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Ismaik: Schneider ist schuld am Eriksson-Korb

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Hasan Ismaik (r.) greift erneut Dieter Schneider an © Getty

München - Hasan Ismaik wollte Sven-Göran Eriksson beim TSV 1860 sehen, doch der Schwede hat abgesagt. Wie reagiert der Löwen-Investor darauf? Seine Antworten im tz-Interview:

Eriksson wird nicht Trainer bei 1860, soviel war seit Freitag klar. Was fehlte, war die Reaktion von Investor Hasan Ismaik, der den Schweden liebend gerne im Trainerstab der Löwen gesehen hätte. Das tz-Interview.

Herr Ismaik, wie haben Sie die Absage Erikssons aufgenommen.

Ismaik: Ich bin sehr enttäuscht. In diesem Klub geht es nur um Politik, kaum um Sport.

Wer ist in Ihren Augen verantwortlich?

Ismaik: Dieter Schneider und seine Unterstützer. Herr Eriksson hat die schweren politischen Probleme im Klub erkannt und die Nichtexistenz eines sportlichen Konzepts.Wir haben den Zeitpunkt verpasst, Herrn Eriksson zu antworten, als er enthusiastisch war. Die Sache hat sich aus den bekannten Gründen sehr lange hingezogen. Nachdem Herr Eriksson dann mitbekommen hat, wie sich Schneider verhalten hat und was er in der Presse verlauten hat lassen, hat er seine Meinung geändert.

Der Klub hatte die Personalie Eriksson in der Nacht zum Dienstag verkündet, es folgte ein peinlicher Eiertanz…

Ismaik: Ja, das war natürlich ein Fehler. Es wurde vor den Kameras gesagt, die Sache sei fix, obwohl Herr Schäfer bis dahin noch gar keinen Kontakt aufgenommen hatte. Das ist sehr unglücklich gelaufen.

Wird der Dreijahresplan fortgeführt?

Ismaik: Ja, alles wird so fortgesetzt wie in der Sitzung vergangene Woche beschlossen.

Vom Maurer-Aus bis zum geplatzten Eriksson-Deal: Eine Chronologie

Werden Sie jetzt einen neuen Anlauf in Sachen Trainer unternehmen? Der Name Matthäus geistert durch die Medien.

Ismaik: Matthäus? Nein, davon weiß ich nichts, darüber wurde bei uns nie gesprochen.

Sondern?

Ismaik: Die Trainerfrage hat im Moment keinen Vorrang. Alexander Schmidt ist ein Trainer, der schon lange im Verein ist, mit der U21 Erfolge gefeiert hat und sein Bestes bei den Profis gibt. Dafür zolle ich ihm meinen Respekt. Aber wir wollen 1860 auf ein neues Level bringen. Und dazu brauchen wir meiner Meinung nach auf Sicht einen Trainer mit internationalem Renomee, der dem Klub auch mit seinen Kontakten weiterhelfen kann.

Welche Änderungen wünschen Sie sich in der Führung? Gibt es auch Leute, denen Sie vertrauen?

Ismaik: Ja, ich sehe, dass einige unserer Partner sich wirklich um eine Zusammenarbeit bemühen. Namentlich will ich Otto Steiner und Siegfried Schneider nennen, die das Wohl des Klubs in den Vordergrund stellen.

Im Frühjahr stehen Präsidiumswahlen an. Der e.V.-Aufsichtsrat hat das Vorschlagsrecht, die Mitglieder werden dann abstimmen. Wie sehen Sie die Lage?

Ismaik: Ich wünsche mir, dass die Fans eine neue Generation an die Macht wählen, die sich mehr auf den Sport konzentriert als auf politische Machtkämpfe. Eine Generation, die sich neuen Herausforderungen stellt, Visionen hat zum Wohle des Klubs. Nur so wird 1860 eine gute Entwicklung nehmen können ohne sich selbst wieder Hindernisse in den Weg zu stellen.

Und noch eine aktuelle Frage. 1860 will neben Ola Kamara noch einen zweiten Stürmer verpflichten. Trainer Schmidt wünscht sich eine Erweiterung des Budgets. Werden Sie dem nachkommen?

Ismaik: Nein, weil einige Personen im Klub der Meinung sind, das würde zu einer Überschuldung führen und den Klub in Gefahr bringen.

Am Abend äußerte sich Dieter Schneider in Belek zu den Vorwürfen Ismaiks. Sein Statement: "Die Partner haben ausdrücklich vereinbart, dass sie eventuelle Probleme intern und nicht in den Medien besprechen und respektvoll miteinander umgehen. Ich halte mich daran und werde deshalb dieses Interview nicht kommentieren."

Interview: lk

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