US-Boy spürt wieder Vertrauen

Dank Klinsmann und Aue: Löwe Wood beißt plötzlich zu

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Lasst mal was hören: Bobby Wood hatte in den vergangenen Monaten so einige Gründe, sich von den Auer und US-Fans feiern zu lassen.

München – Bei Sechzig stand Bobby Wood bereits auf dem Abstellgleis. Nun blüht er in der Fremde auf - gut für die Löwen. Oder hat der Hawaiianer mit den Giesingern abgeschlossen?

Ein Löwe bastelt derzeit an seiner eigenen Legende. Mit seinen Siegtreffern bei den Testspielen gegen die Niederlande und Deutschland hat sich Bobby Wood nicht nur in seiner sportlichen Heimat in den Fokus geballert. Am Freitag hatte er mit seinem ersten Länderspieltor in Amsterdam für das Last-Minute-4:3 seines US-Teams gesorgt, fünf Tage später markierte er das sehenswerte 2:1 gegen das DFB-Team.

Ob der Weltmeister-Bezwinger nach seiner Leihe ins Erzgebirge künftig wieder das Sechzig-Trikot überstreifen wird, ist allerdings mehr als fraglich. „Ich muss schauen, was das Beste für mich ist – je schneller eine Entscheidung fällt, desto besser. Natürlich möchte ich so früh wie möglich wissen, wie es für mich weitergeht“, äußerte sich Wood gegenüber US-Medien zu seiner Zukunft. Zuletzt ließ er jedoch keine Zweifel daran, dass diese nicht unbedingt in Giesing liegen soll – trotz Vertrag bis 2016. Zu sehr scheint den gebürtigen Hawaiianer die Ausbootung durch Trainer Markus von Ahlen im vergangenen Herbst zu wurmen.

Braunschweig und Kaiserslautern buhlen um Wood

Die Interessenten dürften nach Woods jüngsten Auftritten Schlange stehen. Die Löwen-Konkurrenten 1. FC Kaiserslautern und Eintracht Braunschweig haben sich bereits positioniert, und zwar nicht erst seit der 22-Jährige den Weltmeister Shkodran Mustafi in Köln mal eben wie einen blutigen Anfänger aussehen ließ. Die Pfälzer hatten schon im Winter vorgefühlt, doch auch wegen der aufgerufenen 500.000 Euro Leihgebühr gegenüber Erzgebirge Aue den Kürzeren gezogen.

Gemeinsamer Jubel: Bobby Wood herzt US-Teamkollege Alfredo Morales (l.).

An den Zweitliga-Absteiger hat der US-Boy sein Herz verloren, wie er Aues Präsident Helge Leonhardt via WhatsApp wissen ließ. „Er hat sich bedankt für die Zeit in Aue. ,Danke, lieber Präsident, dass Sie mir so viel Vertrauen geschenkt haben‘, schrieb er“, staunt der Klub-Boss. Vertrauen ist Wood wichtig – doch das scheint er bei den Sechzig-Verantwortlichen nach acht Jahren im Verein nicht mehr zu spüren. „Meine letzten zwei Jahre waren nicht leicht, vor allem die Zeit bei 1860 München war sehr schwer, aber das passiert bei jedem Fußballer“, äußert der Flügelflitzer bei Sport1: „Ich sehe diese schweren zwei Jahre in meinem Kopf als positiv. Ich bin stark genug, das Schlechte zu verarbeiten.“

Wood schwärmt von US-Coach Klinsmann: "Super Typ"

Sechzigs Retter-Coach Torsten Fröhling würde Wood mit offenen Armen empfangen: „Über seine Qualitäten müssen wir nicht reden. In Aue hat Bobby ja wie am Fließband getroffen.“ Allerdings wartet der 48-Jährige selbst noch immer darauf, seine Weiterbeschäftigung in Giesing schriftlich fixieren zu können. Auch das könnte den harmoniesuchenden Wood zweifeln lassen, ob der Löwen-Käfig künftig das richtige Revier für ihn sein dürfte.

Wechsel geplatzt! Halfar geht nach Kaiserslautern

Die Zeit beim Team von Trainer Jürgen Klinsmann hat der pfeilschnelle Angreifer jedenfalls genossen. Das Naturell des Weltmeisters von 1990 ist so ganz nach dem Geschmack Woods: „Jürgen Klinsmann ist ein super Typ und ein richtig guter Trainer. Er hat immer an mich geglaubt, auch wenn gar keiner an mich geglaubt hat. Er hat mich regelmäßig aufgebaut und mein Kopf war nie leer, weil er mir jedes Mal aufs Neue geholfen hat.“ Nicht umsonst holte sich Wood vor seiner Leihe nach Aue den Rat des US-Coaches.

In diesem Sommer zahlt Wood nun zurück. Nach dem 2:1 über Deutschland begründete er seine starke Form gegenüber MLSsoccer.com: „Selbstvertrauen kann den Unterschied ausmachen. Ich habe meine Chance bekommen und sie genutzt.“ Es bleibt spannend, ob auch die Löwen ihre Chance bei Wood ergreifen.

mgi

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