Poschner über die Trainersuche

"Es sagte keiner ab, den wir unbedingt wollten"

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Gerhard Poschner.

München - Die leidige T-Frage beim TSV 1860 - alles ganz normal, heißt es bei den Verantwortlichen. Laut Sportchef Gerhard Poschner werden die Löwen ihren künftigen Trainer bis Ende Mai präsentieren.

Inzwischen sind sie alle ausgeflogen, die Teammitglieder des TSV 1860. Markus Schwabl verbringt seinen Urlaub zusammen mit Vitus Eicher in der Türkei, Gabor Kiraly zog es in seine ungarische Heimat, aber auch entlegene Ziele wie Mexiko (Stoppelkamp), Karibik (Schindler) und Ostsee (Bülow) wurden gebucht. Auf Yuya Osako (WM) und Julian Weigl (U 19-EM-Quali) warten vor dem Faulenzen ein paar internationale Aufgaben – und Markus von Ahlen erholt sich dort, wo er nicht der einzige Deutsche sein wird. Sein Ziel ist der Gardasee.

Der südlichste See Bayerns (Münchner Sicht) hat für den Trainer den Vorteil, dass er binnen dreieinhalb Stunden zurück sein kann, sollte etwas Wichtiges anliegen. Anliegen könnte zum Beispiel ein innerbetrieblicher Aufstieg, eine Beförderung vom Interims- zum Cheftrainer. Eine Überraschung wäre das inzwischen nicht mehr. Auch von Ahlen weiß: Je länger die Suche der Vereinsbosse nach der Ideallösung dauert, je mehr Kandidaten durchs Raster fallen, desto größer werden die Chancen des 43-Jährigen, den Zweitliga-Dino in die bereits elfte Spielzeit seit dem Abstieg zu führen.

„Die Chancen von Markus von Ahlen sind nicht größer und nicht kleiner geworden“, widerspricht Gerhard Poschner der gängigen Interpretation des Stillstandes. Der Sportchef sieht es vielmehr so, dass in der leidigen T-Frage alles seinen ganz normalen, wenn auch langsamen Gang geht. „Es hakt gar nichts, auch wenn das keiner hören will“, stellt er klar. „Wir nehmen uns alle Zeit der Welt, um für uns abschließend eine Entscheidung zu treffen.“ Und: „Diese Entscheidung rückt näher, weil der Kreis immer kleiner wird. Anders ausgedrückt: Weil wir ihn kleiner machen.“

Saison-Rückblick: Achterbahnfahrt bei den Löwen

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Auf das Wörtchen „wir“, das die aktive Rolle der Löwen betont, legt Poschner in diesem Zusammenhang viel Wert. „Ich bleibe dabei“, sagt er: „Uns hat bisher kein Trainer abgesagt, den wir unbedingt haben wollten. Wir prüfen diese Personalie so sorgfältig, wie sich das für einen Profiverein gehört.“ Zugleich deutet er an: Nicht nur der Kandidatenkreis wird kleiner, sondern auch das vorgesehene Zeitfenster. Auf die Frage, ob in den zehn Tagen bis Ende Mai mit einer Entscheidung zu rechnen sei, sagte der Sportchef: „Ich denke, ja.“

Bis es soweit ist, stehen andere Themen auf der Agenda. Morgen um 15.30 Uhr endet die DFL-Frist bezüglich der Nachlizenzierung. „In dieser Hinsicht ist alles in Ordnung“, beruhigt Poschner vorab. Am Freitag kommt es zu einem packenden Duell vor dem Landgericht. Geklärt wird die Frage, ob Löwen-Mitglied Helmut Kirmaier zurecht die Präsidentschaft von Gerhard Mayrhofer anzweifelt (wir berichteten). Letzter 1860-Termin für diese Woche ist dann die Versammlung der Fußballabteilung. Am Sonntag ab 12.30 Uhr trifft man sich im Pschorr am Viktualienmarkt. Da keine Wahlen anstehen, dürfte sich die Brisanz in Grenzen halten. Aber: Bei 1860 weiß man ja nie.

Uli Kellner

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