Junglöwen trauern verpasstem Dreier nach

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Die kleinen Löwen hatten den FC Bayern beinahe am Boden, verpassten aber, den Führungstreffer zu erzielen.

TSV 1860 München II - Neun Gelbe Karten und ein Feldverweis lassen eine immens umkämpfte, hitzige Partie vermuten. Doch das Münchner Derby war wohl eines der friedfertigsten, das sich die Nachwuchsteams des FC Bayern und des TSV 1860 bislang in der Regionalliga Bayern geliefert haben.

Sowohl auf den Rängen als auch auf dem Platz. Während sich die Scharmützel auf den Tribünen – von einigen Bengalo-Einlagen direkt zu Spielbeginn abgesehen – auf die üblichen verbalen Schmähungen beschränkten, fanden die beiden Reserveteams auf dem Platz keinen Weg ins gegnerische Tor, so dass man sich letztlich torlos trennte.

Zufrieden aber war damit keine der beiden Seiten. Bayern-Coach Heiko Vogel haderte mit dem ersten Durchgang seiner Elf und sein Pendant Daniel Bierofka mit der Chancenverwertung seines Teams. „Unterirdisch“ sei der Auftritt seiner Mannschaft vor dem Seitenwechsel gewesen, schimpfte Vogel nicht zu Unrecht. Er müsse diese enttäuschende Darbietung „auf meine Kappe nehmen“, geißelte sich der 39-Jährige selbstkritisch, er habe „vor dem Spiel vielleicht die falsche Ansprache gewählt“.

Von Beginn an hatten die Junglöwen ohne Unterlass das Tor des Lokalkonkurrenten bestürmt. Die Vogel-Elf indes schien nicht so recht zu wissen, wie ihr geschieht. So handelte sich etwa der hoch gehandelte Gianluca Gaudino bereits nach drei Minuten die erste Verwarnung ein. Doch weder Nico Andermatt (6., 20.) noch Nico Karger (12.) oder Felix Weber (19.) behielten bei ihren Möglichkeiten die nötigen Präzision. So konnten sich die kleinen Bayern allmählich aus der Umklammerung befreien. Und als Fabian Benko das 1860-Tor mit einem Lattenkracher aus etwa 22 Metern erschütterte, schien der Bayern-Nachwuchs endgültig im Derby angekommen zu sein (43.). Im Gegenzug allerdings musste ein heftiger Rückschlag hingenommen werden, als Felix Pohl nach einer Notbremse an Nicholas Helmbrecht des Feldes verwiesen wurde (44.).

Wer nun davon ausging, dass der Führungstreffer der drückend überlegenen Junglöwen in Überzahl nur eine Frage der Zeit sei, der sah sich getäuscht. Zeigten die kleinen Bayern doch im zweiten Abschnitt immerhin ihr kämpferisches Gesicht. Zwar traf Andermatt kurz nach Wiederanpfiff ebenfalls die Latte (47.), in der Folge aber ließ die nun ganz auf organisierte Defensive bedachte Vogel-Elf nicht mehr viel zu. Zumindest etwas Gefahr ging in der Schlussphase einzig noch von 1860-Joker Florian Pieper aus, der seine Möglichkeiten (77., 80., 87.) jedoch ebenso vergab wie zuvor seine Mannschaftskollegen.

„Eigentlich müssen wir das Spiel gewinnen“, lamentierte 1860-Mittelfeldmotor Emanuel Taffertshofer, „in der zweiten Halbzeit war es uns aber vor allem wichtig, nicht wieder ein blödes Gegentor zu kassieren“. Auch sein Trainer monierte, dass „wir aus unseren vielen Chancen einfach ein Tor machen müssen, uns hat die letzte Konsequenz im Abschluss gefehlt“. Obwohl Bierofka einräumte, enttäuscht zu sein, konnte er „im Endeffekt mit dem Punkt leben“. 1860-Nachwuchsleiter Wolfgang Schellenberg hingegen ärgerte sich über „zwei verschenkte Punkte“.

Vogels ambitionierte Bayern dagegen weisen nach zwei Partien erst zwei Zähler auf. „Wir schauen nur auf uns“, wollte der Bayern-Trainer aber keinen Blick auf die Tabelle riskieren. Dieser würde ihm kaum gefallen: Bereits um zehn Punkte ist Jahn Regensburg enteilt. Zwar hat der Bayern-Nachwuchs noch zwei Nachholspiele in der Hinterhand, viele unterirdische Halbzeiten jedoch sollte er sich nicht mehr leisten.

Videos zum Derby:

Bayern-Coach Vogel: "Auftreten in der ersten Hälfte war unterirdisch"

Daniel Bierofka: Kompliment an meine Mannschaft

Andreas Rössl: "Mund apputzen und weitermachen!"

Emanuel Taffertshofer: "Wir müssen es cleverer machen"

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Quelle: fussball-vorort.de

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