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Jungwirth: "In Dresden werde ich gebraucht"

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Florian Jungwirth verlässt die Löwen in Richtung Dresden. © getty

München - In den Junioren-Nationalmannschaften glänzte er mit Top-Leistungen, doch bei den Löwen-Profis bekam er nie eine Chance. Jetzt wechselt Florian Jungwirth zu Drittligist Dynamo Dresden.

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Jetzt hat nach Timo Gebhart und den Bender-Zwilligen auch der letzte Europameister bei den Löwen seine Sachen gepackt. "Ich hatte mit dem Trainer ein sehr gutes Gespräch. In Dresden habe ich einfach das Gefühl, gebraucht zu werden", sagt Jungwirth vor seiner medizinischen Untersuchung in Dresden gegenüber tz-online. 

Ein Gefühl, dass er bei den Löwen nicht kannte. Unter drei Trainern (Marco Kurz, Uwe Wolf und Ewald Lienen) bekam der 20-Jährige nie die Möglichkeit, sich bei den  Profis zu beweisen. Nicht ein einziges Mal stand er in der Zweiten Liga auf dem Platz. Und das, obwohl er 2008 mit der Fritz-Walter-Medaille des DFB als zweitbester deutscher Nachwuchsspieler ausgezeichnet worden war. Nach starken Leistungen bei der U20-WM in Ägypten rechnete er sich auch bei den Löwen wieder Chancen aus. Doch auch unter Trainer Ewald Lienen spielte er keine Rolle. Für einen Außenverteidiger sei er zu langsam, für einen Innenverteidiger zu klein, meinte Lienen.

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Doch Nachschießen möchte Jungwirth, der bei Eintracht Karlsfeld mit dem Fußballspielen begann, nicht: "Bei den Löwen gab es für mich einfach keine Perspektive mehr. In der Regionalliga, ohne diese Liga  schlecht reden zu wollen, habe ich keine Entwicklungschance mehr gesehen." Beim Wechsel kamen die Löwen Jungwirth entgegen: "1860 hat uns keine Steine in den Weg gelegt. Wir möchten uns dafür bei Micky Stevic herzlich bedanken", sagte Björn Bezemer, Jungwirths Berater.

Jetzt also der Umweg zum Profi-Fußballer über die Dritte Liga. Bei Dynamo Dresden erhält Jungwirth einen Vertrag bis 2012. „Es gab auch Anfragen aus der Zweiten Liga. Doch ich hatte nur in Dresden das Gefühl, dass ich gebraucht werde. Ich denke, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe", schätzt Jungwirth.

München und den Verein, bei den er groß geworden ist, zu verlassen, fällt dem Profi nicht leicht. Vor allem der Abschied von der Mannschaft sei sehr schwer gewesen: "Gerade mit vielen jungen Spielern habe ich sieben, acht Jahre zusammen gespielt. Das war kein gutes Gefühl, aber das gehört eben zum Geschäft dazu."

von Christoph Seidl

Lesen Sie heute Abend ein exklusives Interview mit Florian Jungwirth über seinen Wechsel und die Zeit beim TSV 1860 München.

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