Klare Worte bei Löwen-Fanfest

Mayrhofer: 1860-Arena in Riem ist keine Utopie

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Gerhard Mayrhofer (r.) zu Besuch beim Fanfest.

München - Zehn Jahre Zweitklassigkeit sind ein schwerer Rucksack. Der TSV 1860 blickt lieber in die Zukunft. Warum man dazu sogar prominente Namen opferte, erklärten Präsidium und Trainer auf in Olching.

Löwen-Vizpräsident Peter Helfer war in seinem Element. Fanclub-Trikot der Daxer Löwen, Lederhosen und Wadlschoner – irgendetwas Blaues war im Outfit immer dabei. Wer sich die Vereinsspitze, Trainer und Spieler ins Haus holt, muss schließlich passend gewandet sein. Und Helfer war in den knapp zwei Stunden des Fanfestes eher Fan denn offizieller Vertreter des Zweitligisten.

Die Vereinsspitze hatten die Daxer Löwen auf dem Podium platziert. Von dort musste man auch unbequeme Fragen beantworten, wie die nach den beiden Stürmern Benny Lauth und Moritz Stoppelkamp, die den Verein verlassen mussten. Und es kamen für Löwenverhältnisse ungewöhnlich klare Ansagen. „Wenn ein Spieler 14 Monate vor Vertragsende auf Verlängerung pocht, hat das nichts mit Herz zu tun“, meinte Gerhard Poschner, Geschäftsführer für den sportlichen Bereich, zu Stoppelkamp. Und zu Lauth sagte er: „Bei ihm haben Name und Leistung nicht mehr zusammengepasst.“ Präsident Gerhard Mayrhofer wollte es aber nicht ausschließen, dass Lauth nach Karriereende eine Aufgabe bekommt.

Zum Abgang von Lauth und Stoppelkamp passt auch die Aussage von Trainer Ricardo Moniz: „Wir müssen kompromisslos sein in unseren Ambitionen.“ Man müsse alles versuchen um aufzusteigen. Wenn es nicht gelinge, dürfe man sich aber wenigstens nicht mangelnde Leidenschaft vorwerfen lassen.

Den Job dazu müssen in der neuen Saison die Spieler machen, mit Unterstützung der Fans, wie Dominik Stahl forderte: „Wir müssen uns gegenseitig hochschaukeln, motivieren, unterstützen.“ Eine Einstellung, die auch der aus Bielefeld verpflichtete Keeper Stefan Ortega – einer von vier Kandidaten für den Posten zwischen den Pfosten – mitbringt. „Ich bin gekommen, um mich durchzusetzen“, kündigte er an.

Diese Leidenschaft schätzt auch Co-Trainer Markus von Ahlen: „Gänesehaut muss man in jeder Trainingseinheit spüren.“ Und Chefcoach Moniz setzt in punkto Ehrgeiz und Antrieb augenzwinkernd noch einen drauf: „Wenn die Konkurrenz zweimal am Tag trainiert, trainieren wir eben dreimal.“

1860-Verantwortliche zu Besuch bei Daxer Löwen: Fotos

1860-Verantwortliche zu Besuch bei Daxer Löwen: Fotos

Nichts fix ist beim Thema neues Stadion. Eine Arena auf dem Messegelände sei keine Utopie, so Mayrhofer. Unter dem Jubel der rund 150 Fans im Garten des Daxer Hofs streichelt der Präsident aber auch die traditionelle Löwenseele: „Das Sechzger bleibt unsere Heimat. Aber so wie es von der Stadt München renoviert wurde, ist es eine einzige Katastrophe.“

Das soll die neue Saison nicht werden. Die Anspannung ist trotz aller Leidenschaft nicht zu überhören: Ich bin in diesen Tagen ein sehr aufgeregter Präsident“, so Mayrhofer.

Hans Kürzl

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