Jubelstimmung

Kommentar: Die Trendwende beim TSV 1860 München?

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Ist die Trendwende bei den Löwen geschafft? Das fragt Merkur-Redakteur Armin Gibis.

Müchen - Der TSV 1860 schwelgt derzeit in in seltener Jubelstimmung. Ist die Trendwende bei den Löwen geschafft? Das fragt Merkur-Redakteur Armin Gibis in seinem Kommentar.

Schon erstaunlich, dass nur ein einziges Liga-Spiel ausreichen kann, um lodernde Begeisterung an der Fanbasis auszulösen. Am Tag nach dem 2:1-Sieg beim 1. FC Nürnberg jedenfalls schienen noch immer so ziemlich alle Löwen-Herzen heftig zu pochen vor Freude. Gerade so, als gäbe es mindestens den Aufstieg zu feiern. Eine Reaktion, die zeigt, wie sehr die Sehnsucht nach Erfolg inzwischen angewachsen ist. In einem von permanentem Leidensdruck heimgesuchten Verein wie dem TSV 1860, wo die Neigung zum spontanen Überschwang eine lange Tradition hat, kann das sehr schnell zu einem ebenso trügerischen wie schnell vergänglichen Stimmungshoch führen. Was also ist er Wert, der vielbejubelte Coup im bayerischen Derby?

Zunächst einmal gilt es da festzustellen, dass die Duelle mit Nürnberg schon in großen Zeiten mit besonderer Inbrunst ausgetragen wurden. Und wenn dann auch noch der erste Sieg im Frankenland seit 13 Jahren gefeiert wird, speist das die Fanseelen verstärkt mit euphorischen Gefühlen. Zumal nach Jahren, die von Tristesse und Existenzängsten geprägt waren. Aber es lag nicht allein am freudigen Ereignis, dass der knappe Sieg so innigen Anklang fand. Vielmehr keimte nach scheinbar unendlich langer Durststrecke erstmals wieder die Zuversicht auf, der TSV 1860 sei doch nicht von dunklen Mächten dazu verdammt, auf immer und ewig ein Verein der enttäuschten Hoffnungen zu sein.

Sicher, Neuanfänge wurden in den zwölf Jahren der von vielen Fans als Erniedrigung empfundenen Zweitklassigkeit schon öfter propagiert beim TSV 1860. Stets erwiesen sie sich als Fehlschläge. Doch schon in den vergangenen Monaten regte sich der leise Optimismus, unter der Ägide von Trainer Kosta Runjaic und Sportchef Thomas Eichin gehe es nun endlich professioneller, seriöser im notorisch krisengeschüttelten Traditionsklub zu.

Dieser Eindruck fand nun auf dem Fußballplatz eine erste spektakuläre Bestätigung. Die Löwen waren am Montagabend kaum noch wiederzuerkennen. Sie warteten mit schon lange nicht mehr gesehener Leidenschaft und Spielkultur auf – und inspirierten zur Vorfreude auf mehr. Eines gilt es allerdings nach wie vor zu bedenken: Ein starkes Spiel bedeutet noch längst keine Trendwende.

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