Nach dem Amateur-Derby

Kommentar: Das Problem ist nicht das Stadion

München - Nach dem Amateur-Derby dürfte die Debatte um Sicherheit beim Fußball in München noch mehr Fahrt aufnehmen. Doch das Problem ist nicht das Grünwalder Stadion, kommentiert Merkur-Redakteur Felix Müller.

Es ist weitgehend friedlich geblieben am Ostermontag beim kleinen Derby in Giesing. Wegen unserer Riesen-Präsenz, sagt die Polizei. Nein – weil wir eben doch friedlich sind, sagen die Fans. Die eigentliche Frage ist jetzt aber, wie es weitergeht.

Gut möglich, dass dies das letzte Derby im Grünwalder Stadion war. Halb Giesing eine Sicherheitszone, 1200 Beamte im Einsatz: Das Viertliga-Duell hat eine Dimension erreicht, die viele Münchner unzumutbar finden. Die Debatte zwischen Politik, Polizei und Öffentlichkeit steuert auf ein Risikospiel-Verbot in Giesing zu.

Das wäre schade für all jene, die es lieben, wenn im Viertel das Spieltags-Kribbeln in der Luft liegt. Und es wäre unsinnig, weil Gewalt nicht von Stadien ausgeht, sondern von Menschen. Vor einem Münchner Derby in der Arena würden sich rabiate Gruppen genauso in der Innenstadt treffen – einfach, weil das mittlerweile Brauch ist. Von dort aus würden alle die U6 nehmen – und nicht auf verschiedene Stationen verteilt werden, wie es die Polizei am Ostermontag in Giesing beispielhaft organisierte.

Ein hitziger Tag ist vorbei. Jetzt sollte man in Ruhe bedenken, welche Probleme man wie bekämpft. Und welche man wohl nie ganz in den Griff kriegen wird. Egal mit welchen neuen Sicherheitsregeln. Und egal, in welchem Stadion.

Bilder vor dem Derby: Rotes Tal, blaues Giesing

Bilder rund ums Derby: Rotes Tal, blaues Giesing

Rubriklistenbild: © Frank Meier

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Kommentare

oida rodaAntwort
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teeanger derfst a für deine turnersleid, de saubläden schmierfinken song. und nix anderes. ihr duads imma so wia guad ihr seids. aussa in ingolstadt drauts eich doch gar nix

Moo50Antwort
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Absolut richtig!

SokratesMIAntwort
(0)(0)

Hast ja recht, dass sich vieles verändert hat. Nur: Ironie dient insbesondere dazu, Dinge zu persiflieren, die - meistens - nicht so ernst gemeint sind.
Um es konkret zu machen; glaub mir, ich hab nix gegen Zuagroaste. Mich ärgern nur diejenigen, welche z.B. gegen Kindertagesstätten in ihrer Nachbarschaft protestieren. Oder solche, die aufs Land ziehen, weils dort so griabig ist, aber dann gegen Kuh-Muhen oder Kirchenglocken vor Gericht ziehen... und ihr Recht (?) durchsetzen müssen.
Darf ich Dir symbolisch die Hand reichen? Offenkundig bist und denkst Du anders, moderner. Und somit nicht so viel anders, wie ich das Ganze tatsächlich sehe. Die gesunde Mischung ist schon gut so. Gesunde Ironie aber doch auch mal. Oder?