Neuer Löwen-Coach

Moniz und 1860: So hat es gefunkt

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Ricardo Moniz.

München - Gerhard Poschner und der neue Löwen-Trainer Ricardo Moniz kennen sich schon länger. Den ersten Kontakt gab es Anfang 2013, während eines Trainingslagers von Ferencvaros Budapest.

Die Arena, die schöne Altstadt, das Trainingsgelände. Das in etwa ist die Sightseeing-Reihenfolge, wenn Münchner Klubs potenziellen Trainern einen Wechsel schmackhaft machen wollen. Bei Ricardo Moniz, dem neuen Löwen-Coach, lief das Ganze etwas anders ab, wie Gerhard Poschner zu berichten weiß. „Ihn hat nur der Platz interessiert“, erzählt der Löwen-Sportchef schmunzelnd. Der Trainingsplatz, auf dem der niederländische Coach ab dem 20. Juni zu Hause sein wird. Gedanklich zumindest. „Er denkt 24 Stunden nur an Fußball“, sagt Poschner.

Kennen gelernt haben sich Poschner und Moniz bereits vor eineinhalb Jahren in Spanien. Es war nicht das erste Mal, dass Poschner, der Wahlspanier, davon profitierte, im schönen Marbella sesshaft geworden zu sein: „Gerade im Winter kannst du da wunderbar die Vereine bei ihren Trainerslagern beobachten.“ Eines der Gastteams im Januar 2013: Ferencvaros Budapest – mit dem Trainer Moniz, der Poschner auf Anhieb zu beeindrucken wusste.

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„Mir hat es imponiert, wie er mit einem technisch limitierten Team auch qualitativ bessere Teams geschlagen hat.“ Den FC Basel zum Beispiel. Und, berichtet Poschner weiter: „Seinen Stil, mutig und ohne Angst im 4-3-3-System anzugreifen, hat er dabei konsequent durchgezogen.“ Stets von starkstromartiger Energie getrieben, wie der Sportchef ergänzt: „Seine Präsenz während der Spiele hat mir gefallen. Überhaupt seine ganze Geilheit, Verrücktheit und Leidenschaft, was den Fußball betrifft.“

Man setzte sich zusammen, beschnupperte sich – und hielt seither den Kontakt. Poschner sagt: „Für mich persönlich war Ricardo von Anfang an die Nummer eins.“ Er habe sich bloß erst klar darüber werden müssen, ob der Klub überhaupt einen neuen Trainer verpflichten soll: „Wir haben die Saison in Ruhe zuende gespielt, uns danach die nötige Zeit zur Analyse gegeben – alles zusammen mit Markus (von Ahlen, dem Interimstrainer/Red.).“ Und als die Entscheidung in Poschner gereift war, dass ein paar frische Impulse von außen hilfreich wären, sei das Pendel ziemlich schnell in Richtung Moniz ausgeschlagen.

Dienstag auf Mittwoch flog Poschners Wunschtrainer für 24 Stunden in München ein. Auf eine offizielle Präsentation verzichtete der Klub wegen „ethisch-moralischer Bedenken“, denn letztmals stand Moniz vor fünf Tagen für Danzig an der Seitenlinie – bei einem 2:0-Sieg, der einen guten vierten Platz in der polnischen Meisterrunde sicherte. Poschner: „Er hat ja in Danzig gekündigt, die Frist beträgt zwei Wochen – und da wäre es keine gute Idee gewesen, ihn jetzt mit neuem Klub-Logo auf einem Podium zu präsentieren.“ Am Mittwoch soll die Antritts-Pressekonferenz nachgeholt werden.

Finanziell übrigens sei er sich mit Moniz schnell einig gewesen. Laut dem Sportchef verhielt es sich da so ähnlich wie mit dem Rundgang, den der Holländer wie eine lästige Pflicht über sich ergehen ließ: „Er hat gar nicht nach den Zahlen gefragt. Geld hat bei ihm überhaupt keine Rolle gespielt.“ Gut so, denn siehe Carlos Bernegger (Luzern): Ein zu forderndes Auftreten wäre laut Poschner ein K.o.-Kriterium gewesen.

Uli Kellner

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