Großes Thema bei Löwen-Versammlung

Kirmaier gegen 1860: Lage spitzt sich zu

München - Doch kein Friede in Sicht? Die Lage im Zwist zwischen Mitglied Helmut Kirmaier und dem TSV 1860 spitzt sich nun doch wieder zu.

Nächster Akt im Sechzgerstadl! Schien das Gerichtsverfahren zwischen 1860-Mitglied Helmut Kirmaier und den Löwen am Freitag noch auf einen Vergleich hinauszulaufen, spitzt sich die Lage nun wieder zu. 1860-Präsident Gerhard Mayrhofer sah sich am Samstag dazu veranlasst, auf seiner Facebook-Seite in die Offensive zu gehen.

Mit Verweis auf die Unsicherheit in der heißen Phase der Saisonplanung schrieb der Oberlöwe: „Schaffen wir diese Einigung nicht, was nicht an uns liegen soll, dann steht unser Verein vor einem Scherbenhaufen. Dieses Risiko bewusst einzugehen, um formelle Fehler ehrenamtlich engagierter Mitglieder bei der Einladung zu Versammlungen nachzuweisen, ist für mich eine seltsame Motivation. Was ist eure Meinung?“

Die Antworten ließen nicht lange auf sich warten. Überwiegend bekam Mayrhofer Zustimmung; „Schmeißts den Kasperl Kirmaier aus dem Verein“ war noch eine der milderen Formulierungen. Auch Fußball-Abteilungsleiter Helmut Pestinger will ihm zu 100 Prozent den Rücken stärken.

Doch es gab auch zahlreiche Facebook-User, die Mayrhofers Art der Kommunikation für kontraproduktiv halten. „In einem laufenden Verfahren öffentlich Stimmung machen – das findet die Richterin und der Kläger bestimmt irrsinnig witzig“, hieß es in einem Kommentar. „Einen Vergleich findet man nicht bei Facebook, sondern in aller Ruhe unter vier Augen“, schrieb ein anderer. Auch Robert Reisinger, der ehemalige Leiter der Fußballabteilung, beteiligte sich an Mayrhofers „Umfrage“. Sein Kommentar: „Viele Mitglieder haben in dieses Präsidium große Hoffnungen und Erwartungen gesetzt, dass die Demokratie und die Mitgliederbestimmung nach langen Jahren endlich wieder Einzug in unserem Verein findet. (…) Zerstören Sie diese Hoffnung nicht durch unbedachte und unreflektierte Äußerungen in den Medien oder in sozialen Netzwerken und Internetforen.“ Bei der Jahresversammlung der 1860-Fußballabteilung im „Pschorr“ am Viktualienmarkt nahm das Thema Kirmaier am Sonntag einen großen Teil der Zeit in Anspruch. Vizepräsident Heinz Schmidt machte keinen Hehl aus seiner Ratlosigkeit. „Wir fühlen uns extrem in der Arbeit behindert und sind für jede Lösungsmöglichkeit dankbar“, sagte Schmidt mit Verweis auf anstehende Projekte wie die Sanierung der Trainingsplätze. „Ich unterschreibe bestimmt keinen Bauauftrag über Hunderttausende Euro, wenn ich’s dann vielleicht privat zahlen muss.“ Der Verein befinde sich in einer äußerst heiklen Situation. „Wenn wir mit der neuen (womöglich nicht gültigen) Satzung weitermachen, dann wird sich einer finden, der wieder klagen wird.“

Bilder: Mitgliederversammlung der Fußballabteilung der Löwen

Bilder: Mitgliederversammlung der Fußballabteilung der Löwen

Auch Markus Rejek äußerte sich besorgt. Ab „bestimmten Beträgen“ sei bei Verträgen die Zustimmung des Geschäftsführungs-Beirats nötig, sagte der Geschäftsführer der Profi-Abteilung. In diesem Beirat sitzt neben Hasan Ismaik, Noor Basha und Finanzberater Karl-Christian Bay auch Mayrhofer.

lk

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Rubriklistenbild: © sampics / Stefan Matzke

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