Die Mitgliederversammlung zum Nachlesen

Ticker: Zwei Millionen Euro und drei Monate für Poschner

München - Knapp neun Stunden dauerte die Mitgliederversammlung des TSV 1860 an diesem Sonntag. Hier können Sie alles Wichtige im Ticker nachlesen.

Die wichtigsten Entscheidungen:

- Sportdirektor Gerhard Poschner bekommt eine Gnadenfrist von drei Monaten, das ist auch von Hasan Ismaik so abgesegnet. Danach soll die Arbeit des Sportdirektors noch einmal bewertet werden und es wird entschieden, wie es weitergeht

- Poschner hat für Neuzugänge ein Budget von 2 Millionen Euro zur Verfügung. Außerdem stehen noch 1,2 Millionen Euro für Infrastruktur bereit

- Siegfried Schneider steht nicht als neuer Präsidnet zur Verfügung. Möglicherweise aber als Übergangs-Präsident

- Für den Neubau eines neuen Stadions kommen zwei Standorte in Frage: Bei der Messe in Riem sowie im Olympiapark, wo derzeit noch die Eishalle steht

- Der neue Verwaltungsrat des TSV 1860 besteht aus Karl-Christian Bay, Christian Waggershauser, Beatrix Zurek, Dr. Markus Drees, Robert Reisinger, Verena Dietl, Dr. Klaus Leipold, Robert von Benningsen und Richard Ostermeier. Otto Steiner ist nicht mehr im Gremium vertreten

- Ein neues Übergangspräsidium wird in den nächsten Tagen bestimmt

- Heinz Schmidt bleibt vorerst Vizepräsident

- Eine außerordentliche Mitgliederversammlung mit der Wahl des neuen Präsidiums findet im September oder Oktober statt

- Hier gibt es die Mitgliederversammlung zum Nachlesen.

+++ Nach fast neun Stunden hat die Mitgliederversammlung nun ein Ende gefunden. Wir verabschieden uns und wünschen noch einen schönen Abend!

+++ Helmut Reiter und Helmut Hagen sind Kassenprüfer.

+++ Seniorenvertreter ist Josef Gubik, sein Stellvertreter ist Johann Wolfsteiner.

+++ Das Schlusswort erhält der noch amtierende Vizepräsdent Heinz Schmidt. Er bedankt sich für die Ausdauer der Löwen-Mitglieder. Allerdings stehen noch zwei Wahlergebnisse aus: Seniorenrat und Kassenprüfer.

+++ Jetzt ist klar: Die Anträge werden verschoben.

+++ Jetzt wird abgestimmt, ob die Anträge verschoben werden.

+++ Als Ehrenräte sind gewählt: Jean-Marie Leone, Jörg Stubenrauch und Herbert Schröger.

+++ Angesichts der Marathonveranstaltung heute schlägt Siegfried Schneider vor, die eingereichten Anträge auf die außerordentliche Mitgliederversammlung im Herbst zu verschieben. Er will die verbleibenden Mitglieder in der Halle dazu abstimmen lassen.

+++ Heinz Schmidt ist jetzt offiziell das einzig verbleibende Mitglied aus dem alten Präsidium. Der Verwaltungsrat wird sich nun in den nächsten Tagen besprechen und den Notvorstand bestellen. Heute wird also kein Übergangspräsidium mehr vorgestellt, berichtet 1860-Anwalt Kambli.

+++ Heute waren 784 stimmberechtigte Wahlberechtigte da.

+++ Die Wahl zum Wahlausschuss ergab: Reinhard Schmid (151 Ja, 13 Nein, 12 Enthaltungen), Evert Koenes (162/3/14), Dr. Fabian Stallknecht (189/1/4), Christian Poschet (202/3/3), Stephanie Dilba (179/2/14)

+++ Bay zu seiner Wahl: "Die Zusammensetzung des Rates gibt die Bandbreite des Vereins wider und ist ein Abbild der pluralistischen Struktur im Verein."

+++ Otto Steiner ist nicht mehr im Verwaltungsrat.

+++ Unterdessen ist der neu gewählte Verwaltungsrat zu einer ersten kurzen Besprechung zusammengetroffen.

+++ Siegfried Schneider ruft zur letzten Wahl auf: Die Wahl zum Wahlausschuss steht an.

Der neue Verwaltungsrat

+++ Die Ergebnisse der Wahl zum Aufsichtsrat sind da. Die "erste demokratische Basiswahl im Verein", wie es Wahlausschuss Franz Hell formuliert, ist beendet:

In den Verwaltungsrat gewählt wurden:

Karl-Christian Bay (525 Stimmen)

Christian Waggershauser (348)

Beatrix Zurek (296)

Dr. Markus Drees (283)

Robert Reisinger (283)

Verena Dietl (271)

Dr. Klaus Leipold (268)

Robert von Benningsen (266)

Richard Ostermeier (248)

Alle Neune nehmen die Wahl an! Fünf Personen aus dem alten Verwaltungsrat sind auch im neuen Gremium vertreten. Das spricht dafür, dass Siegfried Schneider bis zu den Neuwahlen Interimspräsident bleibt.

+++ Die Reihen hier haben sich gelichtet. Viele Mitglieder haben ihre Stimmzettel abgegeben und haben dann das Weite gesucht. Keine falsche Entscheidung nach über sechs Stunden Mitgliederversammlung.

+++ Wir hatten Interimspräsident Siegfried Schneider vor dem Mikrofon. "Gerhard Poschner hat jetzt von den Gesellschaftern seine zweite Chance bekommen", sagte Schneider unter anderem. Oben auf der Seite können Sie das Interview noch einmal ansehen.

+++ Wir haben in wenigen Minuten Siegfried Schneider vor der Kamera. Einfach den Ticker aktualiseren und im oberen Fenster schauen.

+++ Das KVR zählt noch die Stimmen für den Verwaltungsrat aus. Um Zeit zu sparen (danke!) werden die Wahlen zu Kassenprüfer, Seniorenvertreter und Ehrenrat vorgezogen.

+++ Das Prozedere nimmt natürlich viel Zeit in Anspruch. Neben Verwaltungsrat werden Kassenprüfer, Seniorenvertreter und Ehrenrat gewählt.

+++ Es herrscht ein wenig Verwirrung darüber, wie genau denn nun die Kompetenzen verteilt sind: Weder Markus Rejek noch Noor Basha sind als Geschäftsführer-Sport zu bezeichnen. Beide stehen hierarchisch über Sportdirektor Poschner - oder wer auch immer dort auch in mittelfristiger Zukunft kommen mag. Doch explizit für den Bereich Sport sind weder Rejek noch Basha bestellt.

+++ Wir atmen auf: Die 32 Kandidaten stellen sich jetzt nicht noch einmal extra vor. Das spart geschätzte zwei Stunden.

+++ So, jetzt stehen die Wahlen auf dem Programm.

+++ Damit schließt Waggershauser ab und erntet neben einem warmen Applaus auch das Dankeschön von Siegfried Schneider.

+++ Abschließend sagt Waggershauser, dass man übergangsweise im Jahr 2016 ins Grünwalder Stadion ziehen könnte. Ins Olympiastadion könnte man frühestens in eineinhalb Jahren. Ein Neubau dagegen würde noch mehrere Jahre bis zur Beziehung brauchen. Über die Finanzierung wurde übrigens nicht großartig gesprochen ...

+++ Waggershauser will ein Stadion im englischen Stil. "Wir wollen englische Atmosphäre." Jubel!

+++ Als weiteres Gelände könnte man sich den Standort der Eishalle im Olympiapark vorstellen. Dort war zuletzt auch der neue Konzertsaal angedacht. Allerdings müsse man hier auch die Nähe zu architektonischen Großbauten berücksichtigen. Auf Grund der Enge des Grundstücks müsste man hier ein spezielles Bauverfahren anwenden - das sogenannte Wellenmodell. Hier müssten Tribünen von oben eingehängt werden. Eine teure Angelegenheit. Da die derzeitige Eishalle erst noch abgerissen werden muss, würde eine Realisierung des Projekts noch zwei Jahre länger dauern.

+++ Nun geht Waggershauser auf mögliche Standorte ein. Der bislang bekannteste und am häufigsten genannte Standort ist im Osten Münchens bei der Messe Riem. Damit verbunden wäre eine S-Bahn-Station an der Messe Riem, was dort gerne gesehen würde. Ein Stadion würde der Messe auch als Eventfläche dienen.

Das Grundstück in Riem hat einen Nachteil: Der Untergrund besteht aus Kies und wäre nicht stabil zu bebauen. Es würden zusätzliche Kosten entstehen, um den Grund ordentlich bebaubar zu machen. Zudem müssten Abstandszahlungen an den Besitzer vorgenommen werden. Waggershauser berichtet, dass es einen "Letter of intent" gibt: Sollten die Sechzger die Voraussetzungen hinbekommen, werden sie von der Messe München unterstützt.

Das Problem an der Sache: Die zu bebauende Fläche war ursprünglich eine Ausgleichsfläche zum Messebau. Diese Ausgleichsfläche müsste neu angelegt werden.

+++ Alle Vorstände und Verwaltungsräte seien sich einig: Man muss raus aus der Arena. Auch hier großer Jubel.

+++ Berechnungen hätten ergeben, dass eine Kapazität von 35.000 Zuschauern ideal wäre.

+++ Nun kommt Waggershauser auf ein eigenes Stadion zu sprechen. Dabei warnt er gleich zu Beginn davor, die Idee von einem Stadion mit großem Fassungsvermögen zu verfolgen. Nur weil die letzten Spiele der vergangenen Saison überdurchschnittlich gut besucht waren, bestünde kein Anlass, zu träumen. "Dieser Größenwahnsinn hat uns in die Allianz Arena gebracht", sagt Waggershauser - und erhält dafür breite Zustimmung im Saal.

+++ Standort Olympiastadion: Unter einigen Buhrufen spricht Waggershauser über die Ergebnisse der Untersuchungen. Dort gibt es momentan weder einen Rasen, noch eine Heizung und auch keine Laufbahn. Einnahmen durch Namensrechte wären hier nicht möglich, da das Stadion immer Olympiastadion heißen muss und wird. Logenplätze sind nicht vorhanden, dafür immerhin Business-Seats.

+++ Zunächst geht es um die Zweitligatauglichkeit des Grünwalder Stadions. Hier müssen die Westkurvenbereiche, die derzeit gesperrt sind, auf Tauglichkeit und Sanierung geprüft werden. Wäre das der Fall, würden 20.000 Zuschauer hineinpassen. Es gibt aber einige Probleme, die zudem aus dem Weg geräumt werden müssten. Business-Seats, die geringe Kapazität, das Werbemonopol der DSM/Stroer und die Namensrechte sind Dinge, die geklärt werden müssten, was aber nicht einfach ist. Auch Logen fehlen, das Okay der DFL, TV-Plätze vor dem Stadion (900 Quadratmeter werden hierfür benötigt) ... Das ist alles nicht so einfach!

+++ Jetzt gibt Christian Waggershauser den Bericht zur Stadionkommission. Als erstes dankt er Ex-Präsident Mayrhofer dafür, dass dieser überhaupt so eine Kommission eingeführt habe.

+++ Auch der Verwaltungsrat wurde übrigens entlastet. Ergebnis: 342 Ja - 149 Nein - 59 Enthaltungen

+++ Wir hatten eben Geschäftsführer Markus Rejek vor dem Mikrofon. Was er gesagt hat, können Sie oben nachhören.

+++ Zuguterletzt ist das Präsidium Mayrhofer/Altmann/Schmidt an der Reihe. Hier lautet das Ergebnis: Ja 302 - Nein 210 - Enthaltungen 39.

+++ Auch das Kurzzeitpräsidium um Monatzeder/Holzer/Schmidt wurde entlastet. Ergebnis: Ja - 429 / Nein - 55 / Enthaltungen 75.

+++ Noor Basha hat sich vor der TonHalle einigen Fans gestellt. Die Meute war dabei teilweise ziemlich erbost, so dass der Geschäftsführer mehr damit beschäftigt war, zu beschwichtigen, anstatt Fragen zu beantworten. Kurz darauf war er denn auch wieder verschwunden.

+++ Mit 375 Ja-Stimmen, 89 Nein und 32 Enthaltungen wurde das Präsidium D. Schneider/Maget/Hauner entlastet.

+++ Hier gibt's übrigens eine erste kurze Zusammenfassung zu den Geschehnissen hier in der TonHalle.

+++ Als erstes wird das Präsidium Schneider/Maget/Hauner entlastet.

+++ Wahlausschuss Franz Hell kommt für das Thema Entlastungen auf die Bühne. Es ist Tagesordnungspunkt 10.

+++ Die Berichte aus den einzelnen Abteilungen werden auf der Löwen-Webseite veröffentlicht.

+++ Verwaltungsrat-Boss Dr. Klaus Leipold rechnet mit Helmut Kirmaier ab. Es sei in Ordnung, wenn man unterschiedlicher Meinung sei. Was man aber nicht macht, sei zu klagen und einen Verein in Unkosten zu stürzen.

+++ Es folgt der Bericht des Verwaltungsrats.

+++ Auch das Thema Kirmaier kommt zur Sprache. Dieser will laut Heinz Schmidt mit seiner Klage angeblich sogar bis zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ziehen. Na dann ...

+++ Im Geschäftsjahr 2013/2014 hat der Gesamtverein einen Überschuss von 120.000 Euro erwirtschaftet. Sauber!

+++ Schmidt trägt nun einen Haufen an Zahlen vor. Den ersparen wir Ihnen jetzt aber. Nachzulesen gibt es das dann später auf www.tsv1860.org.

+++ Vize-Präsident Heinz Schmidt will bei einer Neuwahl fürs Präsidium wieder kandidieren. Außerdem erklärt der Vize: "Wir wissen nicht, warum Hasan Ismaik auf einmal nicht mehr mit uns gesprochen hat. Wir haben eine eindeutige Meinung zu Gerhard Poschner gehabt, die haben wir aber nicht durchsetzen können. Damit sind wir gescheitert. Karl-Christian Bay hat einige Scherben zusammenkehren müssen."

Zur Posse um seinen versuchten Rücktritt sagt er: "Ich stehe zu unserem gemeinsamen Rücktritt. Ich möchte mich dagegen verwehren, dass wir zu blöd zum Rücktritt waren. Ich war einfach zu langsam."

+++ Laut Markus Rejek werde in Zukunft das Löwen-Magazin etwas abgespeckt. Man wolle sich etwas mehr auf die digitalen Medien spezialisieren, sagte der Geschäftsführer, ohne dabei aber in die Tiefe zu gehen.

+++ Ein Mitglied fragt, warum Hasan Ismaik seine Anteile eigentlich nicht verkauft habe. Dazu sagt Karl-Christian Bay: "Hasan Ismaik hat bestätigt, dass es ein Angebot zur Übernahme gab. Er fand das Angebot aber in der Größenordnung nicht attraktiv." Daher habe Ismaik auf ein Abstoßen seiner Anteile verzichtet. "Das ist allein die Entscheidung des Gesellschafters", sagt Bay.

+++ Siegfried Schneider nimmt einen Aspekt aus einer Wortmeldung aus. Er spricht die Stimmung in München an, was den TSV 1860 angeht. Er sagt: "Wir haben einen gefesselten Löwen in der Stadt München. Und es geht darum, ihn zu befreien."  

+++ Es stehen noch weitere zehn Wortmeldungen in der Warteschlange. Das wird eine lange Veranstaltung hier heute ...puh! Und dann stellen sich laut Tagesordnung auch noch die 32 Kandidaten für den Verwaltungsrat vor ...

+++ Ein Mitglied fordert, dass Noor Basha sich den Fragen stellt. Siegfried Schneider stellt klar: "Moment. Hier findet die Aussprache des Präsidiums statt. Und nicht einzelner Personen." Allerdings bietet Schneider Basha auch an, Fragen zu beantworten, wenn er es denn möchte. "Das ist seine Entscheidung."

+++ Ein Mitglied kann nicht verstehen, wie Poschner als angeblich Alleinverantwortlicher wie eine Sau durchs Dorf getrieben wird. "Auch vorher wurden schon Fehler gemacht." Dafür gibt es Applaus. Das Mitglied sagt aber auch: "Wer soll den Gerhard Poschner bei Verhandlungen noch ernst nehmen?" Hier brandet noch lauterer Applaus auf.

Riesen Andrang in der TonHalle: Bilder von der Löwen-Mitgliederversammlung

+++ 1860-Mitglied Rupert Schranner fordert in seinem Wortbeitrag, dass man sich der Wahrheit stellt und endlich vernünftig mit Hasan Ismaik zusammenarbeit. "Sonst haben wir jedes Jahr das selbe Theater." Darauf Schneider: „Es wäre fatal für den Verein, wenn wir versuchen würden, gegen Ismaik zu arbeiten. Deshalb müssen wir zusammenarbeiten. Das ist die Wahrheit!“

+++ Ein Mitglied stört sich daran, dass der Klub sich als Ausbildungsverein sieht. Siegfried Schneider erklärt daraufhin, dass man durchaus stolz darauf sein könne, dass es aber unbedingt vermieden werden müsse, Talente unter Zwang und unter Wert verkaufen zu müssen."

+++ Schneider betont noch einmal, dass der Job des Präsidenten naus beruflichen Gründen nicht in Frage kommt. Als Übergangspräsident stünde er aber möglicherweise zur Verfügung.

+++ Jetzt dürfen gleich Fragen gestellt werden. Vorher schildert Siegfried Schneier seine Eindrücke von seinem Besuch im Trainingslager. "Da wächst was zusammen", so der Interimspräsident. "Auch weil die Störenfriede nicht mehr dabei sind." Damit meint er die beiden Spanier Rodri und Sanchez.

+++ Rejek hat seine leidenschaftliche Rede beendet und jede Menge Applaus erhalten. Sehr zielstrebig und klar, der kaufmännische Geschäftsführer.

+++ Zum Abschluss seiner Rede sagt Rejek: "Lasst uns erinnern, warum unser Herz blau-weiß ist"... Ups! Der Versprecher läst kurzzeitigen Unmut aus. Rejek korrigiert sich sogleich: "Weiß-blau! Weiß-blau!"

+++ Markus Rejek kündigt jetzt noch ein paar abschließende, persönliche Worte an:

„Kompliziert und liebenswert, so möchte ich das Leben der Löwen in den vergangenen Wochen zusammenfassen. Eine Zeitung hat uns als den ‚kompliziertesten Verein der Welt‘ bezeichnet. Da war in der letzten Zeit leider auch etwas dran.“

„Was in den vergangenen Wochen passiert ist, ist der Wahnsinn“, sagt Rejek: „Wir sind alle mit einem dicken, dicken blauen Auge davon gekommen in der vergangenen Saison. Aber wir müssen das Gefühl mitnehmen, dass wir alle gemeinsam etwas erreichen können.

„In den vergangenen Wochen hat die Politik den Sport verdrängt.. Wir treten uns leider immer wieder selber vors Schienbein. Das muss aufhören. Es muss Ruhe einkehren in diesen Verein!“ Tosender Applaus!

Selbstironisch sagt Rejek: „Wir sind in der 2. Bundesliga angekommen.“ Ernsthaft fügt er hinzu: „Wir müssen froh sein, wenn wir ein solider Zweitligist sind. Das Ziel muss sein, einfach genügend Punkte zu sammeln.“

+++ Wie soll es weitergehen? „Wir wollen weiter den Weg der Konsolidierung gehen und im Nachwuchsbereich gut arbeiten.“

„Die große Aufgabe besteht darin, uns unabhängiger zu machen vom sportlichen Erfolg. Das Wort Unabhängigkeit spielt beim TSV 1860 eine ganz große Rolle. Es soll eine Art Präambel sein, auf den sich die führenden Kräfte im Klub berufen sollen.“

„Wir wollen, dass zehnjährige Kinder das 1860-Trikot nicht mit Scham, sondern mit Stolz tragen. Wir wollen die Fußballschule größer machen, wollen ihr mit Bernhard Winkler auch ein Gesicht geben. Wir wollen in die Schulen gehen und die Kinder frühzeitig mit 1860 identifizieren. Wir wollen blaue Berührungspunkte schaffen. Wir wollen der Stolz von München sein und dies auch gegenüber allen Münchnern dokumentieren. Wir wollen eine aktive Fanpolitik betreiben.“

+++ 1860 sei in der Zuschauertabelle bei Heimspielen auf Platz 6. „Das ist nicht außergewöhnlich, das ist aber auch nicht schlecht.“ Bei Auswärtsspielen belegt 1860 gar Platz 3.

+++ „Wir werden mit elf Spielern aus dem eigenen Verein in die neue Saison starten. Das ist nicht selbstverständlich in der 2. Bundesliga.“

+++ 1860 sei weiterhin ein Ausbildungsverein, "ein Ausbildungsverein par excellence", und das mit hoher Qualität. Man müsse sich nur die Spieler ansehen, die den Klub in den vergangenen Jahren verlassen haben. „Natürlich tut es weh, wenn die Talente uns verlassen. Aber wir können auch stolz sein. Und wir können uns trotzdem nach vorne entwickeln.“

+++ Der Umsatz liegt im Geschäftsjahr 2013/2014 bei 20 Millionen Euro, das ist der höchste Umsatz seit 2009/2010. Der Jahresfehlbetrag liegt bei knapp über sechs Millionen Euro - die Lücke wurde durch Ismaik geschlossen.

+++ Das strukturelle Defizit sei ein geflügeltes Wort bei 1860, und es wurde noch immer nicht geschafft, dieses abzubauen. Trotzdem werde man weiter versuchen, diesen Knoten zu durchschlagen. Rejek dankt auch explizit Hasan Ismaik für seine Unterstützung.

+++ „Es gab auch viele positive Dinge, die in der Vergangenheit passiert sind. Ich möchte unseren Mitarbeitern für ihre Arbeit danken, gerade auch in den unruhigen Zeiten. Das ist nicht so einfach“, eröffnet Rejek seine Rede sehr galant.

„Etwas ist ein wenig untergegangen: Wir haben es in diesem Jahr zum ersten Mal seit langem geschafft, die Lizenz für die 2. Bundesliga ohne Bedingungen zu bekommen.“ Applaus brandet auf.

+++ Jetzt kommt Markus Rejek.

+++ Bay weiter:

„Wir haben in gemeinsamen Gesprächen gute Ergebnisse für den Verein und die KGaA erreicht.“

„Die Performance von Gerhard Poschner als Sportdirektor wird für die nächsten drei Monaten bewertet. Dann wird entschieden.“

„Markus Rejek übernimmt die Verantwortung im Bereich Sport, gemeinsam mit Noor Basha."

Lautstarkes Pfeifkonzert und Buhrufe der Löwen-Mitglieder. "Noor Basha tritt aber als Beirat und Verwaltungsrat zurück". Das wiederum bringt Applaus.

+++ „Tatsache ist, dass uns Hasan Ismaik vor der Insolvenz gerettet hat, Tatsache ist, dass er mehr als 40 Millionen Euro in den Verein gepumpt hat. Tatsache ist aber auch, dass er bislang keinerlei Rendite erhalten hat.“

+++ Jetzt tritt Bay ans Rednerpult.

+++ „Karl-Christian Bay hat nächtelang verhandelt und eine außergewöhnlich gute Arbeit geleistet“, sagt Schneider über die Gespräche, die sein Kollege in Abu Dhabi geführt habe.

+++ Poschners Degradierung zum Sportdirektor gelte für die nächsten drei Monate. „Wir werden seine Arbeit beobachten, werden sie dann bewerten und können dann die notwendigen Konsequenzen ziehen.“ Das sei das Ergebnis der Gespräche mit Hasan Ismaik in Abu Dhabi in der vergangenen Woche. Applaus der Löwen-Mitglieder!

„Kurz vor Saisonstart ist es wenig sinnvoll, einen Sportdirektor auszutauschen. Wir warten jetzt die Transferperiode ab und werden dann seine Arbeit bewerten.“

+++ „Wenn ich andere Zweitliga-Vereine sehe und wie sie auch ablösefreie Spieler holen, dann ist sowas eigentlich auch bei 1860 zu leisten“, sagt Schneider und verweist darauf, dass Poschner 2 Millionen Euros für Transfers zur Verfügung hat. „Das ist nicht die Welt, aber damit lässt sich arbeiten.“ Dazu kommen noch 1,2 Millionen Euro für die Infrastruktur.

+++ „Ich weise zurück, dass das Präsidium Entscheidungen blockiert. Wir haben bislang jedem Ein- und Verkauf zugestimmt, und zwar noch am selben Tag. Von Blockade kann da keine Rede sein.“

+++ „Meine Haltung zu Gerhard Poschner ist bekannt. Doch ich habe ihm zugesagt, dass ich an einer professionellen Zusammenarbeit interessiert bin. Leider wurde von Poschner diese Loyalität mir gegenüber nicht gezeigt und es wurden Unwahrheiten gesagt. Da wurde versucht, von eigenen Fehlern abzulenken. Ich habe Tim Hoogland nie abgelehnt, wie Poschner in der Presse behauptet hat.“

+++ „Wir waren unter dem Gefrierpunkt“, beschreibt Schneider die ersten Gespräche mit Hasan Ismaik nach der Übernahme des Interimspräsidiums. Doch Karl-Christian Bay habe das Verhältnis aufgelockert.

+++ „Das Verhältnis mit Hasan Ismaik war abgebrochen, Gerhard Poschner als Hauptschuldiger für die verkorkste vergangene Saison ausgemacht.“ So beschreibt Schneider die Tage rund um den Rücktritt des Präsidiums um Gerhard Mayrhofer.

+++ Siegfried Schneider ergreift nun das Wort für seinen Bericht. Er begründet die Tatsache, dass er nicht für das Amt des Präsidenten zur Verfügung steht, mit beruflichen Verpflichtungen.

+++ Jetzt wird darüber abgestimmt, ob Papst Franziskus Ehrenmitglied sein soll, oder nicht. Auch hier gibt es ja bekanntlich eine Vorgeschichte. Die überwältigende Mehrheit ist dafür. Wäre das auch geklärt!

+++ Roman Beer vom Verein der Freunde des Sechz'ger Stadions meldet sich zu Wort und trägt ein paar Kritikpunkte zum Protokoll vor. So moniert er, dass der Sportchef nicht Günther, sondern Gerhard Poschner heiße. Und Herr Altmann heißt Erik und nicht Erich. Hätten wir das auch geklärt.

+++ Die Halle ist übrigens proppenvoll. Etwa 1000 Personen dürften hier sein.

+++ Schneider verkündet, dass es beschlossen wurde, die Presse dieses Mal zuzulassen. "Denn wir sind ein demokratischer Verein". Beifall! Ton- und Bildaufnahmen sind jetzt aber nicht mehr erlaubt. Für uns heißt das: Es wird jetzt keinen Live-Stream geben. Allerdings postieren wir uns mit unseren Kameras vor der TonHalle und wir versuchen, gegen später einige Stimmen live einzufangen!

+++ Es geht los! Siegfried Schneider eröffnet die Mitgliederversammlung. Allerdings ist es hier noch so laut, dass man den Boss kaum verstehen kann. "Lauter, lauter", rufen einige Mitglieder durch die TonHalle.

+++ Wir haben erste Bilder zusammengestellt. Dort ist zu sehen, wie groß der Andrang hier ist.

Riesen Andrang in der TonHalle: Bilder von der Löwen-Mitgliederversammlung

Ein Blick in die TonHalle.

+++ Noor Basha ist da! Und wir haben eben kurz mit dem neuen Geschäftsführer gesprochen. Er sagte uns, er sei von der Beförderung zum Geschäftsführer nicht im Vorfeld unterrichtet worden. "Ich bin genauso überrascht gewesen wie alle. Auch Poschner und Rejek waren überrascht. Das war eine reine Gesellschafterentscheidung. Wie es dazu gekommen ist, weiß ich nicht." Kurios!

+++ Siegfried Schneider hat soeben gesprochen. Er bittet um Verständnis dafür, dass die Veranstaltung noch nicht begonnen habe. Außerdem bittet er die Mitglieder, etwas enger zusammenzurücken, damit alle Mitglieder Platz finden. Das wird kuschlig!

+++ Noch bevor die Mitgliederversammlung offiziell beginnt, unterhalten sich die Fans über die vergangenen turbulenten Wochen. Draußen vor der Halle stehen drei Männer im Kreis. Einer meint; "Die letzten Presseerklärungen waren ja der Wahsinn. Da muss man so viel zwischen den Zeilen lesen" ein anderer sagt: "das wird heute sicher länger als sonst dauern bei den ganzen Mitgliederanträgen."

+++ In der Halle wurden vor einigen Minuten Flyer verteilt. Darauf zu lesen: "Neue Köpfe, neue Ideen, neue Verantwortung". Dahinter verbergen sich Markus Drees, Hans Hee, Kai Hillmer, Markus Kellermann, Richard Ostermeier, Norbert Steppe und Robert Zeislmeier. Sie wollen gemeinsam in den Verwaltungsrat gewählt werden und rühren schon mal die Werbetrommel in eigener Sache.

+++ Auch Noor Basha wird heute hier bei der Versammlung anwesend sein. Der neue Geschäftsfphrer ist extra früher aus Abu Dhabi nach München gerist, um hier teilzunehmen. Eine Rede ist allerdings nicht geplant. Das soll sein Kollege Markus Rejek übernehmen.

+++ Die Versammlung hat noch immer nicht begonnen. Grund: Der Andrang vor der Halle ist immens, noch immer stehen zahlreiche Löwen-Mitglieder draußen und warten auf Einlass.

+++ Einige Medienvertreter beschweren sich über die schlechten Lichtverhältnisse in der TonHalle. Man würde die Tastatur am eigenen Rechner nicht erkennen, heißt es. Von solchen Problemen kann der Tickerer eigentlich nicht berichten. Trotzdem: Für etwaige Tippfehler entschuldigen wir uns schon mal im Vorfeld.

+++ Übergangspräsident Siegfried Schneider ist adrett in weißem Hemd gekleidet. Sieht sehr feierlich aus. Ob's heute wirklich was zu feiern geben wird ...?

+++ Im besonderen Fokus steht heute natürlich die Wahl des neuen Verwaltungsrats, aber mit viel Spannung wird auch erwartet, wie sich Übergangspräsident Siegfried Schneider zu den Personalien Poschner und Basha äußern wird. Wir sind gespannt!

+++ Hallo und herzlich Willkommen von der Mitgliederversammlung des TSV 1860 München! Wir sitzen hier in der TonHalle im Münchner Osten. Die Halle ist schon gut gefüllt, die Temperaturen sind hitzig - und so wird diese Veranstaltung vermutlich auch werden. Wir halten Sie hier auf dem Laufenden!

Vorbericht:

Nun also, im zweiten Anlauf, findet sie endlich statt, die Mitgliederversammlung des TSV 1860 München. Nachdem der erste Termin am 21. Juni wegen des Rücktritts des damaligen Präsidiums um Gerhard Mayrhofer abgesagt werden musste, wird das mit Spannung erwartete Zusammenkommen der Mitglieder nun an diesem Sonntag ab 10.30 Uhr in der TonHalle (Kultfabrik) stattfinden. Was passiert mit Sportchef Gerhard Poschner? Können Neuverpflichtungen verkündet werden? Wie geht es mit Investor Hasan Ismaik weiter? Viele Fans hoffen, Antworten auf diese und viele weitere Fragen zu bekommen.

Wir berichten ab kurz vor der Veranstaltung an dieser Stelle live von den aktuellen Entwicklungen.

Die Tagesordnungspunkte können Sie hier nachlesen.

Rubriklistenbild: © Christina Pahnke / sampics

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