminuten bei den Profis

Für die deutsche U 18 war Djayo Ende 2018 zweimal im Einsatz, sein Ziel dürfte nun sein, sich nicht nur wieder für DFB-Teams, sondern überhaupt für höhere Aufgaben zu empfehlen. Hat er das im Kreuz? „Um höher rauf zu kommen, muss er spielen“, sagt Wendling: „Ansonsten kann ihm sein Ehrgeiz auch das Genick brechen.“

Köllners Aufgabe ist es nun, Djayos Talent in gesunde Bahnen zu lenken. „Die erste Schritte hat er sehr gut hingekriegt“, sagt der 1860-Coach: „Jetzt kommen die nächsten, und die werden sicher kein Selbstläufer.“ Erstes Drittligator, Aufrücken in die Stammelf – all das hat der Löwen-Hansi noch vor sich.

(ULI KELLNER)

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