Wie er bei 1860 landete

So tickt der Slalomlöwe: Strasser-Papa im tz-Interview

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Linus Strasser.

München - Linus Strasser aus der Skiabteilung des TSV 1860 ist in die Weltelite gefahren. Was den 21-Jährigen auszeichnet, erklärt im tz-Interview sein Vater Georg Eisenhut.

Die Worte Aufstieg und Löwe passen also doch zusammen! Linus Strasser, der 22-Jährige von der Skiabteilung des TSV 1860, ist in Nullkommanichts in die Weltelite gefahren: Platz fünf in Schladminghinter Felix Neureuther und Fritz Dopfer. „Ich hab vom Stadionsprecher, hab ich mir eingebildet, gehört, dass ich zu langsam bin, da hab ich mir gedacht: Beiß die Arschbacken zusammen“, berichtete er im BR. Was ihn noch auszeichnet, erklärt gegenüber der tz sein Vater.

Herr Eisenhut, Ihr Sohn erfreut die deutschen Skifans, das Skifahren hat er aber bei den Österreichern gelernt, richtig?

Eisenhut: Wir waren früher oft in Kitzbühel, Linus und sein Bruder waren die letzten beiden Deutschen, die im Kitzbüheler Skiclub (KSC) aufgenommen wurden. Mit dem Rennsport hatten wir bis dahin nichts zu tun. Bis Linus geboren wurde, waren wir als Familie nur touristisch beim Skifahren.

Wie kam er zum KSC?

Eisenhut: Linus hatte mit zwei Jahren, die Windel hing ihm damals noch bis zu den Knien, einen Skianzug. Er wollte unbedingt mit. Als er drei Jahre alt war, sind die Leute oft stehen geblieben und haben sich die Augen gerieben. Daraufhin bin ich zu einem Trainer, damit er sich Linus anschaut. Nach ein paar Schwüngen hat er gesagt: „Den nehme ich“. Das war ­Mario Weinhandl, der vor einigen Jahren unter anderem die Technikgruppe der DSV-Herren leitete. Mario ist heute noch ein wichtiger Berater, Trainer und vor allem Freund. Irgendwann ging’s dann zum DSV, Sportdirektor Wolfgang Maier hat mir den Ski­club Starnberg oder den TSV 1860, wo er selbst als Trainer hospitiert hatte, empfohlen. So ist Linus bei den Löwen gelandet.

Was zeichnet ihn aus?

Eisenhut: Seine Skitechnik. Linus war immer schmächtig, im letzten Schülerljahr hat er 45 Kilogramm. Konkurrenten hatten da schon oft mindestens 20 Kilogramm mehr. Über Kraft und Masse ging skifahrerisch bei Linus nichts, er ist ein feiner Techniker.

Und ein kluger Kopf, er hat Abitur.

Eisenhut: Das wollte er unbedingt schaffen. Linus konnte mal wegen des Pfeifferschen Drüsenfiebers ein Jahr nicht trainieren. Das einzig Positive an dieser Auszeit vom Leistungssport war, dass er sich sich in Ruhe auf das Abitur vorbereiten konnte.

Die zweite Auszeit war bedingt durch eine Hüft-OP.

Eisenhut: Linus hatte von Geburt an eine Ausbuchtung am Oberschenkelhals. Bei den extremen Aufkantwinkeln, die Linus fährt, ist diese Ausbuchtung an die Gelenkpfanne gestoßen und hat den Knorpel zerstört.

Jetzt fährt Linus zur WM.

Eisenhut: Das Trainerteam um den neuen Cheftrainer Mathias Berthold war ein großer Glücksfall für ihn. Speziell Berthold hat Linus zu verdanken, dass er in der Vorbereitung mit nach Argentinien durfte. Darüber hinaus haben ihn die Kollegen sehr gut aufgenommen!

Mathias Müller

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