1860-Sportchef war fleißig

Kommentar: Respekt für diese Transfers, Herr Kreuzer

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1860-Sportchef Oliver Kreuzer verpflichtete fpünf neue Akteure in der Winterpause.

München - Oliver Kreuzer ist seit 90 Tagen Sportchef beim TSV 1860 München. Seine in der Winterpause getätigten Transfers sorgen für eine Aufbruchstimmung. Ein Kommentar.

Als Oliver Kreuzer Anfang November als neuer Sportchef des TSV 1860 präsentiert wurde, war das Echo der Fans gespalten. Nicht wenige zweifelten an der Entscheidung, den Ex-Bayern-Spieler und ehemaligen sportlichen Verantwortlichen des Hamburger SV und des Karlsruher SC als Nachfolger von Gerhard Poschner zu installieren.

Zweieinhalb Monate und eine Transferperiode später sind die kritischen Stimmen weitestgehend verstummt. Ruhig, unaufgeregt und sachlich ist Kreuzer seine neue Aufgabe angegangen und hat in der Winterpause sage und schreibe fünf neue Spieler an die Grünwalder Straße lotsen können. 

  • Sascha Mölders (30) kam auf Leihbasis vom FC Augsburg. Ein Vollblut-Stürmer mit Erst- und Zweitliga-Erfahrung, der endlich wieder spielen und sein Können zeigen möchte. Er ließ seinen Torriecher in den Testspielen bereits aufblitzen, sorgte für Gefahr und traf auch schon ins Netz. Durch ihn kann und will 1860 nun mit zwei Stürmern (Mölders und Rubin Okotie) agieren. 
  • Jan Mauersberger (30) kam vom Karlsruher SC. Der beim FC Bayern ausgebildete Verteidiger soll die Defensive stärken und für mehr Torgefahr bei Standardsituationen sorgen. Klappte beim 5:1-Testspielsieg in Burghausen (Highlights im Video) ja schon sehr gut, Mauersberger traf nach zwei Eckbällen jeweils per Kopf.
  • Levent Aycicek (21) wurde von Werder Bremen ausgeliehen. Technisch stark und ballsicher präsentierte er sich in der Vorbereitung. Ein Tor und zwei Vorlagen sprechen für den kleinen Dribbler, der auffällig gut mit dem Löwen-Zehner Michael Liendl harmonierte. Ebenfalls positiv: Seine Pässe und Flanken kamen fast immer ans Ziel.
  • Maximilian Beister (25) kam für viele überraschend kurz vor Transferschluss als Leihgabe von Mainz 05. Der offensive Mittelfeldspieler war 2012 maßgeblich am Aufstieg von Fortuna Düsseldorf beteiligt, wurde von einigen großen Vereinen beobachtet. Jetzt will er sich zurück ins Rampenlicht spielen.
  • Goran Sukalo (34) kam von von Greuther Fürth ist der erfahrenste unter den Neu-Löwen - auch, was den Abstiegskampf angeht. "Eventuell bekommen wir wirklich noch den idealen Mann rein", antwortete Kreuzer zwei Tage vor Sukalos überraschenden Last-Minute-Verpflichtung auf die Frage nach einem neuen Sechser. Es hat geklappt. 

Kreuzer überzeugte namhafte Spieler von 1860 München

Allesamt erfüllen das Anforderungsprofil von Oliver Kreuzer: Sie helfen den Löwen sofort weiter, sprechen alle deutsch, kennen den deutschen Fußball und spielen auf den Positionen, auf denen 1860 zuletzt Probleme hatte. 

Besonders beeindruckend: Alle fünf Spieler sind keine Unbekannten im deutschen Fußball und zogen die Löwen trotz anderer lukrativer Angebote vor. "Wenn ich mir überlege, dass so ein Spieler (in diesem Falle Beister, d. Red.) auch andere Optionen hatte, auch tabellarisch bessere Optionen, und dann doch sagt, er geht zu uns, das spricht ganz klar für den Verein", sagte Kreuzer am Rande des Testspiels in Burghausen im Gespräch mit unserer Onlineredaktion. Es spricht aber auch für Kreuzer selbst, dass er diese Spieler von einem Engagement beim TSV 1860 überzeugen könnte.

Auch angesichts der widrigen Umstände muss man Kreuzer Respekt zollen. Die finanziellen Mittel bei den Löwen sind überschaubar, der Transfermarkt im Winter äußerst schwierig. Die Unruhen im Verein, vor allem in Bezug auf Invesstor Hasan Ismaik, und der Tabellenstand erleichterten dem Sportchef die Arbeit ebenfalls gerade.

Kreuzer: Substanz und Qualität bei 1860 München erhöht

Kreuzer ist sich sicher: "Wir haben die Substanz in der Mannschaft erhöht. Mehr Substanz heißt auch mehr Qualität. Mehr Qualität heißt auch im Training mehr Qualität. Ich glaube schon, dass wir jetzt besser gerüstet sind als im November, Dezember." Eine gewisse Aufbruchstimmung ist an der Grünwalder Straße zu spüren.

Oliver Kreuzer hat (zumindest auf dem Papier) seine Hausaufgaben in seiner ersten Transferperiode als Sportchef TSV 1860 mehr als ordentlich gemacht. Jetzt liegt es an den Spielern, denn Kreuzer weiß: "Man muss es auch auf den Platz bringen."

Dennoch muss man fürs Erste konstatieren: Respekt für Ihre bisherige Arbeit, Herr Kreuzer!

Florian Weiß

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