Fabian Johnson

Klinsmann setzt auf Ex-Löwen

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Fabian Johnson.

Sao Paulo - Fabian Johnson, früher TSV 1860, hat sich als rechter Außenverteidiger im US-Team etabliert.

Beinahe ein Jahrzehnt lang war das keine Frage für die Fußball-Nationaltrainer der USA. Rechts hinten, da spielte Steven Cherundolo, zu dem Mann von Hannover 96 gab es keine Alternative. Doch weil vor zwei Jahren der Körper des dreimaligen WM-Teilnehmers nicht mehr wollte, musste ein Ersatz her. Trainer Jürgen Klinsmann hat ihn rechtzeitig gefunden. In der Bundesliga. Fabian Johnson, einst für den TSV 1860 aktiv, hat sich auf dem zuvor vakanten Posten etabliert.

Der 26-Jährige – zuletzt 1899 Hoffenheim, demnächst Borussia Mönchengladbach – ist der große Gewinner der Vorbereitung des letzten deutschen Vorrundengegners auf die WM in Brasilien: Gut gegen Armenien (2:0), stark und mit dem ersten Treffer im US-Trikot gegen die Türkei (2:1), stark und mit Torvorlage gegen Nigeria (2:1). Mitspieler wie Angreifer Jozy Altidore loben ihn als „große Hilfe“.

Es war im Jahre 2011, als Johnson zum ersten Mal berufen wurde von Klinsmann. Der hatte zunächst aber wohl andere Pläne mit dem gebürtigen Münchner, der für die Löwen 90 Zweitliga-Partien bestritt. „Johnson“, versicherte der ehemalige Bundestrainer noch im Dezember 2012, „ist auf dem besten Weg, einer der besten Linksverteidiger der Welt zu werden.“

In der Tat ist Johnson äußert variabel. DFB-Coach Horst Hrubesch ließ Johnson, Sohn eines amerikanischen Vaters und einer deutschen Mutter, einst im rechten Mittelfeld der Juniorennationalmannschaft spielen. Unter anderem im Endspiel der U21-EM 2009, als der junge Mann aus Giesing an der Seite der Mittelfeldkollegen Mesut Özil und Sami Khedira gegen England gewann (4:0).

Seine Vielseitigkeit, sagt Johnson, habe er seinem Vater Charles zu verdanken. Der ehemalige Basketballspieler riet dem Junior, „immer an meinem schwachen Fuß zu arbeiten, er hat mir auch gesagt, dass ich immer das Beste geben soll – egal, wo ich spiele. Und das tue ich auch, ich gebe immer mein Bestes.“ Das ist eine sehr amerikanische Art, Dinge anzugehen. Deutschland, sagt Johnson, „ist meine Heimat. In München habe ich meine gesamte Kindheit und Jugend verbracht.“

Dennoch hatte er kaum gezögert, als der Anruf von Klinsmann kam. Auch die Eltern hatten keine Bedenken, dass der deutsche Europameister sein Glück für die USA suchen wollte. „Glückwunsch“, sagt Johnson, hätten sie gesagt. Nach einem „Schnupperkurs“ bei der US-Nationalmannschaft war ihm klar: Ich mache das. Am 26. Juni wird er in Recife auf die ehemaligen Mitspieler treffen. Vor allem auf das Duell mit Jerome Boateng „freue ich mich schon“, sagt er. Dem Kumpel wird er allerdings auf dem Spielfeld höchstens begegnen, wenn der aus Versehen als linker Verteidiger aufläuft.  

sid

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