Die Krise als Chance: Die blauen Hoffnungsträger

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Hoffnungsträger? Marcos Antonio (r.) mit Sportdirektor Miki Stevic

München - Im Testspiel gegen den FC Ingolstadt will TSV-1860-Trainer Ewald Lienen ausloten, was seine Alternativen wirklich können. Das sind die blauen Hoffnungsträger:

Als „wichtigen Meilenstein“ bezeichnet Ewald Lienen das heutige Testspiel der Krisenlöwen beim Drittligisten FC Ingolstadt (Freitag, 18.30 Uhr, TUJA-Stadion). Neun Tage vor der eminent wichtigen Ligapartie gegen den MSV Duisburg will der 1860-Trainer ausloten, wie es um die Wettkampf-Qualität seiner Kader-Alternativen bestellt ist. „Marcos Antonio, Emanuel Biancucchi oder Sascha Rösler sind Kandidaten, die ich mir genau anschauen werde in Ingolstadt“, sagt Lienen. „Und noch einige mehr.“ Die Krise als Chance? Die tz stellt die (möglicherweise letzten) blauen Hoffnungsträger vor.

Emanuel Biancucchi: Als „Messi-Cousin“ ist der Argentinier in Giesing weltberühmt. Beim Auswärtsspiel in St. Pauli stand der 21-jährige Offensivmann zum ersten Mal im Profikader. In der 1860-Regionalliga-Mannschaft ist er als Nicht-EU-Ausländer nicht spielberechtigt. Heute beim Test wird ihn Lienen als zweite Spitze neben Benny Lauth aufbieten. „Emma“, sagt der Coach, „kann drei Sachen besonders gut: erstens: Bälle halten und dribbeln. Zweitens: tödliche Steckpässe spielen. Und drittens: auf unglaubliche Art Bälle verlieren, die zu Riesenkontern führen.“ Für eine Rolle im unterbesetzten Mittelfeld müsse Biancucchi „lernen, risikoloser zu spielen“. Suboptimal ist auch sein Verhätnis zur deutschen Sprache. Lienen: „Beim Unterricht hat Emma bisher wohl nur verträumt aus dem Fenster geschaut. Da muss was passieren.“

Marcos Antonio: Als „Mini-Zé-Roberto“ stellte Lienen den 1,71 Meter kleinen Brasilianer Mitte August vor. Heute in Ingolstadt bekommt der 21-jährige Linksfuß aus der Talentschmiede von Corinthians Alagoano (u.a. Marcelinho) die Chance als Sechser neben Sascha Rösler. „Ich bin heiß auf einen Einsatz. Ich will der Mannschaft helfen in dieser schwierigen Situation“, sagte Marcos Antonio zur tz. Lienen beeindrucken vor allem die gesunde Aggressivität und feine Technik des Brasilianers: „Er schlägt gezielte Flanken aus dem Fußgelenk. Das können hier nicht viele.“

Benjamin Schwarz: Nach langer Leidenszeit (Knie) ist der wackere Gegenspieler von Franck Ribéry aus dem semi-legendären Pokalspiel gegen Bayern wieder auf Profiniveau angelangt. Der gebürtige Münchner könnte die schwächelnde Hilfslösung José Holebas hinten links bald ablösen. Lienens Kommentar: „Benny ist voll einsatzfähig. Er kann Fußball spielen und schlägt super Linksflanken.“

Matthias Wittek: Schon nach der Vorbereitung war der 1,93 Meter große Innenverteidiger auf dem Sprung in den Profikader, jetzt hat’s der 20-jährige Modellathlet wohl gepackt. „Es gefällt uns sehr gut, wie Matthias spielt. Er hat es verdient, näher heranzurücken“, sagt Lienen. Torben Hoffmann aufgepasst!

Sascha Rösler: Rein, raus, wieder rein. Wann kann der Winter-Zugang endlich überzeugen? „Mein Frustlevel ist hoch“, sagt Rösler. „Ich will endlich raus aus dem Kreislauf!“ Täglich macht er deshalb halbstündige Sonderschichten.

Filip Tapalovic: Der Ex-Löwe soll heute eingewechselt werden. „Er macht einen ordentlichen Eindruck als defensiv kontrollierender Mittelfeldspieler“, sagt Lienen. Was freilich nicht allzu viel bedeuten muss.

Ludwig Krammer

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