NLZ-Chef Schellenberg erklärt

1860-Abstieg hätte fatale Folgen für den Nachwuchs

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Zuversicht: Trotz Sorgenfalten glaubt NLZ-Leiter Wolfgang Schellenberg an den Klassenerhalt der 1860-Profis.

München - Nicht nur das Profiteam des TSV 1860 würde darunter leiden, in die dritte Liga abzurutschen, sondern auch die ganze Nachwuchsarbeit.

Bleischwer hängt das Damoklesschwert des drohenden Abstiegs über dem TSV 1860. Mit Torsten Fröhling wurde in dieser Woche dem vormaligen U21-Coach die Herkulesaufgabe übertragen, den Münchner Traditionsverein vor dem Absturz in die 3. Liga zu retten. Nach Alexander Schmidt und seinem Vorgänger Markus von Ahlen ist Fröhling bereits der dritte Profitrainer der Löwen in jüngerer Vergangenheit, der dem eigenen Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) entstammt.

Nachdem die Talent-Quelle ebenso unverändert sprudelt, konnte der viel gerühmte und mehrfach ausgezeichnete 1860-Nachwuchs zuletzt auch Übungsleiter in den Profibereich führen. Egal wie der Präsident oder der Sportdirektor in den vergangenen Jahren hießen, an einem ließ keiner von ihnen jemals Zweifel aufkommen: Die erfolgreiche Nachwuchsarbeit ist neben der Tradition der größte Trumpf des Klubs. Hier sollte der hohe Anspruch unter allen Umständen aufrecht erhalten werden.

Abstieg würde Arbeitsplätze kosten

Doch was würde ein Abstieg der Profis für das NLZ bedeuten? Eine Frage, die NLZ-Leiter Wolfgang Schellenberg, 43, ungern beantwortet, wie deutlich zu spüren ist. „Erst mal: Ich glaube daran, dass unsere Profis den Klassenerhalt schaffen. Trotzdem setzt man sich professionell mit allen Szenarien auseinander. Dann müsste man sehen, welche Mittel zur Verfügung stehen.“ Nachvollziehbar ist seine Vorsicht allemal. Wäre doch ein enormes Abspecken der höchst professionell geführten Talentschmiede unvermeidlich. Inklusive des Verlustes einiger Arbeitsplätze, wie auch Schellenberg gequält einräumt. Die erste, unumgängliche Konsequenz wäre, dass die zuletzt so erfolgreiche zweite Mannschaft zwangsweise in die Bayernliga absteigen müsste. Dort würde man vermutlich versuchen, mit „geringen Mitteln“, wie der NLZ-Leiter sagt, und einem noch weiter verjüngten U21-Team „die Liga zu halten“. Was allerdings das nächste Problem aufwirft: Sich als Drittligist eine U19- und U17-Bundesligamannschaft zu leisten, wäre purer Luxus. „Das wäre mit Sicherheit kein einfaches Unterfangen“, sagt Schellenberg, „aber absolut notwendig für die Fortführung der erfolgreichen Jugendarbeit.“

Auch ein Neuaufbau in der 3. Liga mit einer Mannschaft aus Eigengewächsen sei schwer zu bewerkstelligen. „Die Mischung muss stimmen, du brauchst immer auch erfahrene Spieler“, stellt Schellenberg klar. Alles hänge davon ab, „wo die entscheidenden Einschnitte vorgenommen würden“. Die gegenseitige Loyalität von und zu Sportchef Gerhard Poschner jedenfalls sei im Moment äußerst wertvoll. „Er legt großen Wert auf unsere Arbeit“, versichert der NLZ-Leiter. Sich und seine Abteilung betrachtet er dabei „immer als Dienstleister für die Profis“. In der aktuellen Situation, in der es um die nackte Existenz geht, „helfen wir, wo wir können“, unterstreicht Schellenberg. In den nächsten Wochen liegt das Schicksal des Vereins nun in den Händen des vormaligen U21-Trainers. Darüber hinaus aber kann Schellenberg mit seinem NLZ derzeit nur hoffen, dass Fröhling die Mission erfolgreich abschließt.

Matthias Horner

Quelle: fussball-vorort.de

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