Schwache erste Hälfte, dann klasse Vorstellung

Junglöwen halten ihre Serie gegen Schweinfurt

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Nicolas Andermatt sorgte mit seinem Treffer für den Punktgewinn der kleinen Löwen.

TSV 1860 München II - Das Endresultat konnte kaum überraschen. In einer vorgezogenen Partie des an diesem Wochenende anstehenden 27. Spieltags der Regionalliga Bayern trennten sich der TSV 1860 II und der 1. FC Schweinfurt 05 am Mittwochabend im Grünwalder Stadion mit 1:1.

Beide Mannschaften erhielten dadurch ihre Serien. Während Daniel Bierofkas Junglöwen damit seit stolzen acht Spielen unbesiegt sind, verließen die Unterfranken gar zum zehnten Mal in Folge den Platz ohne Niederlage.

„In der Hinrunde hätten wir so ein Spiel noch verloren“, war Bierofka überzeugt, nachdem seine Elf einem bescheidenen ersten Abschnitt einen umso besseren zweiten hatte folgen lassen. „Sehr schwer ins Spiel gekommen“ sei man, registrierte der 37-jährige Trainer, „zumindest seit der Winterpause war das unsere schlechteste Halbzeit“. Sein Team, so Bierofka, hätte „ein bisschen müde und behäbig“ gewirkt, daraus resultierten „teils katastrophale Abspielfehler“. Nachdem die Münchner bereits zuvor eindringlich um ein Gegentor gebettelt hatten und dennoch auf dem besten Wege waren, die schwache erste Halbzeit unbeschadet zu überstehen, wollte der 19-jährige Innenverteidiger Lukas Aigner kurz vor dem Seitenwechsel scheinbar auf Nummer sicher gehen: Mit einem wahrhaft „tödlichen Pass“ bediente er Schweinfurts Steffen Krautschneider mustergültig. Dieser tanzte noch 1860- Schlussmann Michael Netolitzky aus und bedankte sich für die maßgerechte Vorlage mit dem 0:1 (43.).

„In der Halbzeit“, berichtete Bierofka, „haben wir auf Reset gestellt“, er habe seiner Mannschaft „gesagt, dass wir gar nicht schlechter spielen können“. Mit dem leicht angeschlagenen Felix Bachschmid brachte er zudem einen echten Wandstürmer. Mangels Alternativen hatte sich im ersten Durchgang noch der gelernte Mittelfeldspieler Simon Seferings als Mittelstürmer versucht. „Seit der Jugend“, erzählte der 20-Jährige später, „war es das erste Mal, dass ich vorne drin gespielt habe“. Engagiert hatte sich Seferings in jeden Zweikampf geworfen. Dass er nicht in seinem Metier ist, war trotzdem zu erkennen. Als er nach Wiederanpfiff wieder im Mittelfeld agierte und Bachschmid die zentrale Position im Angriff besetzte, sei zu erkennen gewesen, „welche Qualität in der Mannschaft steckt“, wie Seferings’ Mittelfeldkollege Fabian Hürzeler anschließend stolz resümierte. In der Tat zeigten die Junglöwen nach dem Seitenwechsel ein komplett anderes Gesicht. Zwar bedurfte es ebenfalls eines kapitalen Abwehrfehlers, um zu egalisieren. In der Folge jedoch war selbst der Sieg greifbar nahe. Nachdem Nicolas Andermatt ausgeglichen hatte (63.), scheiterten Nicholas Helmbrecht (71.) und Andermatt (83.) nur am Aluminium. Am Ende wäre „ein Sieg verdient gewesen“, meinte Hürzeler, aufgrund der unterschiedlichen Halbzeiten aber hatte die Punkteteilung durchaus ihre Berechtigung.

„Ein paar Punkte brauchen wir noch“, rechnete Bierofka zwar. Mit 37 Zählern und angesichts der aktuellen Verfassung allerdings wird sich die Elf den Klassenerhalt kaum noch nehmen lassen. Es sei denn, die Profis steigen ab, was auch der Bierofka-Elf den bitteren Gang in die Bayernliga bescheren würde. Über das Wochenende gab er seiner Mannschaft vor dem Endspurt drei Tage frei, dann wollen die Junglöwen vor allem eines: „Die Serie am Leben halten“, wie der Trainer und seine Spieler unisono betonten.

Text: Matthias Horner

Quelle: fussball-vorort.de

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