Nach dem Vorwurf des Beirates

Kommentar: Medien schaden 1860? Sorry, so stimmt das nicht!

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Onlineredakteur Florian Weiß.

München - Laut der Stellungnahme des Beirates ist die kontinuierlich negative Bericht­erstattung über den TSV 1860 Schuld an der Misere. Dagegen wehrt sich Onlineredakteur Florian Weiß. Ein Kommentar.

Betrachten wir einmal die Fakten. Der TSV 1860 kämpft seit eineinhalb Jahren gegen den Abstieg aus der 2. Bundesliga. Seit der Fast-Insolvenz und dem Einstieg von Hasan Ismaik als Investor im Jahr 2011, also vor genau fünf Jahren, wurden regelmäßig große Taten angekündigt, doch es folgten Querelen, Streitigkeiten, Possen, Entlassungen - und das regelmäßig. Aber die Schuld daran liegt laut des Beirates nicht an der TSV 1860 GmbH, sondern bei den Medien, die laut Stellungnahme, kontinuierlich negativ und inakkurat berichten würden. "Diese Berichterstattung führt leider ausschließlich dazu, den Interessen des Klubs zu schaden."

Ist das so? Wir Medien sind also die Schuldigen an dem Chaos?

Liebe Löwen, lieber Beirat, liebe Fans - diesen Schuh wollen wir uns so nicht anziehen! Mehr noch, dagegen wollen wir uns wehren! Fakt ist: Wenn es Missstände gibt, ist es unsere Aufgabe diese zu beleuchten und darüber zu berichten. Gäbe es diese nicht, gäbe es auch keine entsprechenden Meldungen. Vom Totschweigen und Schönreden wurden noch keine Probleme gelöst - und davon gibt es an der Grünwalder Straße augenscheinlich doch genug! Euer Hinweis, die Fans sollen sich lieber auf der Vereinshomepage informieren, ist dabei eine absolute Farce.

Glaubt Ihr wirklich, wir freuen uns über die 1860-Krise?

Was hätten wir Medien im Übrigen denn davon, den TSV 1860 absichtlich in Grund und Boden zu schreiben? Glaubt Ihr wirklich, wir wollen, dass dieser (eigentlich) großartige Verein mit seinen beeindruckenden Fans wieder in den Niederungen des Amateurfußballs verschwindet? Glaubt Ihr wirklich, wir würden nicht viel lieber positive Schlagzeilen fabrizieren und Eure Leistungen (sportlich und wirtschaftlich) feiern?

München braucht Sechzig - und das auch als Gegenpol zur Weltmarke FC Bayern! Die Löwen vertreten den fan-nahen, den regionalen, den in der Stadt verwurzelten Fußball Münchens. Und der soll bitte in den Profi-Ligen spielen, am liebsten ganz oben!

Schon einmal etwas von #60bleibtdrin gehört?

Übrigens, liebe 1860-Verantwortlichen: Ihr habt doch sicher von unserer Fan-Aktion #60bleibtdrin erfahren. Ihr verwendet unseren Hashtag doch schon selbst (was uns sehr freut). Verhält sich so ein Medium, dass 1860 absichtlich schlechtreden will? Bei uns sitzen reichlich Kollegen, die mit Sechzig leiden. Und sogar Promis, wie Torsten Legat, drücken Euch jetzt schon die Daumen.

Also, lieber TSV 1860, lieber Beirat: Überdenkt Eure Zeilen doch noch einmal (egal, von wem sie diktiert, aufgesetzt oder durchgewunken wurden), und überlegt einmal, woher die Querelen und Probleme wirklich kommen. Man sollte vielleicht erst einmal vor der eigenen Haustür kehren, bevor man die Schuld bei anderen sucht - die nicht auf dem Platz stehen oder in der Führungsetage sitzen.

Noch einmal, damit es auch wirklich jeder versteht: Wir drücken Euch, liebe Sechzger, die Daumen, dass Ihr den Klassenerhalt noch schafft. Und nicht vergessen: #60bleibtdrin!

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