Letztes Geleit für Meisterlöwen-Kapitän Grosser

Bewegender Abschied von Peter dem Großen

Letztes Geleit für Peter Grosser.
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Blaue und Rotblaue, in der Trauer vereint: Haching-Boss Manni Schwabl mit dem Meisterlöwen Fredi Heiß, dahinter Michael Köllner neben Sportchef Günther Gorenzel.

Zweieinhalb Wochen nach seinem Tod hat eine kleine Trauergemeinde Abschied von Peter Grosser (82) genommen. Beim letzten Geleit für den Kapitän der Meisterlöwen sagte sein früherer Mitspieler Fredi Heiß: „Du wirst uns als Teil der vielleicht schönsten Zeit in unserem Leben für immer unvergesslich in Erinnerung bleiben.“

  • Abschied in kleinem Kreis: Auch Investor Hasan Ismaik sandte ein Gesteck.
  • Auch die Präsidenten beider Vereine gaben Grosser die Ehre: Robert Reisinger (TSV 1860) und Manni Schwabl (SpVgg Unterhaching).
  • Ex-Haching-Boss Engelbert Kupka: „Als Single trafen ihn die coronabedingten Einschränkungen ganz besonders hart.“

Keine Ordner, keine Spalier stehenden Fans. Wie von den Angehörigen erbeten, fand die Beisetzung von Peter Grosser am Freitag im kleinen Kreis statt. 21 Personen waren zugelassen, dazu kamen 15 nicht angemeldete Gäste. Die Stimmung auf dem Unterhachinger Friedhof, als die Trauernden eintrafen: pietätvoll still. Nur ein Schwarm Krähen krächzte. Vom Himmel fielen Schneeflocken, ab und zu blitzte aber auch die Sonne durch.

So werden ihn die Löwen-Fans in Erinnerung behalten: Kapitän Peter Grosser mit der 1966 gewonnenen Meisterschale.

Einfühlsame Worte gab es ab 15 Uhr in der Aussegnungshalle, die mit etlichen Kränzen geschmückt war, ein Gesteck auch von Hasan Ismaik. Fredi Heiß, 80, einer von drei anwesenden Meisterlöwen (neben Hans Rebele und Hansi Reich), hielt eine emotionale Trauerrede, gerichtet vor allem an die Hinterbliebenen. „Wir alle wissen, wie viel ihm der Fußball bedeutet hat“, erinnerte Heiß an seinen genialen Mitspieler von einst: „Es macht uns traurig, dass wir mit unserem Mannschaftskapitän auch wieder einen Kameraden aus unserer erfolgreichen Zeit verloren haben. Wir möchten hier seinen Brüdern und der Witwe seines verstorbenen Sohnes Thomas mit den drei Enkeln unser Beileid aussprechen, und wir denken dabei auch noch einmal an das unfassbare Schicksal von Peter, dass er seine beiden noch so jungen Söhne zu Grabe tragen musste.“ Neben beiden findet Peter Grosser seine letzte Ruhestätte.

Wie der Fußball, so war auch sein Privatleben von Höhen und Tiefen geprägt.

Der frühere Haching-Präsident Engelbert Kupka.

An Grossers Schicksalsschläge erinnerte auch Engelbert Kupka, Ex-Präsident der SpVgg Unterhaching, die Grosser als Trainer von der B-Klasse bis in die Bayernliga geführt hatte. „Wie der Fußball, so war auch sein Privatleben von Höhen und Tiefen geprägt“, sagte Kupka, 82, der Grosser auch noch als Vizepräsident und Schiedsrichterbetreuer erlebt hatte. In Erinnerung wird er aber vor allem den Menschen Peter Grosser behalten – einen wahren Charakterkopf: „Hinter einer harten Schale konnte aber jeder, der ihn näher kannte, einen aufmerksamen, interessierten, einfühlsamen Menschen erkennen.“

Einfühlsame Trauerredner: Fredi Heiß und Engelbert Kupka.

Genau dieser Mensch, so stellte es Kupka dar, sei in seinen letzten Monaten zunehmend trübsinnig geworden: „Als Single trafen ihn die coronabedingten Einschränkungen ganz besonders hart. Lockdown und ein sich ständig verschlechternder Gesundheitszustand nahmen ihm schließlich Lebenskraft und Lebensmut.“

Ein Schwarz-Weiß-Foto neben der Urne zeigte, wie die Löwen-Fans Peter Grosser in Erinnerung behalten werden: kernig dreinblickend, mit der 1966 gewonnenen Schale. Es war ein Meistercoup für die Ewigkeit – und auch der Kapitän und beste Spieler bleibt bis zum Ende aller 1860-Tage unvergessen.

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