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Verwirrung um Magath

Löwen-Chaos: Wird Mitgliederversammlung verschoben?

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München - Chaos ohne Ende bei den Löwen: Erst wird vermeldet, der Weg sei frei für Felix Magath – schon bald folgt das Dementi. Wird jetzt sogar die Mitgliederversammlung verschoben?

Der Radiosprecher schien eine kleine Sensation zu verkünden. Unter Berufung auf die „Bild“ hieß es in den Morgennachrichten: Felix Magath wird als Trainer und Sportchef der neue starke Mann beim Fußball-Zweitligisten TSV 1860. Für Löwen-Fans begann der gestrige Donnerstag somit voller Verheißungen: Endlich nehmen die Chaostage ein Ende! Endlich verkauft Investor Hasan Ismaik seine Anteile, verabschiedet sich von seinem verunglückten Investment! Endlich ist bei den Löwen mit Magath ein Superprofi am Ruder! Dummerweise meldete sich zur Mittagszeit Noor Basha zu Wort. Der 29-jährige Jordanier ist Ismaiks Stellvertreter in München, und was er im Namen seines wohlhabenden Cousins zu sagen hatte, klang dann weitaus ernüchternder: „Es gab keine Gespräche mit Magath. Und Hasan wird seine Anteile auch nicht verkaufen, es gibt kein Angebot, es gibt keine Einigung. Alles, was gemeldet wurde, ist falsch. Und es ist vereinsschädigend. Das ist wirklich schade für Sechzig.“ Der weiß-blaue Komödienstadel war somit um eine bizarre Kapriole reicher.

Auf die neuerlichen Peinlichkeiten reagierte die 1860- Vereinsführung – wie schon in den Tagen zuvor – mit eiserner Defensivtaktik. Kein klärendes Wort war da in Erfahrung zu bringen. Ob Präsident, Geschäftsführung, Verwaltungsrat – alle verbargen sich hinter der Mauer des Schweigens. Wodurch sich der Eindruck noch verstärkte, der notorisch krisenanfällige Verein versinkt einmal mehr in Konfusion und Ratlosigkeit.

Kommt er, kommt er nicht? Viele Gerüchte ranken sich derzeit bei 1860 um Felix Magath. Gesichert ist nichts.

Dabei rennt den Löwen momentan die Zeit davon wie einst Usain Bolt der Konkurrenz. Schon am Sonntag ist Mitgliederversammlung. Bei dieser Gelegenheit sollen ein neuer Verwaltungsrat und ein dritter Vizepräsident (Peter Helfer) gewählt werden. Mit einem sonderlich freundlichen Votum wird da nicht zu rechnen sein. Nahe liegt auch die Prognose, dass sich die aktuelle Missstimmung der blauen Basis gewaltig Luft machen wird. Angeblich haben die Vereinsoberen aus diesem Grund tatsächlich schon ernsthaft in Erwägung gezogen, die Versammlung, die in der TonHalle München (Grafinger Str. 6) stattfinden soll, zu verschieben.

Davon war zwar am Donnerstag nicht mehr die Rede. Aber dass vielen Fans momentan der Sinn nach Rebellion steht, wurde schon am vergangenen Samstag bei der Demonstration auf dem 1860- Trainingsgelände mehr als deutlich. So wurde für die Mitgliederversammlung massiver Widerstand angekündigt, falls Sportdirektor Gerhard Poschner im Amt bleibe. Poschners Position ist bekanntlich weiter ungeklärt. Nicht eben zur Beruhigung beitragen dürften die Kettenbriefe, die im Internet kursieren. Bekennende Löwen-Fans rufen da zu einem – zumindest vorläufigen – Dauerkartenboykott auf.

Mit wachsender Frustration wird wohl auch der bedauernswerte Torsten Fröhling die aktuelle Entwicklung verfolgen. Sein Vertrag als U-21- Coach läuft zwar noch bis 2017, ob er allerdings noch als 1860-Cheftrainer gefragt sein wird, steht in den Sternen. Schon am Montag – auch das gehört zu den absurd anmutenden Aspekten der Münchner Krise – ist Trainingsauftakt. Fröhling, mit dessen Hilfe sich die Löwen vor dem Abstieg retteten, hält sich fürs erste als Übungsleiter bereit: „Ich gehe am Montag zur Arbeit“, sagte er der „SZ“. Er wird also das erste Training leiten: „Eine schöne Situation ist es aber nicht für mich.“

Gleiches gilt vermutlich für die Spieler. Die würden zum einen gerne wissen, wer künftig ihr Chef sein wird. Und zum anderen ist es ja für einen Profi-Fußballer nicht ganz uninteressant, mit welchen Arbeitskollegen man es künftig zu tun hat. Da sich aber der vom Veto des Präsidiums blockierte Poschner derzeit – um im Fußballjargon zu bleiben – einige Meter im Abseits befindet, können derzeit weder Spieler geholt noch veräußert werden. Es sieht also sehr duster aus mit der Kaderplanung für die Saison 2015/16.

Nicht ganz aus der Luft gegriffen ist allerdings auch der Verdacht, dass Ismaik die Verhandlungen um seinen möglichen Ausstieg nur deshalb in die Länge zieht, um den Preis seiner Anteile in die Höhe zu treiben. Und wer weiß, vielleicht wird die Schlüsselfigur Felix Magath auf dem Schachbrett der Vereinspolitik doch wieder in Stellung gebracht. Nichts ist unmöglich derzeit bei 1860.

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