Beschwerde gegen Notvorstand eingelegt

Kirmaier-Anwalt poltert gegen 1860: "Kriminell"

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Helmut Kirmaier (l.) mit seinem Anwalt Heinz Veauthier.

München - Nach der Einsetzung eines Notvorstandes beim TSV 1860 poltert nun Heinz Veauthier, der Anwalt des Klägers, gegen dieses Vorgehen. Er legt Beschwerde ein.

Seit Dienstag haben die Münchner Löwen einen Notvorstand. Er besteht aus Präsident Gerhard Mayrhofer und Schatzmeister Heinz Schmidt. Dieser Schritt wurde wegen des Gerichtsurteils von Richterin Christina Weitnauer vollzogen, die die Beschlüsse der Mitgliederversammlung vom 14. Juli 2013 für nichtig erklärt hatte. Das langjährige Löwen-Mitglied Helmut Kirmaier hatte geklagt, dass die Mitgliederversammlung nicht rechtmäßig stattgefunden habe (wir berichteten). Dadurch wurde die Wahl von Gerhard Mayrhofer zum Präsidenten ebenso für nichtig erklärt, wie die von ihm forcierte Rückkehr vom Delegiertenwahlsystem zum Mitgliederwahlsystem.

Berufung und Neuwahl: Löwen fahren zweigleisig

Mit der Einsetzung des Notvorstandes fahren die Löwen also zweigleisig: Einerseits legten sie Berufung gegen das Urteil ein, doch andererseits machen sie, dem Richterspruch gemäß, freie Bahn für Neuwahlen. Das Prozedere der Versammlung und deren Entscheidungen von 2013 werden sich also nochmals wiederholen. Erst wird sich Gerhard Mayrhofer zur Wahl als Präsident stellen, er wird gewählt werden und anschließend erneut die Wiedereinführung des Mitgliederwahlsystems auf den Weg bringen.

"Wenn Sie schauen, wozu ein Notvorstand befugt ist, dann ist das klar formuliert: Vorbereitung, Einberufung und Durchführung einer Delegiertenversammlung", erklärt Siegfried Schneider, der Vorsitzende des 1860-Verwaltungsrates nun in der SZ. "Die Wahlen werden schon kommen, natürlich. In den nächsten Wochen oder Monaten. Je früher desto besser." Schneider rechnet sich und dem TSV 1860 gute Chancen für ihre Berufung am Oberlandesgericht aus.

Beschwerde gegen die Einsetzung des Notvorstandes

Heinz Veauthier, Anwalt von Kläger Kirmaier, gefällt diese Notvorstands-Einberufung der Löwen natürlich gar nicht. Seiner Meinung nach hat 1860 schließlich immer noch einen Vorstand: Ex-Präsident Dieter Schneider. Auf Nachfrage der Süddeutschen Zeitung sagte Veauthier: "Siegfried Schneider ist jetzt zum zweiten Mal aufgewacht, weil er gemerkt hat, dass es brennt. Nur hat er diesmal kein Wasser im Schlauch, sondern Öl."

Veauthier hat bereits Beschwerde gegen die Einsetzung des Notvorstandes eingelegt. Der Grund: Sein Mandant Helmut Kirmaier wurde als Beteiligter des Prozesses nicht angehört. Veauthier selbst bezeichnet das Vorgehen des Vereins als "kriminell". Und Schneider gehöre seiner Meinung nach "auf der Stelle aus dem Verein ausgeschlossen."

Interessant ist allerdings, dass ein Antrag von Heinz Veauthier auf Einsetzung eines Notvorstands mit Erich Meidert (gescheiterter Präsidentschaftskandidat) bei 1860 vom Registergericht abgelehnt worden war - mit Verweis darauf, dass der TSV bereits mit Hep Monatzeder, Heinz Schmidt und Christian Holzer ein Präsidium habe. Jetzt wurde der Antrag, der bekanntlich ja vom Verein kam, anerkannt. Veauthier vermutet, "dass hier von außen nachgeholfen wurde. Da haben Leute im Aufsichtsrat Beziehungen, die es einem ermöglichen, Einfluss zu nehmen."

Fortsetzung folgt...

fw

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