Der Kader gibt Rätsel auf

Poschner kündigt Verstärkungen an

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Gerhard Poschner.

München - Der Kader des TSV 1860 gibt Rätsel auf – die Verantwortung teilen sich Poschner und Moniz. Der Sport-Geschäftsführer kündigt Verstärkungen an.

Gerhard Poschner war gestern ein gefragter Mann. Ein Handy lag links von ihm auf dem Tisch, eines rechts – beide rappelten im Lautlos-Betrieb munter vor sich hin, doch der Sportchef des TSV 1860 ließ sich nicht aus dem Konzept bringen. Erläuterungen zur spektakulären Massen-Suspendierung (s.o.) waren das eine Thema, das zur außerplanmäßigen Presserunde geführt hatte, eine sportliche Bestandsaufnahme das andere. Beides fiel erwartungsgemäß bitter aus.

Die Mannschaft habe gegen Leipzig einen „unglaublich unfrischen und müden Eindruck gemacht“, sagte der Sportchef. Die Laufleistung sei „unterirdisch“ gewesen. Poschner weiter: „Die Mannschaft ist körperlich in einem Loch, das hat man am Sonntag ganz klar gesehen, aber auch in Kaiserslautern ab der 60. Minute.“ Klingt nach Kritik an Ricardo Moniz, der ja für die Trainingssteuerung zuständig ist. Poschner jedoch nimmt den Mann, den er für 1860 gescoutet hat, in Schutz, öffentlich zumindest. Erstens, sagt er, „geht eine Saison bis zum 15. Mai – und nicht nur bis zum 15. August“. Zweitens, gibt er zu bedenken, „kann es auch sein, dass die Mannschaft so eine Vorbereitung einfach nicht gewohnt war“. Poschner versichert, dass ab sofort „die richtigen Maßnahmen getroffen werden“, was auch immer das heißt. „Schlimm wäre, wenn es uns nicht bewusst wäre.“

Ein unfitter Kader ist das eine Problem. Dazu kommt, dass er auch unfertig ist, was weniger in der Verantwortung des Trainers liegt, sondern in der von Poschner selbst. „Wir konnten uns nicht einigen oder es nicht realisieren, dass die Spieler kommen, die der Verein braucht“, sagte Moniz am Tag nach der 0:3-Pleite, als ein Fast-Eigentor der Gäste die gefährlichste Angriffsaktion der Löwen darstellte. Klingt nach Kritik am Sportchef, doch Moniz betont: „Poschi und ich sind uns einig, dass wir Verstärkungen brauchen.“ Beide fahnden nach jener Offensivkraft, „die den Unterschied machen kann“. Bedauernd sagt der Trainer: „Wir können eben nicht vier Millionen Euro für einen Poulsen ausgeben.“ Für jenen Leipziger Stürmer also, der die Löwen fast im Alleingang erledigt hatte.

„Wir sind noch nicht fertig mit der Kaderplanung“, sagt Poschner. Bis Ende des Monats sei Zeit, auf dem Transfermarkt zuzuschlagen. Und was das Leistungsvermögen der von ihm konzipierten Mannschaft angeht, sagt er: „Sie ist definitiv besser, als sie sich präsentiert hat. Wir waren in der Vorbereitung schon mal weiter.“ Mit Ausnahme von 20 Minuten in Kaiserslautern ist dieser Beweis im Pflichtspielbetrieb noch nicht erbracht worden.

Uli Kellner

 

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