Poschner prüft "viele Optionen"

1860-Treffen mit Schneider - aber ist er Top-Kandidat?

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Kandidat bei 1860: Thomas Schneider.

München - Ex-VfB-Coach Thomas Schneider ist eine Trainer-Option beim TSV 1860 München. Es kam zu mehreren Geheimtreffen. Gerhard Poschner hält sich bedeckt.

Holt sich der TSV 1860 die geballte VfB-Power? Thomas Schneider, einst bei Stuttgart Teamkollege des heutigen Löwen-Sportgeschäftsführers Gerhard Poschner, ist einer der Kandidaten für den Trainerposten bei den Löwen.

Mit Schneider, der in Straubing wohnt, verbindet Poschner die gemeinsame Profi-Zeit in Stuttgart. Von 1994 bis 1998 spielten die beiden gemeinsam beim VfB, gewannen 1997 den DFB-Pokal durch ein 2:0 im Finale gegen Energie Cottbus. Schneider machte sich einen Namen als technisch beschlagener Verteidiger, Poschner zog im Mittelfeld die Fäden.

Kommt’s nun zum Wiedersehen in Giesing? Hat Schneider ein Löwen-Herz?

Unsere Onlineredaktion erfuhr am Dienstagabend: Poschner traf sich mehrfach mit Schneider, zuletzt erst am Montag. Diesmal war es sogar eine Dreierrunde, ein weiterer 1860-Entscheidungsträger saß mit am Tisch.

Schneider würde zum gewünschten Offensivstil passen

Poschner will das Treffen auf Anfrage nicht kommentieren. Er sagt: "Es wäre fahrlässig von uns, wenn wir uns nicht mit vielen Optionen, die der Markt hergibt, befassen würden."

Allerdings: Nach Informationen unserer Onlineredaktion ist Schneider nicht der alleinige Top-Kandidat auf den Posten bei Sechzig. Er zählt aber zum erweiterten Kreis derer, mit denen sich der Verein ernsthaft befasst.

Schneider, der beim VfB von August 2013 bis März 2014 seinen ersten Profi-Cheftrainer-Posten bekleidete, würde voll ins Profil der Löwen passen: Er steht für ein offensives Spielsystem mit drei Spitzen. Er ist jung, dynamisch, offen. Und: Er setzt kompromisslos auf den Nachwuchs. Das wurde ihm auch zum Verhängnis in Stuttgart, als er nach einer Negativserie mit vielen jungen Spielern gehen musste.

Auch Interimstrainer Markus von Ahlen darf sich weiterhin Chancen ausrechnen, das 1860-Team in der kommenden Saison zu betreuen. Am Mittwoch sagte von Ahlen: „Es ist richtig, dass der Klub die Entscheidung sorgfältig trifft.“ Zu seiner Arbeit in den letzten fünf Saisonspielen meinte er: „Ich denke, wir haben aus einer schwierigen Situation was Gutes gemacht.“ Nach dem Abschluss-Grillen am Freitag mit der Mannschaft wird sich von Ahlen mit Familie an den Gardasee aufmachen. Das Handy bleibt an.

War Bernegger zu wenig kompromissbereit?

Das Thema Carlos Bernegger hingegen war weniger ernst als gedacht. Der Coach des FC Luzern soll in den Gesprächen zu dominant aufgetreten sein. Er soll früh klargemacht haben, sein eigenes Ding durchziehen zu wollen statt das geplante System der Sechziger zu akzeptieren. Das ist bei Schneider anders.

Wenn alles glatt geht, wollen die Sechziger spätestens nächste Woche eine Trainer-Entscheidung bekanntgeben.

Armin Linder/lk

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