Er ist der Mann für die rettenden Tore

Retter Bülow: "Jetzt tragen wir die Früchte davon"

Kaiserslautern – Ein weiteres Kopfballtor von Kai Bülow, dem Retter vom Dienst, verschafft 1860 München einen wertvollen Sieg beim 1. FC Kaiserslautern.

Der Kaiserslauterer Betzenberg ist bekannt dafür, seinem feurigen Publikum packende Schlussphasen zu liefern. Auch am Dienstag war in dieser Hinsicht einiges geboten – mehr, als den Gästen vom TSV 1860 lieb sein konnte, nachdem Kai Bülows 1:0-Führung aus der 18. Minute immer mehr ins Wanken geriet. Es war ein neunminütiger Kraftakt, der es in sich hatte und die Nerven aller Beteiligten arg strapazierte. 85. Minute: Jon Dadi Bödvarsson taucht gefährlich vor Stefan Ortega auf, doch Rechtsverteidiger Gary Kagelmacher schafft es mit Ach und Krach, den Ball von der Torlinie über die Latte zu bugsieren. 91. Minute: Viel versprechende Konterchance für 1860, bei der der eingewechselte Nico Karger dem Kollegen Okotie in die Hacken schießt. Schließlich die 93. Minute: Kacper Przybylko zieht aus 30 Metern halbrechter Position ab. Ein verzinktes Geschoss steuert aufs Löwen-Tor zu, doch Ortega, kurz zuvor an der Hand verletzt, bringt irgendwie noch seinen Handschuh in die Schussbahn – von dort klatscht die Kugel gegen die Latte.

Jetzt hat 1860 München die Düsseldorfer im Blick

Die Löwen mussten eine weitere Minute zittern, dann war es geschafft. Erster Auswärtssieg der Saison, der zweite Dreier in Folge (auch das ein Novum 2015/2016). Und dieser Erfolg war besonders wertvoll, denn Paderborn schaffte zeitgleich nur ein 0:0 in Karlsruhe, Düsseldorf verlor gar 1:3 gegen Bochum. Plötzlich schaut die Tabelle gar nicht mehr so löwenfeindlich aus. Nicht nur, dass 1860 ein Zwei-Punkte-Polster auf Abstiegsplatz 17 geschaffen hat, es ist dem TSV auch gelungen, binnen vier Tagen den Rückstand auf Düsseldorf von neun auf drei Punkte zu verkürzen.

Teufelskerl Bülow, inzwischen so etwas wie der Retter vom Dienst, reagierte mit gewohnter mecklenburgischer Bescheidenheit auf sein Kopfballtor, das erneut das 1:0 bedeutete. „Wir haben uns bei Standardsituationen stark verbessert“, sagte er. „Jetzt tragen wir die Früchte davon. Und wenn’s dann zum Sieg reicht, freut’s mich umso mehr.“ Die Vorlage hatte wie schon am Samstag gegen Düsseldorf Michael Liendl gegeben, der sich wie alle Blauen um eine kompakte, defensivlastige Mannschaftsleistung verdient machte.

Zweimal die Note 2 bei Zittersieg der Löwen

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Es war ein Spiel, dessen Strickmuster den Löwen bestens vertraut war – bloß andersrum. Lautern kämpfte 94 Minuten verbissen um den Sieg, die Gäste standen gut und schlugen mit der ersten sich bietenden Chance zu. In der Folge wagten sie sich nur gelegentlich nach vorne – trotzdem fuhren sie am Ende mit der vollen Punktebeute zurück nach München.

Wichtig aus Löwen-Sicht wäre jetzt, erneut aus den gewohnten Mustern auszubrechen. Am Freitag kommt Sandhausen in die Arena – ein angeschlagener Gegner, bei dem viele Fans gedanklich schon drei Punkte aufs Konto dazubuchen. Ein Fehler, wie die Vergangenheit zeigt. Die bisherige Heimbilanz gegen den badischen Dorfklub: Ein Sieg, zwei Niederlagen. „Wir sind sehr, sehr froh darüber, dass wir gewonnen haben“, sagte Trainer Benno Möhlmann. „Jetzt haben wir zwei Tage Zeit, um uns auf ein verdammt schweres Spiel gegen Sandhausen einzustellen.“

Rubriklistenbild: © MIS

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