Ex-Löwe über Kuranyi und das anstehende Pokalspiel

Volland im tz-Interview: "Bei 1860 muss was passieren"

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Kevin Volland freut sich auf das Wiedersehen mit den alten Kollegen vom TSV 1860.

München - Seit 2012 spielt Kevin Volland nun für 1899 Hoffenheim, am Samstag trifft er im DFB-Pokal zum ersten Mal in einem Pflichtspiel auf seine ehemaligen Kollegen. Mit welchen Gefühlen und Erwartungen, das verrät Volland im tz-Interview.

Kevin, Ihr Namensvetter und neuer Sturmkollege Kuranyi hat vor ein paar Tagen erklärt, dass er gerne in die Rolle Ihres großen Bruders schlüpfen würde. Lassen Sie das zu?

Volland: (lacht) Er hat das sicher nicht so gemeint, dass er mich bevormunden will. Es geht darum, dass er mir von seiner internationalen Erfahrung natürlich viel mitgeben kann. Ich kann ihm dafür Tipps für die schnelle Eingewöhnung im Verein geben.

Kevin ist ein ganz offener Typ ohne irgendwelche Starallüren, wir verstehen uns super. Er ist jetzt eine Woche bei uns, aber mir kommt’s manchmal vor, als würde ich schon vier Jahre mit ihm zusammenspielen.

Dürfen sich die Löwen am Samstag also auf ein Sturmduo Kevin & Kevin einstellen?

Volland: Das kann ich nicht beantworten, da müssen Sie den Trainer fragen. Ich denke, vor Freitag wird sich da nichts Konkretes sagen lassen.

Einen K & K- Sturm gab’s schon einmal in der Bundesliga mit Klose und Klasnic vor zehn Jahren bei Werder Bremen. Nicht die kleinsten Fußstapfen…

Volland: Ach, um solche historischen Dinge kümmere ich mich gar nicht. Wir lassen uns da auch gar keine Vorgaben machen. Was zählt, ist die Gegenwart. Und da bin ich mir sicher, dass uns Kevin mit seiner Abgezocktheit vor dem Tor und seiner enormen Wettkampferfahrung in allen Belangen weiterhelfen wird.

Was ist Ihnen bei der Pokal-Auslosung durch den Kopf gegangen, als die Löwen als Erstrunden-Gegner gezogen wurden?

Volland: Einerseits hab’ ich mir gedacht, dass wir es in der ersten Runde einfacher hätten erwischen können als auswärts gegen einen Zweitligisten. Andererseits habe ich mich natürlich gefreut, dass ich in der Arena jetzt auch mal gegen Sechzig spielen kann und nicht nur immer gegen Bayern. Mit Chris Schindler ist ja jetzt einer meiner besten Kumpels Kapitän, dazu hab ich noch zu Kai Bülow und Vitus Eicher regelmäßig Kontakt. Ich freue mich auf Samstag und hoffe, dass möglichst viele Zuschauer kommen werden.

Wie viele Karten mussten Sie für Freunde und Familie besorgen?

Volland: Stand jetzt 26. Das ist ganz ordentlich, oder?

Durchaus. Welches Ergebnis streben Sie an?

Volland: Sechzig hat schon zwei Ligaspiele hinter sich, in diesem Punkt haben sie uns gegenüber einen kleinen Vorsprung. Aber auch wir sind gut im Saft, nehmen jetzt die Belastung etwas raus – die Vorbereitung läuft wie vor einem Bundesligaspiel. Ich wäre zufrieden, wenn wir den Sack in 90 Minuten zumachen könnten. Möglichst zu Null.

Wie erklären Sie sich den sportlichen Niedergang der Löwen in den letzten Jahren?

Volland: Wir haben damals eigentlich eine gute Rolle in der Liga gespielt, von daher kann ich’s mir nicht erklären, wie das in der letzten Saison so weit kommen konnte. Es steht mir nicht zu, öffentlich über klubpolitische Dinge bei 1860 zu sprechen. Fakt ist, dass was passieren muss – und zwar an den richtigen Stellen.

Trainer Torsten Fröhling sagte am Mittwoch, dass er Sie gerne in seinem Team hätte. Wann sehen wir Kevin Volland wieder im 60-Trikot?

Volland: Naja, Stand jetzt ist eine Rückkehr sehr unrealistisch. Aber zum Ende der Karriere vielleicht? Ich weiß nicht, was bei mir passiert – und ich weiß auch nicht, was bei 1860 bis dahin passiert. Ich weiß nur, dass die Zeit bei 1860 definitiv überragend für mich war. Dort habe ich den Sprung in den Profifußball geschafft, dafür bin ich dankbar. Ich habe Sechzig tief ins Herz geschlossen.

Interview: lk

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